Diginex Limited hat im Januar 2026 die Weichen neu gestellt: Gleich zwei Übernahmen, ein Führungswechsel an der Spitze und ein Joint Venture in Brasilien markieren den Strategieschwenk des ESG-RegTech-Anbieters. Mit der Akquisition von Plan A.earth für rund 55 Millionen Euro verstärkt sich das Londoner Unternehmen im wachsenden Markt für CO₂-Bilanzierung – und holt sich mit Gründerin Lubomila Jordanova eine neue CEO ins Haus.

Die wichtigsten Entwicklungen:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Diginex?

  • Übernahme von Plan A.earth für 55 Mio. Euro abgeschlossen (3 Mio. Cash, Rest in Aktien)
  • Lubomila Jordanova neue CEO, Mark Blick wechselt in Beraterfunktion
  • Joint Venture für ESG-Infrastruktur in Brasiliens Agrarsektor vereinbart
  • Umsatz in H1 FY2026 um 293% auf 2,0 Mio. USD gestiegen

Plan A-Deal bringt Visa und Deutsche Bank als Aktionäre

Die am 14. Januar 2026 abgeschlossene Übernahme von Plan A.earth umfasste eine Barzahlung von 3 Millionen Euro sowie 6,7 Millionen neue Diginex-Aktien im Wert von etwa 52 Millionen Euro. Durch die Aktienkomponente sind nun Visa und Deutsche Bank als neue Anteilseigner an Bord – ein Signal für die strategische Bedeutung des Deals.

Plan A.earth aus Berlin ist auf KI-gestützte CO₂-Bilanzierung und Dekarbonisierungsstrategien spezialisiert. Die Integration mit Diginex' ESG-Reporting-Plattform soll das Produktportfolio deutlich erweitern. Zusätzlich wurden leistungsabhängige Earn-Out-Zahlungen vereinbart: Bis zu 10 Millionen Euro für 2026 und bis zu 15 Millionen Euro für 2027, jeweils gekoppelt an definierte Umsatzziele.

Neue CEO übernimmt Expansion

Mit Lubomila Jordanova übernahm am 28. Januar 2026 die Gründerin von Plan A.earth den CEO-Posten bei Diginex. Der bisherige Chef Mark Blick wechselte in eine beratende Rolle. Die Personalie unterstreicht die Bedeutung der europäischen Expansion für Diginex – Jordanova kennt den dortigen Markt und die regulatorischen Anforderungen der EU-CSRD aus erster Hand.

Bereits am 8. Januar hatte Diginex zudem The Remedy Project Limited übernommen, einen Spezialisten für Menschenrechts-Due-Diligence in Lieferketten mit Sitz in Hongkong.

Brasilien-Projekt in der Pipeline

Am 23. Januar unterzeichnete Diginex ein Framework Agreement für ein Joint Venture mit BGlobal und dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Ziel ist der Aufbau einer digitalen ESG-Infrastruktur für die Agrarwirtschaft. Als Pilotprojekt ist der Rindfleischsektor vorgesehen – ein Bereich mit hoher Relevanz für Emissionsmessungen und Nachhaltigkeitsstandards.

Zahlen zeigen Wachstum bei steigenden Verlusten

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 (bis 30. September 2025) steigerte Diginex den Umsatz um 293 Prozent auf 2,0 Millionen USD. Der operative Verlust weitete sich jedoch um 43 Prozent auf 6,0 Millionen USD aus. Das Nettovermögen kletterte auf 10,9 Millionen USD (Vorjahr: 4,6 Mio. USD per 31. März 2025). Das Unternehmen weist keine verzinslichen Verbindlichkeiten aus. Im Oktober 2025 flossen durch die Ausübung von Warrants 13,8 Millionen USD in die Kasse.

Wie geht es weiter?

Der ESG-Softwaremarkt wird nach Branchenschätzungen bis 2030 auf 80 bis 100 Milliarden USD anwachsen. Verschärfte regulatorische Anforderungen wie die EU-CSRD und ISSB-Standards treiben die Nachfrage nach Compliance-Lösungen. Für Diginex hängt nun viel davon ab, ob die Integration der Januar-Akquisitionen gelingt und sich die Synergien zwischen ESG-Reporting und Carbon-Accounting materialisieren. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Umsatzschub aus den Zukäufen die gestiegenen Kosten rechtfertigt und die Earn-Out-Ziele in Reichweite rücken.

Diginex-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Diginex-Analyse vom 08. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Diginex-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Diginex-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Diginex: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...