DAX: Quartalsflut stützt
Der deutsche Leitindex tut sich schwer mit dem Sprung über die 25.000-Punkte-Marke. Dabei liefern die Unternehmen durchweg solide Zahlen – Siemens, Commerzbank und Siemens Energy überzeugten gestern die Anleger. Doch ein entscheidender Impuls fehlt.
Am Donnerstagmorgen notiert der DAX rund 1,3 Prozent höher bei 25.206 Punkten. 24 der 40 Werte zeigen sich freundlich, angeführt von Siemens mit einem Plus von knapp 7 Prozent nach angehobener Prognose. Auch die Commerzbank legt über 4 Prozent zu. Auf der Verliererseite dominiert Mercedes-Benz mit einem Minus von 3,8 Prozent.
Positive Zahlen, verhaltene Stimmung
Die Quartalssaison zeichnet ein erstaunlich robustes Bild der deutschen Wirtschaft. Siemens legte heute nach, nachdem bereits gestern Siemens Energy und die Commerzbank überzeugt hatten. Das Signal: Die europäische Industrie stabilisiert sich auf niedrigem Niveau. Rüstungsausgaben und Infrastrukturinvestitionen in Automatisierung und Stromnetze wirken stützend.
Doch die Euphorie bleibt aus. Das liegt an der Gemengelage widersprüchlicher Signale. In den USA zeigen Arbeitsmarktdaten ein unklares Bild – starke Headline-Zahlen, aber regelmäßige Abwärtsrevisionen in den Folgemonaten. Die heute anstehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe könnten Klarheit bringen.
Bewertung am Limit
Ein Blick auf die Kennzahlen ernüchtert: Der DAX steht bei Kurs-Buchwert und Kurs-Umsatz an historischen Hochpunkten. Das Aufwärtspotenzial ist damit begrenzt. Zudem fehlt dem Index die Dynamik des Vorjahres – der Jahresstart 2026 verlief deutlich verhaltener als 2025.
Die Stimmung der Profis bleibt verhalten. Laut der aktuellen Umfrage der Börse Frankfurt sind 36 Prozent der institutionellen Anleger neutral positioniert – sie warten an der Seitenlinie. Immerhin: Nur rund 6 Prozent haben zuletzt Gewinne mitgenommen oder Short-Positionen aufgebaut. Die sentimenttechnische Lage gilt als leicht positiv.
KI-Hype überschattet alles
Der eigentliche Treiber der Märkte sitzt jenseits des Atlantiks. Die massiven KI-Investitionen der Tech-Giganten binden enorme Liquidität. Die geplanten Börsengänge von OpenAI und Anthropic im zweiten Halbjahr dürften die Situation weiter verschärfen. Dazu kommt der designierte Fed-Chef Kevin Warsh, der als Geldpolitik-Hardliner gilt und eine restriktivere Haltung bei der Liquiditätsversorgung einnehmen könnte.
Für den DAX bedeutet das: Solange keine klaren positiven Impulse kommen, bleibt das Ringen um die 25.000-Punkte-Marke ein zähes Geschäft. Die Zahlen stimmen, doch die großen Kapitalströme fließen woanders hin.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 12. Februar liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








