Morgen legt Energiekontor den geprüften Geschäftsbericht für 2025 vor — und der kommt zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren, die Finanzzahlen erzählen bislang eine andere Geschichte.

Rekordpipeline trifft gedämpfte Erträge

Das Bremer Unternehmen hat kurz vor dem Berichtstermin noch einmal ein operatives Signal gesetzt: Am 20. März erreichte das Windprojekt Bützfleth den Financial Close. Im niedersächsischen Landkreis Stade entstehen drei Enercon-Anlagen mit insgesamt rund 17 Megawatt Leistung — geplante Inbetriebnahme Ende 2027. Allein 2025 schloss Energiekontor 14 Projekte mit mehr als 350 Megawatt ab, ein Rekordwert. Insgesamt befinden sich aktuell 21 Projekte mit rund 640 Megawatt im Bau oder in der Bauvorbereitung.

Diese Stärke schlägt sich im Ergebnis 2025 noch kaum nieder. Zur Hauptversammlung im Juli 2025 hatte das Management noch 70 bis 90 Millionen Euro Vorsteuergewinn in Aussicht gestellt — am Ende blieb eine bestätigte Spanne von 30 bis 40 Millionen Euro, in etwa auf dem Niveau des Vorjahreswerts von 36,2 Millionen Euro. Der Grund: Ein Großteil der laufenden Projekte geht erst 2026 und überwiegend 2027 in Betrieb. Das Ziel von 120 Millionen Euro EBT bis 2028 hält das Management unverändert aufrecht.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Energiekontor?

Eigenbestand und Aktienrückkauf

Parallel baut Energiekontor den eigenen Kraftwerksbestand aus. Im Februar 2026 nahm der Repowering-Windpark Oederquart den Betrieb auf und hob die Eigenkapazität um 17 Megawatt auf rund 450 Megawatt. Weitere Parks im Bau sollen das Portfolio künftig auf über 680 Megawatt wachsen lassen.

Das laufende Aktienrückkaufprogramm hat bis zum 20. März 44.434 eigene Papiere eingesammelt. Der Rahmen erlaubt bis Ende Juni 2026 maximal 80.000 Aktien für bis zu 9,0 Millionen Euro.

Warburg senkt Kursziel, bleibt optimistisch

Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel vor den Zahlen deutlich von 106 auf 74 Euro gesenkt, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Analyst Philipp Kaiser sieht das Geschäftsmodell als intakt an, verweist jedoch auf ein erheblich schwierigeres Marktumfeld und eine belastende politische Gemengelage der vergangenen Jahre. Angesichts eines aktuellen Kurses von rund 34 Euro bleibt das Kursziel dennoch weit entfernt — rund 115 Prozent Aufwärtspotenzial impliziert Warburg damit.

Der Geschäftsbericht morgen dürfte zeigen, ob Energiekontor das gedämpfte Übergangsjahr 2025 überzeugend in den Kontext der wachsenden Projektpipeline einbetten kann. Am 13. Mai folgt die Q1-Zwischenmitteilung, am 27. Mai die Hauptversammlung — dann wird sich zeigen, wie weit die Pipeline bereits in handfeste Ergebnisse übergeht.

Energiekontor-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Energiekontor-Analyse vom 30. März liefert die Antwort:

Die neusten Energiekontor-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Energiekontor-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Energiekontor: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...