Diginex expandiert per Übernahmen in den ESG-Softwaremarkt, doch die Börse straft den Titel ab. Innerhalb weniger Wochen ist der Kurs nahezu kollabiert, obwohl das Management gleich zwei Transaktionen gemeldet hat. Wie passt diese aggressive Wachstumsstrategie zu einer Aktie, die binnen drei Monaten fast ihren gesamten Wert verloren hat?

Kursentwicklung im freien Fall

Am europäischen Handelsplatz Tradegate lag der Kurs heute Abend bei rund 1,83 Euro und damit erneut im Minus. Noch deutlicher zeigt sich der Druck in den USA: An der NASDAQ (Ticker: DGNX) rutschte die Notierung zeitweise um mehr als 18 % ab und testete die Marke von 2,11 US-Dollar.

Die mittelfristige Bilanz fällt extrem schwach aus:

  • 1 Woche: ca. -38 %
  • 1 Monat: ca. -69 %
  • 3 Monate: ca. -89 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: rund -94,6 %

Damit hat die Aktie innerhalb eines Quartals fast 90 % an Wert eingebüßt und gehört zu den schwächsten Werten im aktuellen Tech-Umfeld.

Plan A und Remedy: ESG-Plattform per Akquisition

Operativ meldet Diginex dagegen intensive Expansionsschritte. Am Mittwoch wurde der Abschluss der Übernahme der PlanA.earth GmbH („Plan A“) bekannt gegeben. Der Kaufpreis für die Carbon-Accounting-Plattform liegt bei 55 Millionen Euro, umgerechnet etwa 64 Millionen US-Dollar.

Bereits am 9. Januar war die Akquisition von The Remedy Project Limited finalisiert worden. Beide Transaktionen folgen einer klaren Stoßrichtung: Diginex will eine führende, integrierte ESG-Plattform in Europa aufbauen. Durch die Kombination der eigenen Lösungen mit den Technologien von Plan A soll ein umfassendes Angebot für Nachhaltigkeitsdaten und RegTech-Dienstleistungen entstehen.

Marktreaktion: Misstrauen überlagert Strategie

Trotz dieser Nachrichten setzt sich der Kursrutsch ungebremst fort. Der Markt bewertet die Lage deutlich kritischer als es die Expansionsmeldungen vermuten lassen. Im Zentrum stehen dabei mehrere Faktoren:

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  1. Kapitalbedarf und Verwässerungsrisiko
    Der Kaufpreis von 55 Millionen Euro wirkt vor dem Hintergrund der aktuellen Marktkapitalisierung und Kursentwicklung schwer. Die Frage nach der Finanzierung steht im Raum, ebenso die Sorge vor einer möglichen Verwässerung der bestehenden Aktionäre.

  2. Schwaches Umfeld für ESG-Software
    Der gesamte Sektor für ESG-Software steht unter Druck. Diginex wird zudem als hochriskanter Micro-Cap gehandelt, was die Sensibilität gegenüber Kapitalmaßnahmen und Enttäuschungen erhöht.

  3. Technisch angeschlagener Chart
    Charttechnisch ist die Aktie in einem klaren Abwärtstrend. Wichtige Unterstützungszonen wurden unterschritten, ein stabiler Boden ist bislang nicht erkennbar.

Extreme Volatilität und hohes Volumen

Die Schwankungen bleiben erheblich. Einzelne Datenpunkte zeigten heute kurzfristig einen Anstieg von über 6 % auf fast 2 Euro, der jedoch umgehend wieder verkauft wurde. Dieses Muster unterstreicht die Nervosität im Handel.

Das Handelsvolumen erreichte in der Spitze mehr als 3,8 Millionen Stück und liegt damit deutlich über dem üblichen Niveau. Dieses hohe Volumen in Verbindung mit stark fallenden Kursen deutet auf einen fortgesetzten Ausverkauf hin.

Fazit: Risiko bleibt hoch

Die strategische Logik hinter den Zukäufen von Plan A und The Remedy Project ist klar auf Wachstum und Marktpositionierung im ESG-Bereich ausgerichtet. An der Börse dominiert jedoch die Sorge vor einer Liquiditäts- oder Bewertungskrise.

Solange die Aktie keine stabile Bodenbildung im Bereich von etwa 1,80 bis 2,00 US-Dollar erkennen lässt und der Verkaufsdruck anhält, bleibt das Risiko weiterer Verluste deutlich erhöht. Die extreme Diskrepanz zwischen aggressiver Akquisitionsstrategie und der aktuell vernichtenden Kursperformance prägt damit weiterhin das Bild für Diginex.

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