Electro Optic Systems hat mit den Zahlen für 2025 vor allem eines geliefert: einen sprunghaft gewachsenen Auftragsbestand. Genau das hat den Markt diese Woche elektrisiert. Doch hinter der neuen Zuversicht steckt auch ein klarer Haken: Operativ ist die Profitabilität noch nicht da, wo sie langfristig sein soll.

Der Kurstreiber: prall gefülltes Orderbuch

Der zentrale Punkt aus dem Bericht ist der Auftragsbestand. Zum Ende Dezember 2025 ist das unbedingte Orderbuch um 238% auf 459 Mio. AUD gestiegen – ein echter Sprung, der die Visibilität für künftige Umsätze deutlich erhöht.

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Dahinter stehen 18 neue Verträge mit einem Volumen von rund 420 Mio. AUD (im Vorjahr waren es etwa 70 Mio. AUD). Ein Highlight ist ein Exportauftrag aus den Niederlanden über 71 Mio. Euro für ein 100-Kilowatt-Hochenergielaser-System. Parallel hat das Unternehmen eine neue Produktionsstätte in Singapur eröffnet, um Kapazitäten für wichtige asiatische Märkte auszubauen.

Auch ein bedingter Vertrag in Südkorea (80 Mio. US-Dollar, etwa 120 Mio. AUD) spielte in der öffentlichen Debatte eine Rolle, nachdem Grizzly Research eine kritische Prüfung angestoßen hatte. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und betonte: Es gebe eine Anzahlung über 18 Mio. US-Dollar, der Rest sei über ein Akkreditiv abgesichert – und vor allem sei dieser Deal ausdrücklich nicht Teil des gemeldeten unbedingten Orderbuchs von 459 Mio. AUD.

Profit: Ja – aber mit Sonderfaktor

Auf den ersten Blick wirkt das Ergebnis stark: Der Nettogewinn drehte von Verlust auf plus 18,61 Mio. AUD. Der Kontext ist allerdings entscheidend, denn das Unternehmen meldete gleichzeitig einen bereinigten EBITDA-Verlust von 24,4 Mio. AUD.

Der Gewinn wurde vor allem durch einen Einmaleffekt gestützt: 91 Mio. AUD Gewinn aus dem Verkauf der Sparte EM Solutions. Genau dieser Verkauf erklärt auch, warum der Umsatz 2025 auf 128,5 Mio. AUD zurückging – zusätzlich wurden mehrere große Verträge erst spät im Jahr unterzeichnet und schlagen daher noch nicht voll in den Erlösen durch.

Marge rauf, Umsetzung wird zum Prüfstein

Operativ fiel dennoch ein klarer Fortschritt auf: Die Bruttomarge sprang auf 63% nach 48% im Vorjahr. Das Management hält dieses Niveau für grundsätzlich tragfähig und peilt für 2026 auf historischer Basis Margen von über 50% an – vorausgesetzt, das Orderbuch wird wie geplant in Auslieferungen und Umsätze umgewandelt.

Finanziell steht EOS nach eigenen Angaben solide da: schuldenfrei, mit 106,9 Mio. AUD Cash. Zusätzlich wird eine verbindliche Term-Finanzierung über 100 Mio. AUD vorbereitet, um beim Produktionshochlauf mehr Liquiditätspuffer zu haben. Strategisch soll zudem die Übernahme der MARSS Group (36 Mio. US-Dollar plus erfolgsabhängige Komponenten) das Portfolio im Anti-Drohnen-Bereich stärken – inklusive KI-Fähigkeiten und dem NiDAR Command-and-Control-System. Der Deal hängt allerdings noch an Kunden-, Regulierungs- und Exportfreigaben und soll im Kalenderjahr 2026 abgeschlossen werden.

Der Knackpunkt für 2026 ist damit klar definiert: Das Management erwartet, dass 40% bis 50% des Backlogs im Geschäftsjahr 2026 als Umsatz realisiert werden – das entspräche 180 bis 230 Mio. AUD. Gleichzeitig erinnerte der Bericht daran, dass 2025 trotz besserer Bruttomarge von EBITDA-Verlust und negativem operativem Cashflow geprägt war. Kann das Unternehmen den Sprung vom Vertragsabschluss zur sauberen Auslieferung wirklich in der Breite schaffen? Genau daran wird sich die Story 2026 messen lassen – mit einem geplanten Hochlauf der Lieferungen bis 2028.

An der Börse kam der Bericht zunächst gut an: Der Kurs liegt heute bei 5,44 € und damit 6,46% höher als gestern. Entscheidend wird nun weniger die Ambition als die Umsetzung sein – also ob aus dem großen Auftragspolster 2026 tatsächlich die angekündigten Umsätze und der Schritt Richtung Profitabilität werden.

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