Ethereum zeigt zum Jahresstart ein gemischtes Bild: Der Kurs konsolidiert nach einer kurzen Rally, gleichzeitig erreicht die Blockchain bei Nutzung und Technik neue Bestmarken. Im Zentrum steht ein Upgrade, das die Datenkapazität erhöht und damit die Basis für weiteres Wachstum der Layer-2-Netzwerke legt. Spannend ist vor allem, wie stark Fundamentaldaten und kurzfristige Kursentwicklung derzeit auseinanderlaufen.

Kursbild: Konsolidierung statt Einbruch

Nach einem freundlichen Jahresauftakt hat Ethereum zuletzt leicht den Rückwärtsgang eingelegt. Auf Wochensicht liegt ETH aber weiterhin klar im Plus, und seit Jahresbeginn steht ein Anstieg von knapp 5 % zu Buche. Mit einem aktuellen Kurs von rund 3.150 US‑Dollar notiert die Kryptowährung etwa ein Drittel unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem Tief des vergangenen Jahres – ein typisches Bild für eine Marktphase der Neuorientierung nach einer stärkeren Erholung.

Technisches Upgrade: Mehr Platz für Rollups

Am 7. Januar hat Ethereum sein zweites sogenanntes „Blob-Parameter“-Upgrade abgeschlossen. Konkret wurde:

  • das Blob‑Ziel von 10 auf 14 erhöht
  • das maximale Blob‑Limit von 15 auf 21 angehoben

Blobs sind Dateneinheiten, die Rollups auf Ethereum veröffentlichen, um Transaktionen außerhalb der Hauptkette günstig abzuwickeln, ohne auf deren Sicherheit zu verzichten. Je mehr Blobs pro Block möglich sind, desto mehr Daten – und damit mehr Transaktionen – können diese Layer‑2‑Netzwerke kostengünstig unterbringen.

Von der erhöhten Kapazität profitieren insbesondere:

  • Optimistische Rollups: Base, Arbitrum, Optimism, Mantle
  • Zero‑Knowledge‑Rollups: zkSync Era, StarkNet, Scroll

Wenn der Platz für Blobs knapp wird, steigen die Gebühren der Rollups schnell an. Die Ausweitung verschafft hier Luft und kann helfen, Transaktionskosten für Nutzer stabiler zu halten, während die Aktivität weiter wächst.

Das Upgrade ist zudem ein vorbereitender Schritt für „Fusaka“ (Fulu‑Osaka), das nächste große Netzwerkwachstumspaket nach „Pectra“. Anstatt nur in seltenen großen Hard Forks zu arbeiten, setzt Ethereum zunehmend auf kleinere, gezielte Anpassungen bei Datenverfügbarkeit und Durchsatz.

On-Chain-Daten: Nutzung auf Rekordniveau

Während der Kurs noch unter seinem Allzeithoch vom August 2025 bleibt, zeigen die On‑Chain‑Kennzahlen ein deutlich anderes Bild: Die tatsächliche Nutzung des Netzwerks hat in mehreren Bereichen Rekorde erreicht.

Transaktionen

  • Ende Dezember 2025 stiegen die täglichen Transaktionen auf ein Rekordniveau von 2,23 Millionen.
  • Im Jahresvergleich legte die Aktivität um 48 % zu.
  • Der 7‑Tage‑Durchschnitt erreichte am 4. Januar 2026 mit 2,023 Millionen Transaktionen ebenfalls einen Höchststand.

Nutzeraktivität

  • Aktive monatliche Adressen kletterten im Dezember 2025 auf 10,4 Millionen – ein neuer Rekord.
  • Die Zahl der einzigartigen täglichen Sender- und Empfängeradressen überschritt im selben Zeitraum die Marke von einer Million.

Stablecoins als Treiber

  • Das Transfervolumen von Stablecoins auf Ethereum überschritt im vierten Quartal 2025 die Marke von 8 Billionen US‑Dollar und lag damit fast doppelt so hoch wie im zweiten Quartal.
  • Das gesamte Stablecoin‑Volumen auf Ethereum wuchs 2025 um 43 % – von 127 auf 181 Milliarden US‑Dollar.
  • Rund 57 % aller weltweit emittierten Stablecoins laufen auf Ethereum.

Führungsrolle bei Real‑World Assets

Ethereum bleibt zudem führend bei tokenisierten Real‑World Assets (RWA) – also realen Vermögenswerten wie Anleihen oder Immobilien, die auf der Blockchain abgebildet werden:

  • Etwa 65 % des gesamten On‑Chain‑RWA‑Wertes (rund 19 Milliarden US‑Dollar) entfallen auf Ethereum.
  • Bezieht man Layer‑2‑Netzwerke und andere EVM‑kompatible Ketten mit ein, steigt der Anteil auf über 70 %.

Buterin und das „Blockchain‑Trilemma“

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Anfang Januar eine Aussage von Ethereum‑Mitgründer Vitalik Buterin. Am 3. Januar erklärte er, Ethereum habe das klassische „Blockchain‑Trilemma“ – den Zielkonflikt zwischen Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralisierung – im Kern gelöst.

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Er verweist dabei auf zwei zentrale Bausteine:

  1. PeerDAS (Peer Data Availability Sampling)
    Diese Technik ist bereits im Mainnet aktiv. Sie ermöglicht es, deutlich mehr Daten zu verarbeiten, ohne dass jede einzelne Node sämtliche Daten herunterladen muss. Das erhöht die Skalierbarkeit, ohne die Dezentralisierung so stark zu belasten wie klassische „Big-Block“-Ansätze.

  2. zkEVMs
    Zero‑Knowledge‑EVMs befinden sich zwar noch im Alpha‑Stadium, erreichen laut Buterin aber bereits eine Qualität, die für den Produktiveinsatz taugt. Sie erlauben es, Blöcke mit Hilfe von Zero‑Knowledge‑Beweisen effizient zu verifizieren und damit Sicherheit und Skalierbarkeit zu verbinden.

Buterin betont allerdings, dass die sicherheitstechnische „Härtung“ noch läuft. Die wesentlichen Mechanismen, um das Trilemma anzugehen, sind aber bereits in realen Systemen implementiert.

Institutionelle Ströme: Kurzfristig vorsichtig, langfristig positiv

Auf der institutionellen Seite ergibt sich ein gemischtes Bild. Daten von SoSoValue zeigen, dass Spot‑Ethereum‑ETFs zuletzt wöchentliche Nettoabflüsse von 161 Millionen US‑Dollar verzeichneten – ein Signal kurzfristiger Zurückhaltung.

Im größeren zeitlichen Rahmen fällt das Bild jedoch deutlich positiver aus: Laut CoinShares floss 2025 insgesamt Kapital von 12,7 Milliarden US‑Dollar in Ethereum‑Produkte. Das entspricht einem Zuwachs von 138 % gegenüber dem Vorjahr und war das stärkste Wachstum unter den digitalen Assets.

Makro-Lage und Marktstimmung

Die aktuelle Kursentwicklung im Kryptomarkt hängt stark an den Makrodaten. Schwächere US‑Wirtschaftszahlen, darunter ein enttäuschender Anstieg der privaten Beschäftigung im Dezember (41.000 Stellen gegenüber erwarteten 50.000), haben die Erwartungen an mögliche Zinssenkungen der US‑Notenbank im weiteren Jahresverlauf verstärkt.

Analysten des Zahlungsdienstleisters B2BINPAY ordnen Kryptowährungen klar als Risikoanlagen ein, deren Stimmung stark durch Bitcoin bestimmt wird. Makroökonomische Faktoren bleiben aus ihrer Sicht ein zentraler Treiber. Hinzu kommt ein „Reset“ nach den Feiertagen: Der Dezember war von einer engen Handelsspanne und niedriger Liquidität geprägt, was die aktuelle Neuausrichtung der Kurse zusätzlich beeinflusst.

Technisches Bild im größeren Kontext

Verglichen mit dem Allzeithoch von knapp 5.000 US‑Dollar vom August 2025 notiert Ethereum weiterhin deutlich darunter. Auf Jahressicht liegt der Kurs leicht im Minus, gemessen am Stand von Anfang Januar 2025. Vom damaligen 52‑Wochen‑Tief aus betrachtet fällt der Abstand allerdings deutlich positiv aus – ETH hat sich seitdem mehr als verdoppelt.

Mit einem RSI von 42 liegt der Markt derzeit eher im neutralen Bereich, ohne klare Übertreibung nach oben oder unten. Der Kurs bewegt sich zudem oberhalb des 50‑Tage‑Durchschnitts, was zur Einordnung als Konsolidierungsphase nach einem Anstieg passt.

Fazit: Fundamentale Stärke, makrogetriebener Kurs

Die aktuellen Bewegungen bei Ethereum spiegeln vor allem eine Konsolidierung nach einem starken Jahresstart wider – nicht eine strukturelle Schwäche des Netzwerks. Das jüngste Blob‑Upgrade stärkt gezielt die Skalierungsstrategie rund um Rollups, während Rekordwerte bei Transaktionen, Nutzerzahlen, Stablecoin‑Volumen und Real‑World‑Assets eine robuste Nutzung untermauern. Kurzfristig dominieren zwar Zinsfantasie und Makrodaten das Kursgeschehen, doch der Mix aus technologischem Fortschritt, hoher On‑Chain‑Aktivität und wachsenden institutionellen Zuflüssen bleibt ein zentraler Faktor für die langfristige Bewertung von Ethereum.

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