Die Aktie von D-Wave Quantum gerät diese Woche deutlich unter Druck. Nach einem Rückgang um 6,2 % am 20. Januar verliert der Titel heute weitere rund 8 % und fällt auf etwa 24,85 US-Dollar. Die Kursverluste treffen ausgerechnet in dem Moment, in dem das Unternehmen eine strategisch wichtige Übernahme abgeschlossen hat, die es als Anbieter zweier Quantenplattformen positioniert.

Marktumfeld belastet Wachstumswerte

Das schwächere Sentiment an den US-Börsen trifft wachstumsstarke Technologiewerte besonders. Auslöser sind verschärfte geopolitische Spannungen zwischen den USA und Grönland sowie angedrohte Zölle auf europäische Länder. Am 20. Januar gab der S&P 500 um 2,1 % nach, der Nasdaq Composite verlor 2,4 %.

D-Wave Quantum reagiert empfindlich auf dieses Umfeld. Die Bewertung ist stark wachstumsabhängig:

  • Bewertungsniveau von rund 238-fachem erwarteten Umsatz
  • Marktkapitalisierung etwa 9,5 Milliarden US-Dollar

Die deutliche Lücke zwischen Unternehmensbewertung und aktueller operativer Leistung verstärkt den Druck in Abwärtsphasen.

Übernahme von Quantum Circuits abgeschlossen

Am 20. Januar hat D-Wave die Übernahme von Quantum Circuits Inc. (QCI) abgeschlossen. Ziel ist es, eine führende Position sowohl im Bereich Quantum Annealing als auch bei gate-basierten Quantencomputern aufzubauen.

Kernpunkte der Transaktion:

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  • QCI bringt fehlertolerante supraleitende gate-basierte Technologie ein
  • Erste gate-basierte Systeme sollen 2026 verfügbar sein
  • Die Roadmap für eine Dualplattform wird deutlich beschleunigt
  • Centerview Partners war exklusiver Finanzberater

Strategisch soll damit die bestehende Stärke im Bereich Optimierungsprobleme (Quantum Annealing) um gate-basierte Systeme ergänzt werden, die ein breiteres Spektrum kommerzieller Anwendungen ermöglichen. Wettbewerber wie IonQ haben mit ihrer Ionenfallen-Technologie bereits Gate-Fidelitäten von 99,99 % erreicht und erhöhen damit den Druck auf D-Wave, technologisch nachzuziehen.

Kennzahlen zeigen Spannungsfeld

Ein Blick auf die Zahlen für das dritte Quartal 2025 zeigt die Herausforderungen:

  • Umsatz: 3,7 Mio. US-Dollar (100 % Wachstum im Jahresvergleich)
  • Operativer Verlust: 27,7 Mio. US-Dollar im Quartal
  • Liquide Mittel: 836 Mio. US-Dollar, ausreichend für geschätzt 2–3 Jahre Betrieb
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis: 395x
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis: 13,1x

Auf Neunmonatssicht legten die Erlöse um 235 % zu. Absolut bleibt die Umsatzbasis jedoch klein im Verhältnis zur hohen Bewertung. Diese Diskrepanz zwischen Wachstumserwartung und aktueller Monetarisierung trägt zur ausgeprägten Kurssensitivität bei.

Historische Extreme beim Kursverlauf

Die Aktie hat in der Vergangenheit bereits extreme Ausschläge gezeigt. Im Jahr 2022 brach der Kurs im Zuge des Zinsanstiegs und der Korrektur spekulativer Assets um 97 % von 12 auf 0,40 US-Dollar ein. In den Jahren 2023 und 2024 stand D-Wave zeitweise wegen Kursen unter 1 US-Dollar vor NYSE-Delisting-Warnungen.

Aktuell bewegt sich der Titel in einer 52-Wochen-Spanne von 4,45 bis 46,75 US-Dollar. Das unterstreicht die außergewöhnliche Volatilität. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 5 % im Minus, auf Jahressicht steht jedoch ein Plus von etwa 295 %.

Konkurrenzdruck nimmt zu

Im Markt für Quantencomputing trifft D-Wave auf eine Reihe starker Wettbewerber:

  • IonQ mit einer Marktkapitalisierung von rund 16,3 Mrd. US-Dollar und Fokus auf Ionenfallen-Technologie
  • Rigetti Computing, das jüngst einen Auftrag über 8,4 Mio. US-Dollar gewinnen konnte
  • Große Technologiekonzerne wie IBM, die gate-basierte Quantenansätze kontinuierlich weiterentwickeln

In diesem Umfeld soll die neue Dualplattform-Strategie helfen, technologische Lücken zu schließen und die eigene Position zu stärken.

Nächster Meilenstein: Qubits 2026

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Auf der Qubits-2026-Konferenz am 27. und 28. Januar in Boca Raton, Florida, will D-Wave seine Dualplattform-Roadmap konkreter erläutern. Dort dürfte das Management auch auf Integrationsrisiken der Quantum-Circuits-Übernahme eingehen und den zeitlichen Pfad zur Markteinführung gate-basierter Systeme präzisieren.

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