Deutsche Bank Aktie: Ärger in Washington
Geopolitik trifft Finanzmarkt: Ein Analysten-Kommentar hat für so viel Unmut im US-Finanzministerium gesorgt, dass CEO Christian Sewing persönlich zum Hörer greifen musste. Mitten in einer ohnehin angespannten Marktphase zwischen Europa und den USA sorgt dieser diplomatische Fehltritt für zusätzliche Unruhe bei Anlegern. Gerät der Kurs kurz vor den wichtigen Jahreszahlen dadurch weiter unter Druck?
- Auslöser: Analysten-Notiz zu US-Staatsanleihen verärgert US-Regierung.
- Intervention: CEO Sewing distanziert sich bei US-Finanzminister Bessent.
- Termin: Geschäftsbericht 2025 folgt am 29. Januar.
Diplomatischer Drahtseilakt
Das Frankfurter Geldhaus findet sich ungewollt im Zentrum geopolitischer Spannungen wieder. Stein des Anstoßes war eine Research-Notiz des Analysten George Saravelos. Dieser hatte auf einen möglichen Hebel europäischer Investoren hingewiesen, die im Kontext des aktuellen Grönland-Streits US-Staatsanleihen im Wert von geschätzten 8 Billionen US-Dollar abstoßen könnten. In Washington sorgte dieses Gedankenspiel für erhebliche Verstimmung.
US-Finanzminister Scott Bessent reagierte scharf auf die Analyse, was die Sorge vor einer Verschlechterung der Beziehungen nährte. Um eine Eskalation zu vermeiden, sah sich Christian Sewing gezwungen, direkt einzugreifen. Der Konzernchef kontaktierte Bessent telefonisch, um die Bank offiziell von der Einzelmeinung des Analysten zu distanzieren und Wogen zu glätten. Dieser Vorfall verdeutlicht die aktuelle Nervosität der Märkte bezüglich möglicher "Sell America"-Szenarien und Kapitalabflüsse aus dem Dollar-Raum.
Charttechnik und Marktreaktion
Die Aktie zeigt sich im heutigen Handel bei einem Kurs von 32,92 Euro mit einem minimalen Abschlag von 0,03 Prozent relativ stabil, wenngleich die Nervosität spürbar bleibt. Der Titel befindet sich bereits seit einigen Wochen in einer Korrekturphase, was der Rückgang von 16,70 Prozent auf 30-Tages-Sicht unterstreicht.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 39,66 Euro, das erst Ende Dezember markiert wurde, hat sich das Papier inzwischen rund 17 Prozent entfernt. Marktbeobachter werten die aktuelle Stabilisierung im Bereich des 50-Tage-Durchschnitts (32,60 Euro) als wichtiges Signal. Ein Bruch dieser Zone könnte weitere Verkäufe auslösen, während der RSI mit 55,9 derzeit keine extremen Überkauft- oder Überverkauft-Situationen anzeigt.
Operativ lief das Geschäft indes weiter: Ungeachtet der politischen Unruhe veröffentlichten die Analysten der Bank neue Einschätzungen, darunter eine Hochstufung für Applied Materials und eine Herabstufung für Sherwin-Williams.
Blick auf die Zahlen
Der politische Fauxpas dürfte bald von fundamentalen Daten in den Hintergrund gedrängt werden. Am kommenden Donnerstag, den 29. Januar 2026, öffnet die Deutsche Bank ihre Bücher für das Geschäftsjahr 2025. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 3,04 Euro sowie einer Dividendenprognose von 1,00 Euro für das laufende Jahr. Gelingt es Sewing, das Vertrauen in Washington wiederherzustellen und gleichzeitig solide Zahlen zu liefern, könnte die jüngste Korrektur ein Ende finden.
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