Daimler Truck Aktie: Analysten zuversichtlich
Zwei große Investmentbanken sehen Daimler Truck deutlich positiver, während der Markt noch zögert. Im Zentrum steht die Frage: Setzt sich die optimistische Analystensicht bald auch im Kurs durch?
Analysten heben Kursziele deutlich an
Morgan Stanley zählt die Aktie inzwischen zu ihren „Top Picks“ im europäischen Industriebereich. Das Kursziel wurde leicht auf 47 Euro angehoben. Die Analysten verweisen auf erste Erholungstendenzen an den globalen Lkw-Märkten, obwohl das Umfeld weiterhin herausfordernd bleibt.
Als zentralen Treiber sehen sie die starke Marktposition in Nordamerika. Dort gilt Daimler Truck als führender Anbieter schwerer Nutzfahrzeuge – ein Vorteil, der sich aus Sicht von Morgan Stanley bei einer Aufhellung des Konjunkturzyklus klar auszahlen dürfte.
Auch RBC Capital Markets zeigt sich spürbar optimistischer. Die kanadische Bank bestätigte das Rating „Outperform“ und erhöhte das Kursziel deutlich von 42 auf 48 Euro. Hintergrund ist die Erwartung, dass der konjunkturelle Abwärtszyklus in den USA seinem Ende entgegengeht. Da der US-Markt zu den wichtigsten Absatzregionen des Konzerns gehört, wäre eine Stabilisierung dort ein wichtiger Hebel für Umsatz und Ergebnis.
Wesentliche Punkte aus den Analystenstudien:
- Morgan Stanley: „Top Pick“, Kursziel 47 Euro, Fokus auf Marktführerschaft in Nordamerika
- RBC Capital Markets: „Outperform“, Kursziel 48 Euro (zuvor 42 Euro), erwartetes Ende des US-Abschwungs
- Impliziertes Potenzial: Kursziele liegen mehr als 20 % über dem aktuellen Kursniveau
Verhaltener Markt, trotz positiver Studien
An der Börse fällt die Reaktion bislang moderat aus. Gestern schloss die Aktie bei 40,33 Euro und liegt damit rund 7,5 % über dem Niveau von vor einem Monat sowie seit Jahresbeginn ähnlich im Plus. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Zuwachs von gut 5 % – solide, aber kein Ausbruch.
Damit bleibt eine deutliche Lücke zwischen Analystenmodellen und aktuellem Marktpreis. Gegenüber dem von RBC genannten Kursziel bei 48 Euro ergibt sich ein Bewertungsabstand von rund 19 %, zum Morgan-Stanley-Ziel von 47 Euro sind es etwa 16 %. Zum 52‑Wochen-Hoch bei 44,39 Euro notiert der Titel aktuell rund 9 % tiefer, vom Tief bei 31,15 Euro ist er dagegen deutlich entfernt.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie oberhalb wichtiger Durchschnitte:
- Der Kurs liegt gut 7 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 37,59 Euro.
- Zum 200‑Tage-Durchschnitt von 37,94 Euro ergibt sich ein Plus von gut 6 %.
Der RSI (14 Tage) bei 37,8 signalisiert dabei eher ein neutrales bis leicht unterkühltes Momentum – von einer überkauften Situation ist der Titel weit entfernt. Zusammen mit einer hohen annualisierten 30‑Tage-Volatilität von über 70 % ergibt sich das Bild eines Schwankungsreichen, aber derzeit nicht übertrieben gehypten Werts.
Die bislang zurückhaltende Kursentwicklung deutet darauf hin, dass viele Anleger den positiven Analystenargumenten noch nicht vollständig folgen. Zyklische Risiken im Nutzfahrzeuggeschäft und die konjunkturelle Unsicherheit scheinen weiter im Hinterkopf präsent zu sein.
Strategische Weichenstellungen im Hintergrund
Parallel zur Bewertungsdiskussion an der Börse arbeitet das Management an der operativen Ausrichtung. Ein zentraler Schritt ist die Neuordnung des Vertriebs für Lkw der Marke Fuso in Europa.
Dafür wurde die Emil Frey Group als neuer Generalvertriebspartner für 21 europäische Märkte gewonnen. Ziel ist eine effizientere und breiter aufgestellte Vertriebsstruktur, die die Präsenz der Marke Fuso im europäischen Markt stärken soll. Für einen global aufgestellten Nutzfahrzeughersteller ist eine funktionierende Vertriebsorganisation ein wesentlicher Hebel, um von möglichen Marktbelebungen schnell zu profitieren.
Die aktuelle Gemengelage lässt sich damit klar umrissen darstellen:
Auf der einen Seite stehen höhere Kursziele und eine deutlich positivere Sicht führender Analysten, gestützt auf Marktführerschaft in Nordamerika und die Erwartung eines auslaufenden Abschwungs in den USA. Auf der anderen Seite spiegelt der Aktienkurs mit moderaten Zugewinnen, einem noch spürbaren Abstand zum 52‑Wochen-Hoch und einem neutralen Momentum eine gewisse Vorsicht wider.
Im weiteren Jahresverlauf wird entscheidend sein, ob sich die angenommenen Erholungstendenzen in den Lkw-Kernmärkten tatsächlich materialisieren und die neu geordneten Vertriebsstrukturen – insbesondere bei Fuso in Europa – zu sichtbaren Ergebnissen bei Absatz und Profitabilität führen. Dann hätte die Aktie gute Chancen, die Lücke zu den ambitionierten Kurszielen der Analysten schrittweise zu verkleinern.
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