Diginex startet mit einer ungewöhnlichen Gemengelage in die neue Woche: Auf der einen Seite treibt das Unternehmen seine Expansion im ESG-Bereich mit der Übernahme von PlanA.earth voran, auf der anderen Seite bauen Short-Seller ihre Wetten gegen die Aktie deutlich aus. Im Zentrum steht damit die Frage, ob die jüngsten Deals eher Chance oder Risiko für den angeschlagenen Titel sind.

Die Fakten im Überblick

  • Schlusskurs am Freitag: 2,12 USD, minus 2,30 %
  • Handelsvolumen: rund 2,2 Mio. Aktien (fast doppelt so viel wie im Durchschnitt)
  • Short Interest: Anstieg um 31,5 %
  • UBS erhöht Position um 562,8 % auf rund 46.141 Aktien
  • Volumen PlanA.earth-Übernahme: ca. 55 Mio. Euro, davon 3 Mio. Euro in bar, Rest in Aktien
  • Ausgabe von rund 6,7 Mio. neuen Aktien für den Deal

Short-Seller gegen Institutionelle

Am Freitag geriet der Kurs deutlich unter Druck und schloss bei 2,12 USD. Auffällig war der sprunghafte Anstieg des Handelsvolumens auf rund 2,2 Millionen Aktien, fast doppelt so viel wie üblich.

Parallel dazu legte das Short Interest um 31,5 % zu. Dieser deutliche Zuwachs wird als Signal gewertet, dass ein Teil des Marktes die aggressive Expansionsstrategie und die Belastung der Bilanz kritisch sieht. Die operative Verlustsituation verstärkt diese Einschätzung und macht die Aktie anfällig für Leerverkäufe.

Gleichzeitig zeigt sich ein anderes Bild auf institutioneller Seite. UBS hat ihre Position im letzten Berichtszeitraum um 562,8 % auf etwa 46.141 Aktien aufgestockt. Auch Geode Capital Management erhöhte seinen Anteil um 10 %. Diese gegenläufigen Strömungen – steigende Leerverkäufe bei gleichzeitigem Einstieg und Ausbau institutioneller Positionen – verstärken die Unsicherheit über die kurzfristige Kursrichtung.

Übernahme von PlanA.earth sorgt für Bewegung

Auslöser der aktuellen Volatilität ist der Abschluss eines zentralen strategischen Schrittes. Am Mittwoch meldete Diginex das vollständige Closing der Übernahme der deutschen PlanA.earth GmbH.

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Das Transaktionsvolumen liegt bei rund 55 Millionen Euro, davon 3 Millionen Euro in bar, der Rest in Form von Aktien. Dafür wurden etwa 6,7 Millionen neue Anteile ausgegeben. Diese Kapitalerhöhung verwässert den Bestand der bisherigen Aktionäre und bietet Arbitrage-Händlern kurzfristig Ansatzpunkte.

Strategisch soll der Zukauf die Position von Diginex als Anbieter integrierter ESG- und Carbon-Accounting-Plattformen in Europa stärken. Bereits am 8. Januar wurde zudem die Übernahme von The Remedy Project abgeschlossen, einem Spezialisten für Menschenrechte in Lieferketten. Die Bündelung von Dekarbonisierungs- und Compliance-Lösungen wird am Markt grundsätzlich positiv eingeschätzt, belastet aber vorerst die Kapitalstruktur.

Charttechnik und Umfeld bleiben schwierig

Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer angespannten Lage. Mit 2,12 USD notiert sie deutlich unter der 50-Tage-Linie von rund 8,24 USD. Das unterstreicht den übergeordneten Abwärtstrend. Solange keine stabile Bodenbildung erfolgt, behalten die Verkäufer die Oberhand.

Das Umfeld im Bereich Business Services und RegTech ist zusätzlich anspruchsvoll. Bei anhaltend hohen Zinsen legen Investoren mehr Gewicht auf Profitabilität als auf reines Umsatzwachstum durch Zukäufe. Da Diginex trotz deutlicher Umsatzzuwächse weiterhin operative Verluste ausweist, passt die Aktie genau in das Raster der Short-Seller, die auf weitere Schwäche setzen.

Konkreter Ausblick auf die Woche

Für die laufende Woche rückt die Marke von 2,00 USD in den Mittelpunkt. Ein Fall unter diese psychologisch wichtige Unterstützung könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen und zusätzliche Stop-Loss-Orders anstoßen.

Auf der anderen Seite eröffnet das deutlich gestiegene Short Interest in Kombination mit den positiven Nachrichten zum Closing der PlanA-Übernahme und dem Positionsausbau bei UBS die Möglichkeit eines Short Squeeze, falls der Kurs unerwartet anzieht. Entscheidend wird, ob es kurzfristig gelingt, Vertrauen in die Strategie zu festigen und den Kurs klar über der 2,00-USD-Marke zu stabilisieren.

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