Rekordgewinn und drastisch gekürzter Dividende zugleich – die Erste Group liefert für 2025 ein auf den ersten Blick widersprüchliches Bild. Hinter diesem Kontrast steckt eine strategische Entscheidung mit weitreichenden Folgen: die bislang größte Übernahme der Wiener Bankengruppe. Morgen veröffentlicht das Institut seinen Jahresfinanzbericht 2025 – und der Markt dürfte die Details genau unter die Lupe nehmen.

Rekordgewinn finanziert Polens größte Bankentransaktion

Der Nettogewinn stieg 2025 auf 3,5 Milliarden Euro, nach 3,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro, außerhalb Österreichs sogar um 10,5 Prozent. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) erreichte 16,6 Prozent – solide Zahlen, die kaum Anlass zur Kritik bieten.

Doch genau dieses Ergebnis wurde zur Finanzierungsquelle für den nächsten Wachstumsschritt. Am 9. Januar 2026 schloss die Erste Group den Kauf eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska sowie 50 Prozent am Vermögensverwalter Santander TFI ab – für insgesamt 7 Milliarden Euro, vollständig aus Eigenmitteln. Es ist eine der größten grenzüberschreitenden Bankentransaktionen Europas der vergangenen Jahre und sichert der Gruppe den Zugang zum größten Bankenmarkt Zentraleuropas.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Erste Bank?

Die Folge für Aktionäre ist unmittelbar spürbar: Die Dividende für 2025 soll auf 0,75 Euro je Aktie sinken – nach 3,00 Euro für das Vorjahr. Die Ausschüttungsquote fällt damit von rund 50 bis 55 Prozent auf nur noch 10 Prozent. Kein Wunder, dass der Kurs seit Jahresbeginn rund 7 Prozent nachgegeben hat.

Was der Quartalsbericht Ende April zeigen wird

Das Rebranding von rund 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten zur „Erste Bank Polska" startet im zweiten Quartal 2026. Die Erstkonsolidierung ist mit den Zahlen zum ersten Quartal geplant – dann wird Polen erstmals sichtbar in der Rechnungslegung auftauchen. Dabei dürfte die harte Kernkapitalquote (CET1), die Ende 2025 bei starken 19,3 Prozent lag, um rund 460 Basispunkte sinken.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management eine RoTE von rund 19 Prozent an und einen Anstieg des Gewinns je Aktie von mehr als 20 Prozent – bereinigt um Einmaleffekte aus der Transaktion. Gleichzeitig sind die Belastungen konkret: rund 450 Millionen Euro an Bankensteuern und regulatorischen Abgaben, rund 180 Millionen Euro Integrationskosten für Polen sowie jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von rund 70 Millionen Euro nach Steuern.

Der Quartalsbericht am 30. April 2026 wird der erste harte Prüfstein sein – dann zeigt sich, ob operative Stärke, Integrationsaufwand und regulatorische Belastungen in der Summe die ambitionierten Gewinnziele tatsächlich tragen können.

Erste Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Erste Bank-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:

Die neusten Erste Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Erste Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Erste Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...