Liebe Leserinnen und Leser,

es ist ein Montag der leeren Stühle. Während China das Jahr des Pferdes begrüßt und die Wall Street ihre Präsidenten feiert, herrscht auf dem Frankfurter Parkett jene trügerische Ruhe, die erfahrene Händler instinktiv misstrauisch macht.

Der DAX wirkt heute wie ein Bergsteiger, der kurz vor dem Gipfelkreuz in ein Sauerstoffloch gerät. Ohne den Schub aus New York fehlt die Kraft für den historischen Schritt über die 25.000er-Marke. Doch lassen Sie sich von der Umsatzflaute nicht täuschen: Während die Kurse seitwärts laufen, werden in den Konzernzentralen Fakten geschaffen, die weit über diesen Brückentag hinausreichen.

Der DAX im Standby-Modus

Der deutsche Leitindex probt den Aufstand gegen die Schwerkraft, scheitert aber an der eigenen Courage – und am fehlenden Volumen. Zur Mittagszeit notiert das Barometer bei 24.913 Punkten (-0,05 Prozent). Der morgendliche Ausflug auf 25.020 Zähler entpuppte sich schnell als Muster ohne Wert.

Die technische Situation bleibt fragil. Charttechniker mahnen, dass ein erneutes Abprallen an der Zone um 25.050 Punkte den Index zurück in die Konsolidierung zwingen könnte. Ohne die Liquidität der US-Investoren ist der Ausbruch heute kaum mehr als eine akademische Übung.

Auffällig ist die Rotation im Markt: Siemens (-2,6 Prozent), letzte Woche noch gefeiert, muss Federn lassen. Das Kapital fließt stattdessen in die Banken: Commerzbank und Deutsche Bank legen gegen den Trend fast zwei Prozent zu – die Spekulationen um die strategische Neuaufstellung der Commerzbank gegenüber der UniCredit halten das Feuer am Lodern. Ein böses Erwachen erlebt dagegen Flatexdegiro: Nach einem gestrichenen Kaufvotum rutscht der Broker um über vier Prozent ab.

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Die aktuellen Marktrotationen zeigen deutlich: Zu viele Positionen im Depot verwässern die Rendite. Jörg Mahnert, Chefredakteur des neuen 10x10 Depots, verfolgt einen radikal anderen Ansatz – er konzentriert sich auf die 10 stärksten Momentum-Aktien weltweit. In seinem kostenlosen Webinar erklärt er, warum sein fokussiertes System im vergangenen Jahr über 400 % Performance erreichte, während breit diversifizierte Depots im Durchschnitt verharrten. Sie erfahren konkret, wie Sie Verlierer-Aktien identifizieren und durch echte Gewinner ersetzen. Mahnert zeigt zudem, wie Sie mit optionalen Hebeln zusätzliche Renditechancen nutzen können, ohne die Basis-Strategie zu gefährden. Das Webinar findet live statt und bietet Ihnen die Möglichkeit, die aktuelle 10x10 Depot-Liste einzusehen. Details zur 10x10 Momentum-Strategie

Strategiewechsel: SAP zieht die Kampfstiefel an

Während in Frankfurt auf die Nachkommastellen gestarrt wird, vollzieht sich in München eine stille Revolution, die perfekt zu den gestern im Bayerischen Hof diskutierten Sicherheitsrisiken passt. SAP, lange Zeit der Inbegriff ziviler Unternehmenssoftware, entdeckt seine olivgrüne Ader.

Der Walldorfer Konzern eröffnet einen Defense Innovation Hub in München. Das Timing könnte kaum symbolträchtiger sein. Parallel zur Sicherheitskonferenz positioniert sich SAP als digitales Rückgrat der europäischen Verteidigung.

Die Analyse:
Strategisch ist dieser Schritt von CEO Christian Klein brillant. Er verknüpft den aktuellen Hype um „Business-KI" mit der einzigen Branche, deren Budgets in Europa auf Jahre hinaus garantiert wachsen werden: der Rüstung. Durch die Schmiedung einer „Trusted Tech Alliance" sichert sich SAP den Zugang zu staatlichen Töpfen, die deutlich konjunkturunabhängiger fließen als das klassische ERP-Geschäft. Flankiert wird diese Neuausrichtung von einem Aktienrückkaufprogramm über 2,6 Milliarden Euro – ein starkes Signal an die Aktionäre, die Volatilität auszusitzen.

Makro-Warnung: Japans Konsum-Kollaps

Wer wissen will, wie es um die Weltwirtschaft wirklich steht, muss heute an den geschlossenen US-Börsen vorbei nach Asien blicken. Die BIP-Zahlen aus Japan für das vierte Quartal 2025 sind mehr als nur eine Enttäuschung – sie sind ein Warnschuss.

Die Wirtschaft wuchs annualisiert nur um 0,2 Prozent; Analysten hatten mit 1,6 Prozent gerechnet. Der private Konsum stagniert fast vollständig (+0,1 Prozent), erstickt von hohen Lebensmittelpreisen.

Die Relevanz für Ihr Depot:
Japan dient oft als Seismograph für alternde Industrienationen. Die Parallelen zu Deutschland sind unübersehbar: Eine schwächelnde Binnennachfrage trifft auf Gegenwind im Export. Die US-Zölle von 15 Prozent, die Japan bereits im dritten Quartal trafen, entfalten nun ihre volle Bremswirkung. Für deutsche Exportwerte wie Mercedes-Benz, die bereits mit China-Schwäche kämpfen, ist das japanische Datenbild eine weitere Bestätigung: Der globale Handelsmotor stottert nicht nur, er hat Aussetzer.

Rohstoffe & Krypto: Warten auf Godot (und den Iran)

Auch abseits der Aktienmärkte dominiert das Abwarten.

  • Öl: Die Notierungen für Brent ($67,54) und WTI ($62,68) bröckeln leicht ab. Der Markt hat den Dienstag im Visier. Dann gehen die Gespräche zwischen den USA und dem Iran in die nächste Runde. Es ist eine binäre Wette: Ein diplomatischer Durchbruch drückt die Preise, ein Scheitern lässt die Risikoprämie explodieren.
  • Bitcoin: Die Kryptowährung klebt förmlich an der 68.000-Dollar-Marke. Analysten identifizieren hier eine massive Widerstandszone bis 72.000 Dollar. Ohne den US-Handel fehlt auch hier der Trigger für den nächsten Impuls.

Das Fazit

Dieser Montag ist ein Tag des Durchatmens, aber kein Tag der Entspannung. Die geringen Umsätze an der Börse übertünchen nur kurzzeitig die strukturellen Risse, die sich auftun: Die japanische Wachstumsschwäche und die Neuausrichtung deutscher Tech-Giganten auf die Rüstungsindustrie sind Trends, die bleiben.

Genießen Sie die Ruhe an den Märkten heute. Ab morgen, wenn die Wall Street zurückkehrt und die Händler die Ergebnisse der Münchner Sicherheitskonferenz sowie die anstehenden US-Iran-Gespräche einpreisen müssen, dürfte es mit der Stille vorbei sein.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in diese verkürzte Börsenwoche.

Herzlichst,

Ihr

Eduard Altmann