Am 10. April entscheidet die FDA über die Zulassung von Orforglipron — Lillys oraler GLP-1-Pille, die das Unternehmen als bequemere Alternative zu Injektionspräparaten positioniert. Gleichzeitig stemmt sich der Konzern mit einem historisch großen Investitionsprogramm gegen drohende Pharmazölle. Selten standen so viele Weichen gleichzeitig auf Umstellung.

Orforglipron: Die Pille mit Milliardenpotenzial

Anders als konkurrierende orale GLP-1-Optionen muss Orforglipron weder nüchtern eingenommen werden noch ist es ein Peptid-Wirkstoff — ein praktischer Vorteil gegenüber dem kürzlich lancierten oralen Pendant von Novo Nordisk. Die FDA hat dem Präparat einen Prioritätsgutschein erteilt, der eine beschleunigte Prüfung ermöglicht. Lillys CEO spricht von einem Verfahren, das „zügig voranschreitet".

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Klinische Daten untermauern die Erwartungen: In einer Phase-3-Studie über 72 Wochen nahmen Patienten, die nach einer GLP-1-Injektionstherapie auf Orforglipron wechselten, im Folgejahr weniger als ein Kilogramm zu. Zum Vergleich: Patienten, die von Zepbound auf kein Nachfolgemittel wechselten, legten fünf Kilogramm zu. Bei FDA-Zulassung soll das Medikament über Lillys Direktkanal ab 149 US-Dollar erhältlich sein. Marktforscher von GlobalData prognostizieren für 2031 einen Jahresumsatz von 13 Milliarden US-Dollar.

RBC Capital bestätigte am 16. März sein „Outperform"-Rating und verwies explizit auf die bevorstehende Zulassung als zentralen Kurstreiber. Ein aktualisiertes Kursziel stellte die Bank für nach der Zulassungsentscheidung in Aussicht.

50 Milliarden Dollar für den Heimatmarkt

Parallel zur regulatorischen Dynamik baut Lilly seine US-Produktion in einem Tempo aus, das in der Unternehmensgeschichte seinesgleichen sucht. Eine zusätzliche Investition von 27 Milliarden US-Dollar bringt das Gesamtvolumen seit 2020 auf über 50 Milliarden Dollar. Vier neue Produktionsstätten sind geplant, drei davon für Wirkstoffe. Konkret entstehen Anlagen in Texas und Alabama sowie eine Erweiterung in Puerto Rico — allesamt mit Blick auf Orforglipron.

Der strategische Hintergrund: Präsident Trump signalisierte, dass Unternehmen, die aktiv in US-Produktionskapazitäten investieren, von den angedrohten 100-Prozent-Zöllen auf im Ausland hergestellte Arzneimittel ausgenommen werden könnten. Lilly dürfte damit in einer vergleichsweise komfortablen Position sein.

Starkes Fundament, hohe Erwartungen

Die Finanzzahlen liefern die Grundlage für die ambitionierten Pläne: Im vierten Quartal 2025 erzielte Lilly einen Umsatz von 19,3 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 erwartet das Management zwischen 80 und 83 Milliarden Dollar Umsatz.

Die Bewertung spiegelt diese Wachstumserwartungen bereits vollständig wider. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt, was wenig Spielraum lässt, sollte das Wachstum hinter den Prognosen zurückbleiben. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 7,5 Prozent verloren und notiert damit spürbar unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Mit dem Zulassungsdatum für Orforglipron am 10. April steht der nächste große Prüfstein unmittelbar bevor. Eine Genehmigung würde Lilly direkt in den Wettbewerb mit Novo Nordisks oraler Wegovy-Variante katapultieren — und wäre zugleich der erste konkrete Beweis, ob die milliardenschwere Produktionsstrategie kommerziell aufgeht.

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