Ethereum steht gerade an einem spannenden Wendepunkt. Ausgerechnet das Layer-2-Ökosystem, lange als Entlastung der Hauptkette gefeiert, verliert laut On-Chain-Daten deutlich an Nutzern. Gleichzeitig wirkt die Ethereum-Blockchain selbst plötzlich erstaunlich „aufnahmefähig“ – und das verändert die Spielregeln.

Kursdruck trifft Strukturwandel

Zum ohnehin schwachen Kryptomarkt kommt bei Ethereum ein internes Thema dazu: die Rollenverteilung zwischen Mainnet (Layer 1) und den Layer-2-Netzwerken. In den letzten Tagen blieb der Markt nervös, und ETH hat sich in der vergangenen Woche klar nach unten bewegt. Der Kurs liegt aktuell bei 2.279,54 USD und damit rund 51% unter dem 52‑Wochen-Hoch – ein Niveau, das zeigt, wie stark die Luft seit 2025 raus ist.

Interessant ist dabei der Kontrast: Während der Preis schwankt, melden Datenanbieter wie CryptoQuant „stabile Reserven“ und insgesamt begrenzte Nettoabflüsse in dieser Stressphase. Das deutet zumindest darauf hin, dass kein breitflächiger „Fluchtmodus“ auf Kettenebene erkennbar ist.

Nutzer wandern zurück aufs Mainnet

Der eigentlich bemerkenswerte Impuls kommt aus dem Netzwerkverhalten. Laut TokenTerminal (via BeInCrypto) sind die monatlich aktiven Adressen auf Layer 2 seit Mitte 2025 von 58,4 Mio. auf etwa 30 Mio. bis Februar 2026 gefallen – also fast halbiert. Gleichzeitig legte das Mainnet im selben Zeitraum bei aktiven Adressen von 7 Mio. auf 15 Mio. zu.

Der Treiber dahinter: rekordniedrige Transaktionsgebühren auf Layer 1. Wenn das Mainnet günstig genug ist, fällt ein Kernargument vieler Layer-2-Lösungen weg – nämlich „billiger als Ethereum“ zu sein.

Genau deshalb fordert Mitgründer Vitalik Buterin die Projekte zum Umdenken auf: Wenn Skalierung allein nicht mehr zieht, wo liegt dann der echte Mehrwert?

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Buterins neue Leitplanken für Layer 2

In einem ausführlichen Beitrag beschreibt Buterin die ursprüngliche L2-Idee als überholt. Layer 2 seien anfangs wie „markierte Shards“ gedacht gewesen: Transaktionen sollten ausgelagert werden, weil Layer 1 sie nicht günstig genug abwickeln konnte. Diese Annahme gerät nun ins Wanken.

Seine Vorschläge für eine Neupositionierung:

  • Privacy-orientierte Virtual Machines mit Spezialfunktionen
  • Anwendungsspezifische Effizienz, also Optimierung für konkrete Use-Cases
  • Nicht-finanzielle Plattformen (z.B. Social, Identität, KI-Anwendungen)
  • Extremes Scaling, das auch ein ausgebautes Layer 1 nicht erreicht

Gleichzeitig setzt Buterin eine klare Sicherheitsmarke: Layer-2-Netzwerke, die ETH oder Ethereum-basierte Assets verwalten, sollen mindestens „Stage 1“ erreichen. Sonst seien sie eher eigenständige Chains mit Brücken – und nicht wirklich eine Erweiterung von Ethereum.

Technisch wirbt er zudem für eine zentrale Infrastrukturidee: eine native Rollup-Precompile, damit Ethereum ZK‑EVM‑Beweise direkt verifizieren kann. Das soll Kompatibilität sichern, Schutz vor harten Protokollbrüchen bieten und dennoch modularen Spielraum lassen.

Token-Markt zeigt Skepsis – parallel Fokus auf Post-Quantum

Dass die Branche selbst unsicher ist, spiegelt sich auch in den Kursen vieler L2-Token: Laut CoinGecko (via BeInCrypto) verloren große Layer‑2‑Tokens im Januar 15% bis 30%, die gesamte Marktkapitalisierung des Segments lag am 4. Februar bei 7,95 Mrd. US‑Dollar. Zudem wurde berichtet, dass manche Betreiber gar nicht mehr „Stage 2“ anstreben – unter anderem, weil regulatorische Anforderungen teils mehr Kontrolle über das Netzwerk verlangen.

Abseits des L2-Themas treibt die Ethereum Foundation parallel ein weiteres, langfristiges Projekt voran: Post-Quantum-Sicherheit. Laut CoinDesk wurde sie im Januar strategisch hochgestuft, inklusive eigenem Team. Testnets laufen bereits mit Post-Quantum-Signaturen; außerdem entsteht mit leanVM eine Software, die solche Freigaben zu einem Proof bündeln und effizient auf die Chain bringen soll.

Zum Taktgeber 2026 werden damit zwei Dinge: der Ausbau von Layer 1 (unter anderem über geplante Gas-Limit-Erhöhungen) und die Frage, ob Layer 2 schnell genug neue, überzeugende Nutzenversprechen liefert – jenseits der reinen Gebührenersparnis.

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