Die Fiserv-Aktie steht zum Wochenauftakt stark unter Druck. Der Kurs liegt nur noch knapp über 67 US-Dollar und hat auf Sicht von zwölf Monaten rund 68 % verloren. Neue Kurszielsenkungen und politische Risiken verstärken den bereits sehr pessimistischen Markt-Blick auf den Zahlungsdienstleister.

Deutlich gekappte Kursziele

Den jüngsten Impuls nach unten lieferten neue Analysteneinschätzungen kurz vor dem Wochenende.
B. Riley senkte das Kursziel für die Fiserv-Aktie von 105 auf 76 US-Dollar, bestätigte aber die Einstufung „Neutral“. Begründet wurde der Schritt mit einem verhaltenen Ausblick für 2026.

Im Fokus stehen dabei aus Analystensicht hohe Investitionen in Technologie und operative Infrastruktur. Diese seien notwendig, könnten aber die Profitabilität belasten und die Margen unter Druck setzen.

Auch Stephens reduzierte sein Kursziel – von 80 auf 75 US-Dollar. Insgesamt spiegelt sich damit eine wachsende Skepsis wider, ob Fiserv die anstehenden Modernisierungsschritte umsetzen kann, ohne die Ertragskraft deutlich einzubüßen. Der Konsens liegt laut MarketBeat derzeit bei „Hold“, während die durchschnittlichen Kursziele zunehmend an das aktuelle Kursniveau heranrücken.

Politische Risiken belasten den Sektor

Zusätzlich zu den unternehmensspezifischen Themen drücken makroökonomische und politische Faktoren auf die gesamte Zahlungsbranche. Goldman Sachs verweist auf das Risiko, dass Fiserv langsamer wachsen könnte, falls der von Präsident Donald Trump vorgeschlagene Deckel für Kreditkarten-Zinssätze bei 10 % umgesetzt wird.

Für Zahlungsabwickler und Fintechs steht dabei vor allem Folgendes im Raum:

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  • Mögliche Belastung der Margen durch regulierte Zinsen
  • Potenziell geringere Transaktionsvolumina, falls sich die Kreditvergabe eintrübt
  • Höhere Unsicherheit im Geschäftsmodell rund um Kreditkartenlösungen

In diesem Umfeld sind positive Unternehmensnachrichten zuletzt weitgehend verpufft. Weder die strategische Kooperation mit Microsoft, die Anfang Januar bekannt gegeben wurde, noch neue Produktankündigungen konnten eine nachhaltige Kurserholung einleiten.

Dazu zählen unter anderem:

  • Das Tool „Unknown Shopper“ (Ankündigung am 9. Januar)
  • Clover-Lösungen für „Identity-Based Payments“ (Ankündigung am 7. Januar)

Beide Initiativen zielen auf technologische Weiterentwicklung und neue Anwendungen im Zahlungsverkehr, gingen im aktuellen Marktumfeld aber unter.

Insiderkauf als Einzellichtblick

Etwas Kontrast zum negativen Gesamtbild liefert ein gemeldeter Insiderkauf. Der US-Abgeordnete Gilbert Ray Cisneros Jr. meldete am 14. Januar den Erwerb von Fiserv-Aktien, der Mitte Dezember erfolgt war. Das Volumen liegt in einer Spanne zwischen 1.001 und 15.000 US-Dollar.

Dieser Schritt signalisiert punktuellen Optimismus, reicht jedoch bislang nicht aus, um den anhaltenden Verkaufsdruck größerer Adressen spürbar zu dämpfen.

Kennzahlen zur aktuellen Lage

Die derzeitige Situation der Fiserv-Aktie lässt sich anhand einiger Eckdaten skizzieren:

  • Aktueller Kurs: rund 67,50 US-Dollar
  • 52-Wochen-Performance: etwa -68 %
  • Neues Kursziel B. Riley: 76 US-Dollar (zuvor 105 US-Dollar)
  • Neues Kursziel Stephens: 75 US-Dollar (zuvor 80 US-Dollar)
  • Gewinnprognose 2025 (EPS): 8,50 bis 8,60 US-Dollar

Einige Bewertungsmodelle sehen die Aktie auf diesem Niveau als unterbewertet. Der Markt gewichtet derzeit allerdings die Unsicherheiten deutlich höher, was sich im Kurs knapp über dem 52-Wochen-Tief widerspiegelt.

Im Handel dieser Woche rückt damit vor allem die Zone um 66 bis 67 US-Dollar in den Blick: Hält dieser Bereich, könnte sich zumindest kurzfristig eine Stabilisierung ergeben, während ein Bruch nach unten das ohnehin schwache Sentiment weiter verschärfen dürfte.

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