Die Deutsche Bank hat für 2025 das beste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte abgeliefert: 9,7 Milliarden Euro – 84 Prozent mehr als im Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn kletterte auf 6,1 Milliarden Euro, der höchste Wert seit 2007. Doch der Triumph wird von einer Razzia überschattet.

Am Tag vor der Bilanzpressekonferenz durchsuchten Ermittler die Frankfurter Zentrale und Berliner Geschäftsräume. Der Verdacht: Geldwäsche im Zusammenhang mit Transaktionen zwischen 2013 und 2018. Im Fokus stehen Geschäftsbeziehungen zum verschachtelten Firmengeflecht des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch, der seit 2022 auf der EU-Sanktionsliste steht. Ausgangspunkt ist eine angeblich verspätet eingereichte Verdachtsmeldung.

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Altbekanntes Problem kehrt zurück

Für Deutschlands größtes Geldhaus ist das kein neues Terrain. Wiederholt gab es Bußgelder wegen unzureichender Geldwäschekontrollen. Bis Ende 2024 überwachte die Bafin per Sonderbeauftragtem die Fortschritte des Instituts bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. CEO Christian Sewing betonte, die Bank habe in den vergangenen zehn Jahren „enorm" in Kontrollen investiert – eine Garantie gegen Fehler gebe es aber nicht.

Sewing verspricht volle Kooperation mit den Behörden, hält sich zu Details jedoch bedeckt: „Die Untersuchungen laufen jetzt, damit setzen wir uns auseinander." An seiner Strategie will er festhalten: „Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen."

Alle Sparten im Plus

Das operative Geschäft lief 2025 ausgesprochen rund. Die Investmentbank steigerte ihr Vorsteuerergebnis um ein Fünftel auf vier Milliarden Euro und blieb größter Ertragsbringer. Das Handelsgeschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Devisen legte um 7 Prozent zu. Auch Unternehmens- und Privatkundenbank samt Postbank verbesserten ihre Ergebnisse deutlich. Die Fondstochter DWS lieferte ebenfalls ein Rekordergebnis ab.

Die Eigenkapitalrendite erreichte 10,3 Prozent und erfüllte damit das Ziel von über 10 Prozent. Die Gesamterträge stiegen um 7 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2024 hatte die Bank vor Steuern nur 5,3 Milliarden Euro verdient, belastet durch Entschädigungen früherer Postbank-Aktionäre.

Ambitionierte Ziele bis 2028

Der Vorstand schraubt die Messlatte weiter nach oben. Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite auf über 13 Prozent klettern – ein Ziel, das Analysten für ambitioniert halten. Die Erträge sollen auf 37 Milliarden Euro wachsen, die Kostenquote unter 60 Prozent sinken. Gleichzeitig plant die Bank 2 Milliarden Euro Einsparungen bei gleichzeitigen Investitionen in Technologie und Wachstum.

Für 2026 peilt das Institut Einnahmen von rund 33 Milliarden Euro an. Die Kosten dürften wegen hoher Investitionen allerdings leicht steigen.

Aktionäre profitieren

Die Dividende steigt um 50 Prozent auf einen Euro je Aktie. Zusätzlich hat die Bank die Genehmigung für Aktienrückkäufe im Volumen von einer Milliarde Euro erhalten. Trotzdem reagierte die Börse verhalten: Die Aktie verlor zunächst 1,7 Prozent und drehte erst im Tagesverlauf leicht ins Plus. Auf Jahressicht steht allerdings ein Kursgewinn von fast zwei Dritteln zu Buche.

Sewing übernahm 2018 das Ruder in der tiefsten Krise der Bank. Mit massivem Stellenabbau und der Verkleinerung der Investmentbank brachte er das Institut zurück auf Kurs. 2025 war das sechste Jahr in Folge mit Gewinn. Ob die erneuten Geldwäsche-Ermittlungen den Aufwärtstrend bremsen, bleibt abzuwarten.

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