DeFi Technologies steckt in einer widersprüchlichen Lage: Die operative Entwicklung der Tochter Valour läuft stark, gleichzeitig wächst der Druck durch Sammelklagen in den USA. Der Markt taxiert die Aktie aktuell eher abwartend – zwischen solider Produktbasis und rechtlichen Risiken.

  • Valour meldet Rekord-Nettozuflüsse im Geschäftsjahr 2025
  • 2025er-Umsatzprognose im November deutlich gesenkt, Aktie brach daraufhin ein
  • Mehrere Sammelklagen wegen angeblich irreführender Aussagen anhängig
  • Wichtige Frist im US-Verfahren läuft Ende Januar 2026 aus

Heute notiert die Aktie bei rund 1,10 US-Dollar und damit seitwärts. Die Bewertung spiegelt eine deutlich gedrückte Marktkapitalisierung wider.

Valour mit Rekordzuflüssen

Trotz eines von DeFi Technologies als „Bärenmarkt“ beschriebenen Umfelds für digitale Assets meldete die Tochter Valour Inc. sehr starke operative Kennzahlen. Am 13. und 14. Januar bestätigte das Unternehmen, dass 2025 das beste Jahr in der Geschichte von Valour bei den Nettozuflüssen war.

Für das Geschäftsjahr 2025 summierten sich die Nettozuflüsse auf rund 138,2 Millionen US-Dollar. Allein das vierte Quartal steuerte davon schätzungsweise 22,0 Millionen US-Dollar bei. Das unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des ETP-Geschäfts, obwohl die Märkte für Krypto-Assets insgesamt schwankungsanfällig blieben.

Zentrale Kennzahlen, die dieses Wachstum stützen:

  • Assets under Management (AUM): rund 989,1 Mio. US-Dollar per 30. September 2025
  • Produktpalette: 102 gelistete ETPs
  • Ertragsprofil: gemischte Rendite aus Management- und Staking-Gebühren von etwa 5–7 %

Diese Zahlen stehen im klaren Kontrast zur Stimmung rund um die Aktie seit Ende 2025 und zeigen, dass das Kerngeschäft weiter Kapital anzieht.

Sammelklagen nach Prognose-Korrektur

Auf der anderen Seite steht eine Serie rechtlicher Schritte, die sich Mitte Januar 2026 nochmals zugespitzt hat. Mehrere Anlegerkanzleien – darunter The Schall Law Firm, Rosen Law Firm und Pomerantz LLP – informierten über Sammelklagen vor einem Bundesgericht im Eastern District of New York.

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Ausgangspunkt sind die deutliche Senkung des Ausblicks im November 2025 und die damit verbundenen Vorwürfe. Die Klagen beziehen sich auf den Zeitraum vom 12. Mai 2025 bis 14. November 2025. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, falsche oder irreführende Aussagen getroffen zu haben, unter anderem zu:

  1. Status und Verzögerungen der Arbitragestrategie „DeFi Alpha“
  2. Einschätzung des Wettbewerbs im Bereich Digital Asset Treasury (DAT)
  3. Umsetzbarkeit der Umsatzprognose für 2025

Der Streit eskalierte mit der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal 2025 am 14. November. DeFi Technologies meldete damals einen Umsatzrückgang von knapp 20 Prozent und kürzte die Jahresprognose 2025 deutlich – von zuvor 218,6 Millionen US-Dollar auf rund 116,6 Millionen US-Dollar.

Nach der Veröffentlichung und dem Rücktritt des damaligen CEO Olivier Roussy Newton verlor die Aktie am 17. November 2025 rund 27,6 Prozent und fiel auf 1,05 US-Dollar. Die Frist für Anleger, sich bis zum 30. Januar 2026 als Hauptkläger in der Sammelklage zu bewerben, hält das Thema rechtlicher Risiken weiter präsent.

Bewertung und Umfeld

Im aktuellen Umfeld nimmt DeFi Technologies eine besondere Rolle im Schnittfeld von Fintech und Krypto-Assets ein. Während viele Wettbewerber mit Kundenzahlen kämpfen, deuten die stabilen Zuflüsse bei Valour auf anhaltendes Interesse an den ETP-Produkten hin. Die Ausweitung auf über 100 Listings zeigt eine ambitionierte Expansionsstrategie, die operativ umgesetzt wird.

Dem steht ein massiver Vertrauensverlust durch die verfehlte 2025er-Prognose gegenüber. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei etwa 418 Millionen US-Dollar und damit deutlich unter den Höchstständen des vergangenen Jahres (52-Wochen-Hoch: 4,95 US-Dollar). Der starke Kontrast zwischen der früheren Prognose von 218,6 Millionen US-Dollar und der späteren Erwartung von 116,6 Millionen US-Dollar ist der zentrale Konfliktpunkt für viele Aktionäre.

Auch sektorweit ist das Bild gemischt. DeFi Technologies verweist zwar auf ein Bärenmarkt-Umfeld, gleichzeitig zeigt etwa der jüngste Abschluss eines 250-Millionen-US-Dollar-Fonds von HashKey Capital, dass weiter signifikante Mittel in Blockchain-Infrastruktur fließen. Das stützt die langfristige Investmentthese für den Sektor, auch wenn einzelne Titel unter Druck stehen.

Blick auf die nächsten Wochen

Für den Markt stehen kurzfristig zwei Themen im Vordergrund. Mit dem Ablauf der Frist am 30. Januar 2026 könnte die Flut neuer Klageankündigungen abebben, was den Nachrichtenfluss wieder stärker auf die operative Entwicklung lenken würde. Parallel dazu wird entscheidend sein, ob das Zuflussmomentum aus dem vierten Quartal 2025 im ersten Quartal 2026 gehalten werden kann.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie um 1,10 US-Dollar und damit knapp über dem 52-Wochen-Tief von 0,73 US-Dollar. Der nächste Quartalsbericht wird zum Test, ob die deutlich reduzierte Prognose übertroffen werden kann – und damit ein erster Schritt, um verlorene Management-Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

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