Aviva forciert die Integration von Direct Line und setzt dabei auf eine konsequente Straffung des Portfolios. Mit der Einstellung erster Marken und einer deutlichen Anhebung der Synergieziele reagiert der Versicherungskonzern auf ein zunehmend schwieriges Marktumfeld im britischen Kfz-Sektor. Während die regulatorischen Hürden fallen, rücken nun die ambitionierten Sparvorgaben in den Fokus.

  • Kostensynergien: Ziel von 225 Mio. GBP bis 2028 nahezu verdoppelt.
  • Kapitalsynergien: Über 500 Mio. GBP bis Ende 2026 geplant.
  • Portfolio: Pay-per-Mile-Marke „By Miles“ eingestellt.
  • Marktumfeld: Branchenweite Schaden-Kosten-Quote von 111 % für 2026 prognostiziert.

Portfolio-Optimierung und regulatorische Fortschritte

Gestern bestätigte die Führungsebene von Aviva, dass die Performance der im Rahmen der 3,7 Milliarden Pfund schweren Transaktion erworbenen Marken aktiv überwacht wird. Im Zuge dieses Prozesses wurde die Marke „By Miles“ bereits eingestellt. Die Marktpositionierung weiterer Kernmarken wie Churchill und Green Flag steht weiterhin unter laufender Beobachtung.

Ein wesentlicher Fortschritt gelang auf regulatorischer Ebene: Im Januar 2026 genehmigte die Aufsichtsbehörde PRA den Widerruf des partiellen internen Solvenzmodells von Direct Line. Dies erlaubt die Berechnung nach der Standardformel – ein notwendiger Schritt zur vollständigen Integration in das interne Modell von Aviva und zur Optimierung der Kapitalstruktur.

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Sparziele deutlich angehoben

Die finanzielle Integration verläuft schneller als ursprünglich geplant. Aviva hob die Prognose für die jährlichen Kostensynergien bereits Ende letzten Jahres deutlich an. Das Unternehmen strebt nun Einsparungen von 225 Millionen Pfund bis 2028 an, was fast einer Verdopplung der ersten Schätzungen zum Zeitpunkt der Übernahme entspricht. Kann die beschleunigte Integration den branchenweiten Margendruck vollständig kompensieren?

Zusätzlich plant der Konzern, bis Ende 2026 Kapitalsynergien von insgesamt mehr als 500 Millionen Pfund zu realisieren. Diese Effizienzsteigerungen sollen die kumulierten Cash-Überweisungen stützen, die bis 2026 voraussichtlich 5,8 Milliarden Pfund übersteigen werden. Die Direct-Line-Assets sollen dabei einen signifikanten Beitrag zu den operativen Gewinnzielen des Gesamtkonzerns leisten.

Herausforderungen im Kfz-Versicherungsmarkt

Diese strategischen Schritte finden vor dem Hintergrund eines herausfordernden Umfelds für britische Kfz-Versicherer statt. Marktprognosen von EY deuten darauf hin, dass der Sektor 2026 versicherungstechnische Verluste verzeichnen könnte. Mit einer erwarteten Schaden-Kosten-Quote (Net Combined Ratio) von 111 % dürften die Ausgaben und Schadenzahlungen die Prämieneinnahmen im Gesamtmarkt deutlich übersteigen.

Obwohl die Prämiensätze im vergangenen Jahr um schätzungsweise 10 % sanken, erwartet die Branche für 2026 moderate Preiskorrekturen. Die anhaltende Schadeninflation und die zunehmende Komplexität von Fahrzeugreparaturen bleiben die primären Belastungsfaktoren für die Margen. Die Realisierung der versprochenen 500 Millionen Pfund an Kapitalsynergien bis Ende 2026 steht nun im Zentrum der Strategie, um diesem prognostizierten Druck auf die Profitabilität entgegenzuwirken.

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