Ein neues Kartellverfahren, Verzögerungen bei einem wichtigen Zulassungskandidaten und zugleich strategische Investitionen in KI: Bei Eli Lilly treffen derzeit mehrere Entwicklungen aufeinander, die das Chance-Risiko-Profil der Aktie neu justieren. Entscheidend wird, wie sich die rechtlichen und regulatorischen Themen in den kommenden Monaten entwickeln.


Kartellklage um GLP‑1-Markt

Am 14. Januar hat Strive Compounding Pharmacy vor dem U.S. District Court für den Western District of Texas eine Kartellklage gegen Eli Lilly und Novo Nordisk eingereicht. Damit richtet sich der Vorwurf des „anticompetitive conduct“ nicht – wie zunächst teils berichtet – von Lilly gegen Dritte, sondern ausdrücklich gegen die beiden GLP‑1-Schwergewichte selbst.

Strive wirft Eli Lilly vor, Telemedizin-Anbieter über exklusive und restriktive Vereinbarungen an sich gebunden zu haben. Diese Verträge sollen verhindern, dass Patienten auf magistral hergestellte (compounded) Versionen von Tirzepatid zugreifen können. Nach Darstellung von Strive dämpft dies den Wettbewerb und schränkt den Zugang der Patienten ein.

Eli Lilly weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet die Klage als „in den Fakten und im Recht falsch“. Unabhängig vom Ausgang verdeutlicht der Fall den zunehmenden Konflikt zwischen großen Pharmakonzernen und der Compounding-Branche rund um den lukrativen GLP‑1‑Markt.


Orales Abnehmmedikament: FDA-Entscheidung verschoben

Parallel belastet eine Verzögerung im Zulassungsprozess für Orforglipron die Stimmung. Der orale Kandidat gilt als zentraler Baustein in Lillys Strategie im Adipositasmarkt.

Die Eckpunkte:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Eli Lilly?

  • Neue FDA-Entscheidungsfrist: 10. April 2026
  • Hintergrund: Trotz Priorisierung über einen „National Priority Voucher“ wurde die Frist nach hinten verschoben.
  • Wettbewerbssituation: Der Aufschub verschafft Konkurrent Novo Nordisk zusätzlichen Vorsprung mit eigenen oralen Formulierungen.
  • Kursreaktion: Die Aktie gab zu Wochenbeginn um rund 4,5 % nach, nachdem sich die Verzögerung erstmals abzeichnete. Der Markt hatte offenbar mit einem schnelleren Zulauf im Segment der oralen Adipositastherapien gerechnet.

Damit rückt der regulatorische Kalender stärker in den Fokus, zumal der Markt hohe Erwartungen an den Ausbau der GLP‑1‑Pipeline knüpft.


KI-Offensive mit Nvidia

Trotz dieser Gegenwinde treibt Lilly den Technikausbau voran. Am 12. Januar meldete das Unternehmen eine weitreichende Kooperation mit Nvidia.

Kernpunkte der Partnerschaft:

  • Aufbau eines gemeinsamen KI-Labors in der San-Francisco-Bay-Area
  • Geplantes Investitionsvolumen: bis zu 1 Mrd. US‑Dollar über fünf Jahre
  • Technologische Basis: Nvidias BioNeMo-Plattform

Ziel ist es, den Prozess der Wirkstoffentdeckung deutlich zu beschleunigen und Kosten entlang der F&E-Kette zu senken. Strategisch signalisiert Lilly damit eine klare Verschiebung hin zu KI-gestützter biotechnologischer Entwicklung und weg von rein klassischen F&E-Ansätzen.


Onkologie: Durchbruchstatus für neuen Kandidaten

Im Onkologie-Portfolio gab es zuletzt einen positiven Impuls. Am 21. Januar erhielt Sofetabart Mipitecan von der FDA den Status „Breakthrough Therapy Designation“.

Der Wirkstoff richtet sich gegen platina‑resistenten Eierstockkrebs. Mit der Einstufung ist ein beschleunigtes Entwicklungs- und Prüfverfahren verbunden. Für Lilly ist das zugleich ein Schritt zur Diversifizierung über die dominierende Stoffwechsel-Sparte hinaus und eröffnet potenziell Zugang zu einem margenstarken Marktsegment in der Krebsbehandlung.


Bewertung, Kennzahlen und Ausblick

Die Aktie zählt weiter zu den Schwergewichten im Gesundheitssektor – bei Bewertungsniveaus, die eine sehr hohe Messlatte an die operative Umsetzung legen.

  • Aktueller Kurs: ca. 1.064,29 US‑Dollar
  • Marktkapitalisierung: rund 1,01 Billion US‑Dollar
  • Nächste Quartalszahlen: Anfang Februar 2026 erwartet

Im Fokus stehen in den kommenden Wochen vor allem zwei Punkte: der weitere Verlauf der Strive-Kartellklage und die Einhaltung der neuen FDA-Frist für Orforglipron im April. Zugleich bleibt die langfristige Wachstumserzählung um Mounjaro und Zepbound bestehen, wird aber derzeit von zusätzlichen rechtlichen und regulatorischen Unsicherheiten überlagert, die sich im Bewertungsniveau der Aktie als spürbarer Risikoaufschlag niederschlagen.

Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Eli Lilly: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...