Der Düsseldorfer Pharmaverpackungsspezialist versinkt immer tiefer im Bilanzchaos. Weil eine Sonderuntersuchung zu fehlerhaften Umsatzbuchungen länger dauert als geplant, muss der Konzern seinen Jahresabschluss 2025 auf Juni verschieben. Diese Verzögerung ruft nun nicht nur die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan, sondern bedroht auch den Verbleib im SDAX.

Ausgeweitete BaFin-Prüfung und Gewinneinbruch

Im Kern der Krise stehen sogenannte Bill-and-Hold-Vereinbarungen. Mitarbeiter hatten Umsätze verbucht, bevor die Ware überhaupt ausgeliefert war. Die Finanzaufsicht BaFin hat ihre Untersuchung mittlerweile deutlich ausgeweitet und prüft neben dem Geschäftsbericht 2023/24 nun auch den Zeitraum bis Mai 2025. Dabei stehen zusätzlich fehlerhaft ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten und aktivierte Entwicklungskosten im Fokus.

Die finanziellen Folgen sind gravierend. Die bereinigte EBITDA-Marge für 2025 schrumpft voraussichtlich auf 16,5 bis 17,5 Prozent. Gleichzeitig belasten Abschreibungen von bis zu 240 Millionen Euro das Ergebnis schwer, wovon insbesondere die Schweizer Tochter Sensile Medical und der US-Standort in Chicago betroffen sind. Zur Entlastung der Bilanz erwägt das Management nun sogar den Verkauf der hochmargigen US-Tochter Centor.

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Index-Rauswurf und Terminchaos

Ohne testierten Jahresabschluss droht der Aktie der baldige Ausschluss aus dem SDAX. Indexfonds wären in diesem Fall zu Umschichtungen gezwungen, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen dürfte. Durch die Verzögerung gerät der gesamte Finanzkalender aus den Fugen:

  • Vorlage des Jahresabschlusses 2025: verschoben auf voraussichtlich Juni 2026
  • Quartalsmitteilung Q1 2026: ursprünglich 16. April, auf unbestimmte Zeit verschoben
  • Ordentliche Hauptversammlung: ursprünglich 3. Juni, auf unbestimmte Zeit verschoben

Gläubigergespräche belasten den Kurs

Parallel muss das Unternehmen mit seinen Gläubigern verhandeln. Ziel ist es, die Fristen für die Vorlage des testierten Abschlusses in den Finanzierungsverträgen zu verlängern, um formale Vertragsbrüche zu vermeiden.

An der Börse hinterlässt die unsichere Lage tiefe Spuren. Innerhalb von zwölf Monaten büßte das Papier rund 77 Prozent seines Wertes ein. Während Anleger im März 2025 noch mehr als 80 Euro zahlten, notiert der Titel aktuell bei lediglich 17,38 Euro.

Der nächste Fixpunkt für den Konzern ist nun der Juni 2026. Bis zur Vorlage des testierten Abschlusses und dem Abschluss der BaFin-Ermittlungen fehlt dem Markt die Grundlage für eine fundamentale Neubewertung. Für das laufende Jahr rechnet das Management zwar mit einer Margenverbesserung, diese Prognose steht jedoch unter dem strikten Vorbehalt der noch ausstehenden Prüfungsberichte.

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