Der Bitcoin-Kurs bewegt sich Anfang März 2026 in volatilen Gewässern. Nach einem kräftigen Short Squeeze über die 69.000-Dollar-Marke steht die Kryptowährung zwischen geopolitischen Spannungen, schwachen ETF-Flows und einem drohenden technischen Warnsignal. Gleichzeitig beginnen große Miner, ihre Strategie zu ändern.

Short Squeeze treibt Kurs über 69.000 Dollar

Bitcoin legte am Montag nach einem schwachen Wochenende rund 5 Prozent zu und kletterte wieder über 69.000 Dollar. Der Grund: ein klassischer Short Squeeze. Trader, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, wurden zur Glattstellung gezwungen – und mussten Bitcoin zurückkaufen. Das verstärkte die Aufwärtsbewegung zusätzlich.

Mark Connors, Chief Investment Officer bei Risk Dimensions, dämpft allerdings die Euphorie: "Das ist kein Signal für den Marsch zurück auf 100.000 Dollar." Die wichtige Widerstandszone bei 75.000 Dollar bleibe intakt. Die Rally sei technisch getrieben, nicht fundamental untermauert.

Die Bewegung verdeutlicht die Fragilität der aktuellen Lage. Ohne nachhaltige Spot-Nachfrage könnten solche Erholungen schnell wieder verpuffen.

ETF-Zuflüsse kehren zurück – aber das große Bild bleibt düster

Am 3. März flossen 458 Millionen Dollar in die US-Bitcoin-Spot-ETFs – ein positives Signal nach wochenlangen Abflüssen. Doch der Blick auf die Gesamtentwicklung zeigt: Das verwaltete Vermögen in diesen ETFs ist innerhalb eines Monats von 110,92 auf 89,02 Milliarden Dollar gefallen. Das entspricht einem Rückgang von fast 20 Prozent.

Diese Entwicklung ist brisant, denn die ETFs galten lange als wichtige Kaufkraft hinter den Bitcoin-Rallys der vergangenen Monate. Ihr Rückzug entzieht dem Markt eine zentrale Stütze. Zwar zeigen einzelne Tage wieder Zuflüsse, doch ob das nachhaltig ist, bleibt offen.

Parallel dazu steigen Open Interest und Liquidationscluster rund um 65.000 und oberhalb von 70.000 Dollar. Das deutet auf erhöhte Verwundbarkeit hin, sollte der Kurs in eine dieser Zonen abtauchen.

Miner ändern ihre Bitcoin-Strategie

MARA Holdings, der zweitgrößte institutionelle Bitcoin-Halter mit 53.822 BTC im Wert von 3,6 Milliarden Dollar, hat seine Treasury-Politik angepasst. Das Unternehmen darf nun Bitcoin verkaufen, wenn geschäftliche Gründe dies erfordern. Bislang verfolgte MARA eine strikte Hold-Strategie. Doch seit der zweiten Jahreshälfte 2025 laufen Verkäufe, und auch 2026 soll es weitergehen.

Hintergrund ist die Expansion ins KI-Geschäft. MARA reagiert damit auf den Druck durch das Bitcoin-Halving im April 2024 und die gestiegene Netzwerk-Schwierigkeit. 2025 wurden nur noch 8.799 BTC geschürft, gegenüber 9.430 BTC im Vorjahr.

Auch Core Scientific kündigte an, den Großteil seiner Bitcoin-Bestände 2026 zu verkaufen. Im Januar wurden bereits 1.900 BTC für rund 175 Millionen Dollar abgestoßen. Die Strategie-Änderungen der Miner könnten mittelfristig zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Geopolitik und Zinspolitik belasten

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Die US-Luftschläge gegen den Iran ließen Bitcoin am Wochenende zunächst auf 66.000 Dollar fallen. Die Sorge vor einer Schließung der Straße von Hormus trieb die Volatilität nach oben. Am Montag erholte sich der Kurs zwar wieder, doch die Unsicherheit bleibt.

Hinzu kommen neue US-Zölle unter Präsident Trump, die auf die Aktienmärkte drücken. Eine Zinssenkung der Fed im März gilt nun als ausgeschlossen. Das Umfeld für risikobehaftete Assets wie Bitcoin bleibt angespannt.

Death Cross rückt näher

Ein technisches Warnsignal deutet sich an: Der 50-Tage-Durchschnitt könnte in Kürze unter den 200-Tage-Durchschnitt fallen – ein sogenanntes Death Cross. Historisch ging dieses Muster oft mit scharfen Korrekturen einher.

Zumindest steht Bitcoin noch über seinem 200-Wochen-Durchschnitt, den viele Langfristinvestoren als strukturelle Unterstützung betrachten. Die Marktstimmung ist dennoch angespannt: Der Fear & Greed Index verharrt seit drei Wochen in extremer Angst. Auf Polymarket wetten 62 Prozent der Nutzer darauf, dass Bitcoin in diesem Jahr unter 50.000 Dollar fällt.

Steven McClurg, CEO von Canary Capital, rechnet im Sommer mit einem Rückfall auf 50.000 Dollar: "2026 erwarte ich als Bären-Phase im Vierjahreszyklus." Standard Chartered teilt diese Einschätzung.

Institutionelle Akkumulation im vierten Quartal

Während die Stimmung eingetrübt ist, häufen manche institutionelle Anleger weiter an. Zwei große Investmentfirmen aus Abu Dhabi kauften im vierten Quartal 2025 massiv in den iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock. Mubadala Investment fügte fast vier Millionen Anteile hinzu und hält nun 12,7 Millionen Shares – das während Bitcoin im Quartal 23 Prozent verlor.

Gemeinsam hielten die beiden Fonds Ende 2025 Bitcoin im Wert von über einer Milliarde Dollar. Nach dem erneuten Kursverlust von 23 Prozent seit Jahresbeginn ist dieser Wert mittlerweile auf rund 800 Millionen Dollar geschrumpft. Ob sie 2026 weiter zugekauft haben, ist unklar.

Auch Wale zeigen Haltebereitschaft: Wallets mit 100.000 bis 1.000.000 BTC erhöhten ihre Bestände Mitte Februar von 676.540 auf 690.000 BTC – und haben seitdem nicht verkauft.

Ausblick: Zwischen Erholung und Abwärtstrend

Bitcoin steht an einem Scheideweg. Der Short Squeeze hat für kurzfristige Erleichterung gesorgt, doch die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Geopolitische Risiken, eine abwartende Notenbank, schwache ETF-Flows und veränderte Miner-Strategien lasten auf dem Kurs.

Ob die Erholung Anfang März der Auftakt zu einer nachhaltigen Trendwende ist oder nur eine technische Gegenbewegung innerhalb eines größeren Abwärtstrends, ist die zentrale Frage für das zweite Quartal 2026. Das drohende Death Cross und die extreme Marktangst sprechen eher für Vorsicht.

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