Erste Group Aktie: Stresstest im April
Zwei Termine in zwei Wochen — und beide haben das Potenzial, den Kurs der Erste Group spürbar zu bewegen. Am 17. April stimmen die Aktionäre über die gekürzte Dividende ab, am 30. April folgen die Q1-Zahlen mit der erstmaligen vollständigen Einbeziehung der polnischen Santander Bank Polska. Was dann in den Büchern steht, wird zeigen, ob das ambitionierte Gewinnziel von über 4 Milliarden Euro Nettogewinn realistisch ist.
Die Polen-Rechnung: Wachstum mit Preisschild
Für rund 7 Milliarden Euro sicherte sich die Erste Group einen beherrschenden 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska sowie einen 50-Prozent-Anteil an der Santander TFI — eine der größten grenzüberschreitenden Banktransaktionen Europas der vergangenen Jahre. Das Versprechen: Zugang zum größten Markt der Region, Kreditvolumen der Gruppe auf über 285 Milliarden Euro. Das Preisschild: 180 Millionen Euro Integrationskosten, eine einmalige Kreditrisikovorsorge von netto rund 120 Millionen Euro und ein CET1-Rückgang von rund 460 Basispunkten durch die Erstkonsolidierung.
Die harte Kernkapitalquote lag Ende 2025 bei komfortablen 19,3 % — dieser Puffer wird nun gezielt abgebaut. Zusätzlich belasten jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von rund 70 Millionen Euro nach Steuern sowie Bankenabgaben und regulatorische Kosten von etwa 450 Millionen Euro, vor allem in Ungarn und Rumänien.
Starke Ausgangslage, belastetes Übergangsjahr
Das operative Fundament ist solide. Der Nettogewinn stieg 2025 um 12,3 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie kletterte von 7,20 auf 8,24 Euro. Das Kreditvolumen wuchs konzernweit um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro, außerhalb Österreichs sogar um 10,5 Prozent. Die NPL-Quote blieb mit 2,4 Prozent stabil.
Für 2026 peilt das Management — bereinigt um die Akquisitionseffekte — einen um mehr als 20 Prozent höheren Gewinn je Aktie an. Sobald die Einmalbelastungen verbucht und die Kapitalquote wieder erholt ist, soll auch die Ausschüttungsflexibilität zurückkehren.
Charttechnik: Knapp über der Grenze
Die Aktie hat seit ihrem Allzeithoch von 111 Euro Anfang Februar rund 20 Prozent verloren und notierte zuletzt bei 88,90 Euro — damit knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 91,19 Euro, einer wichtigen technischen Orientierungsmarke. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von rund 103 Euro verdeutlicht, wie deutlich der Kurs zuletzt nachgegeben hat.
Am 30. April werden die Q1-Zahlen erstmals zeigen, wie stark die Polen-Konsolidierung Ergebnis und Kapitalquote tatsächlich belastet. Institutionelle Investoren halten 57,6 Prozent der Anteile — BlackRock allein 5,05 Prozent. Ihre Reaktion auf die Dividendenabstimmung am 17. April und die anschließenden Quartalszahlen dürfte den Kurs in den kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.
Erste Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Erste Bank-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:
Die neusten Erste Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Erste Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Erste Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








