Eli Lilly steht derzeit zwischen positiven Analystenimpulsen, regulatorischem Gegenwind im US-Gesundheitssystem und wichtigen Weichenstellungen in der Pipeline. Im Zentrum stehen Anpassungen von Kurszielen, ein Konflikt um Rabattprogramme für Kliniken und die anstehende Entscheidung zu einem wichtigen Adipositas-Kandidaten.

Zu Wochenbeginn notiert die Aktie im Bereich von rund 1.062,75 US‑Dollar. Wie ordnen sich die neuen Einschätzungen und regulatorischen Themen in das starke operative Fundament ein?

Analysten passen Kursziele an

Heute hat Rothschild & Co. Redburn das Kursziel für Eli Lilly von 775 auf 830 US‑Dollar angehoben und gleichzeitig die Einstufung „Neutral“ bestätigt. Das neue Ziel liegt damit spürbar unter dem aktuellen Kursniveau.

Bereits am 20. Januar hatte Guggenheim-Analyst Seamus Fernandez sein „Buy“-Rating bekräftigt. Das Kursziel wurde dabei minimal von 1.163 auf 1.161 US‑Dollar reduziert. Inhaltlich bleibt die positive Langfristsicht damit unverändert.

Damit ergibt sich ein gemischtes Bild: Während Guggenheim weiter deutliches Potenzial nach oben sieht, signalisiert Rothschild & Co. Redburn aus Bewertungssicht Zurückhaltung auf dem aktuellen Niveau.

Streit um 340B-Rabattprogramm

Auf der regulatorischen Seite gerät Eli Lilly wegen Änderungen im 340B-Arzneimittelrabattprogramm unter Druck. Dieses US-Programm ermöglicht Kliniken und Einrichtungen im Gesundheitswesen den Bezug bestimmter Medikamente zu Sonderkonditionen.

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Die American Hospital Association (AHA) hat sich heute öffentlich an die Gesundheitsbehörde Health Resources and Services Administration (HRSA) gewandt. Ziel ist es, das geplante neue Rabattmodell von Eli Lilly zu stoppen, bevor es am 1. Februar in Kraft treten kann.

Kern der Kritik: Das Unternehmen will teilnehmen­den Kliniken aufgeben, für alle Präparate detaillierte Abrechnungsdaten an Eli Lilly zu übermitteln. Die AHA bewertet dies als einseitige und erhebliche Zusatzbelastung für Leistungserbringer.

Parallel dazu hat Eli Lilly eine neue Marketingkampagne unter dem Titel „My Focus“ gestartet. Sie soll das Stigma rund um Adipositas adressieren und die Position im Markt für Gewichtsabnahme-Medikamente stärken – ein Segment mit intensiver Konkurrenz, unter anderem durch Novo Nordisk.

Pipeline und FDA-Entscheidung

In der Pipeline rückt insbesondere der Wirkstoffkandidat orforglipron in den Blickpunkt. Es handelt sich um einen oralen GLP‑1-Kandidaten zur Behandlung von Adipositas.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Prüfungsfrist für orforglipron verlängert. Eine finale Entscheidung wird nun bis zum 10. April erwartet. Der neue Termin schiebt einen potenziell kursrelevanten Katalysator in das zweite Quartal.

Fundamentale Ausgangslage

Rückendeckung erhält die aktuelle Diskussion um Bewertung und Regulierung von starken Zahlen: Im dritten Quartal 2025 steigerte Eli Lilly den Umsatz im Jahresvergleich um 53,9 %. Der Konzern erzielte einen Gewinn je Aktie von 7,02 US‑Dollar bei Erlösen von 17,6 Milliarden US‑Dollar.

Diese Dynamik bildet den operativen Hintergrund für die jüngsten Nachrichten zu Regulierung, Marketingoffensive und Pipeline-Fortschritten.

Wichtige Punkte im Überblick

  • Rothschild & Co. Redburn: Kursziel angehoben von 775 auf 830 US‑Dollar, Einstufung „Neutral“ bestätigt (heute).
  • Guggenheim: Kursziel leicht gesenkt von 1.163 auf 1.161 US‑Dollar, „Buy“-Rating bestätigt durch Analyst Seamus Fernandez (20. Januar).
  • Aktueller Kurs: Rund 1.062,75 US‑Dollar zu Wochenbeginn.
  • 340B-Konflikt: AHA fordert HRSA auf, die neuen Datenanforderungen von Eli Lilly im 340B-Programm zu stoppen; Start des Modells ist für den 1. Februar geplant.
  • Pipeline: FDA-Entscheidung zu orforglipron als oralem Adipositas-Kandidaten nun bis spätestens 10. April erwartet.
  • Institutionelle Investoren: Harvey Capital Management und Lbp Am Sa haben im dritten Quartal 2025 ihre Positionen in Eli Lilly ausgebaut.

Der weitere Kursverlauf dürfte in den kommenden Monaten vor allem von der FDA-Entscheidung zu orforglipron und dem Ausgang des 340B-Streits geprägt werden, während die starke Ergebnisbasis aus 2025 den fundamentalen Rahmen setzt.

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