Evonik meldet heute eine wichtige Zulassung in China: Die Nationale Arzneimittelbehörde NMPA genehmigt erstmals ein 3D-gedrucktes Schädelimplantat auf Basis des Filaments VESTAKEEP Fusion iC4800 3DF. Das Produkt wird vom Partner Tianjin Cone Medical gefertigt und markiert die erste Freigabe eines Schädelimplantats in China, das mit FDM-3D-Drucktechnologie hergestellt wird. Für Evonik ist das ein weiterer Baustein in der Strategie, sich stärker auf margenstarke Spezialanwendungen zu stützen, auch wenn die unmittelbaren Umsatzwirkungen begrenzt bleiben.

NMPA-Zulassung stärkt VESTAKEEP-Plattform

Die jetzt veröffentlichte Entscheidung der NMPA bezieht sich auf ein Schädelimplantat, das mit der Fused-Deposition-Modeling-Technologie gefertigt wird und auf Evoniks Hochleistungskunststoff VESTAKEEP Fusion iC4800 3DF basiert.

Wichtige Punkte im Überblick:
- Erste NMPA-Zulassung für ein FDM-gedrucktes Schädelimplantat in China
- Material mit Osteointegrations-Eigenschaften für bessere Einheilung
- Implantatproduktion über Partner Tianjin Cone Medical
- Ergänzt bereits bestehende Zulassung 2024 für Wirbelsäulenanwendungen

Die Zulassung im Schädelbereich folgt auf eine frühere Freigabe in der Wirbelsäulenchirurgie und bestätigt damit die regulatorische Akzeptanz der VESTAKEEP-Plattform. Durch die Osteointegrations-Eigenschaften soll sich das Implantat besser in den Knochen einfügen, was die klinische Akzeptanz unterstützen dürfte. Technologisch setzt Evonik damit im Bereich der additiven Fertigung für chirurgische Anwendungen in Asien einen sichtbaren Akzent.

Am Freitag schloss die Aktie bei 13,31 Euro. Marktbeobachter sehen in der Meldung vor allem eine Bestätigung des Transformationskurses hin zu spezialisierten, margenstarken Produkten, nicht aber einen kurzfristigen Umsatzhebel, da es sich um ein klar umrissenes Nischenprodukt handelt.

Positionierung im Spezialchemie-Segment

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Der Erfolg in China hebt die unterschiedliche Entwicklung innerhalb der Chemiebranche hervor. Während Wettbewerber wie Wacker Chemie laut aktuellen Daten einen Umsatzrückgang von 3,5 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen und Analysten dort nur ein durchschnittliches Wachstum von 1,5 % pro Jahr erwarten, setzt Evonik gezielt auf technologisch anspruchsvolle Anwendungen.

Der Markt für langglasfaserverstärkte Polyamide und weitere Hochleistungskunststoffe zeigt sich laut aktuellen Prognosen robust. Bis 2032 wird für diesen Bereich eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 7,7 % erwartet, getrieben vor allem durch Medizintechnik, Luftfahrt und Elektronik.

In diesem Umfeld konkurriert Evonik direkt mit globalen Anbietern wie Solvay und BASF. Die NMPA-Zertifizierung im stark regulierten chinesischen Medizintechnikmarkt verschafft Evonik nach Einschätzung von Marktteilnehmern einen technologischen Vorsprung, da regulatorische Hürden hier hoch sind und als Markteintrittsbarriere wirken.

Ausblick: Skalierung und Margenwirkung im Fokus

Für Anleger rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, in welchem Umfang sich die VESTAKEEP-Plattform über weitere Anwendungen und Indikationen skalieren lässt. Die aktuelle Zulassung kann als Türöffner für zusätzliche Produkte und Partnerschaften im asiatischen Raum dienen und stärkt die Wahrnehmung von Evonik als Anbieter spezialisierter Hochleistungskunststoffe.

Kurzfristig hängt die Kursentwicklung allerdings weiter stark von der übergeordneten Stimmung im Chemiesektor ab, die zuletzt unter makroökonomischen Unsicherheiten gelitten hat. Aus technischer Sicht orientieren sich Marktteilnehmer am jüngsten Schlusskursniveau um 13,31 Euro. Wegweisend dürfte der nächste Quartalsbericht werden: Dort wird sich zeigen, inwieweit die Innovationspipeline der Sparte „Smart Materials“ bereits in einer verbesserten Margenstruktur messbar ist.

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