CureVac Aktie: Von der Börse
BioNTech hat die Übernahme von CureVac abgeschlossen, die Aktie ist von der Nasdaq verschwunden. Aus dem lange umkämpften mRNA-Pionier wird damit eine voll integrierte Konzerntochter – inklusive aller Patente, Produktionskapazitäten und Rechtsrisiken. Für ehemalige Aktionäre ist der Fall finanziell vorerst abgeschlossen, operativ beginnt für BioNTech nun die Integrationsphase.
Übernahme abgeschlossen und Delisting
BioNTech SE hat die vollständige Übernahme von CureVac in Form eines Aktientauschs im Volumen von rund 1,25 Milliarden US‑Dollar vollzogen. Die Transaktion war am 12. Juni 2025 angekündigt worden. Während der bis 18. Dezember 2025 laufenden Umtauschfrist wurden rund 195,3 Millionen CureVac-Aktien angedient, was etwa 86,75 % des Kapitals entspricht.
Die restlichen Anteile erwarb BioNTech in der ersten Januarwoche über ein Zwangserwerbsverfahren. Am 6. Januar 2026 um 6:21 Uhr EST schloss CureVac die Post-Offer-Reorganisation ab – damit endete die Existenz als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen. Die formale Streichung von der Nasdaq soll am 16. Januar 2026 wirksam werden.
Der letzte gehandelte Kurs der CureVac-Aktie an der Nasdaq lag am 6. Januar 2026 bei 4,66 US‑Dollar, bevor der Handel ausgesetzt wurde.
Wesentliche Unterstützer der Transaktion auf Aktionärsseite waren unter anderem:
- dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG und verbundene Gesellschaften
- die Förderbank KfW mit einem Anteil von 13,32 %
Tauschverhältnis und Rendite für Aktionäre
Für jede CureVac-Aktie erhielten Anleger BioNTech-ADS im Gegenwert von rund 5,46 US‑Dollar. Grundlage war der Kurs von BioNTech zum Zeitpunkt der Vereinbarung. Gegenüber dem volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs von 3,53 US‑Dollar vor der Erstankündigung entsprach dies einer Prämie von 55 %.
Vom Bekanntwerden des Angebots bis zur letzten Handelssitzung ergab sich für CureVac-Aktionäre insgesamt ein Kursplus von etwa 40 %. Finanzinvestoren, die zu niedrigeren Kursen eingestiegen waren, konnten so einen signifikanten Bewertungsaufschlag realisieren.
Patentstreit beigelegt
Mit der Übernahme ist auch ein langwieriger Patentkonflikt zwischen den beiden deutschen mRNA-Spezialisten beendet. CureVac hatte BioNTech vorgeworfen, dass der COVID-19-Impfstoff Comirnaty grundlegende CureVac-mRNA-Patente verletze.
Im August 2025 einigten sich die Unternehmen auf einen umfassenden Vergleich im Gesamtvolumen von 870 Millionen US‑Dollar. Die Struktur des Pakets:
- 370 Millionen US‑Dollar an CureVac
- 370 Millionen US‑Dollar an GSK, den früheren strategischen Partner von CureVac
- laufende Lizenzgebühr von 1 % auf künftige mRNA-bezogene Umsätze
Damit entfällt ein wesentliches Rechtsrisiko und frühere Prozessgegner werden Teil desselben Konzerns.
Strategische Assets für BioNTech
Mit der Transaktion sichert sich BioNTech zentrale strategische Bausteine von CureVac:
- eine moderne Produktionsanlage in Tübingen
- proprietäre „RNA Printer“-Module für automatisierte mRNA-Impfstoffherstellung
- die Onkologie-Pipeline, einschließlich des Glioblastom-Programms CVGBM
- mehr als zwei Jahrzehnte mRNA-Forschung samt zugehörigem geistigem Eigentum
Die neue Geschäftsführung der nun in BioNTech integrierten Gesellschaft CureVac SE besteht aus BioNTech-CEO Prof. Ugur Sahin, Sierk Poetting und Ramón Zapata-Gomez. Das frühere CureVac-Management ist geschlossen von seinen Ämtern zurückgetreten.
Delisting und regulatorischer Prozess
Der Rückzug von der Börse folgt einem klaren Fahrplan:
-
- Januar 2026: Aussetzung des Handels an der Nasdaq
-
- Januar 2026: Wirksamwerden des offiziellen Delistings
CureVac Merger B.V., die durch die Verschmelzung an die Stelle der bisherigen CureVac N.V. tritt, hat die Nasdaq ersucht, bei der US-Börsenaufsicht SEC eine „Notification of Removal from Listing“ auf Formblatt 25 einzureichen. Im Anschluss soll ein Form 15 folgen, um die Registrierung und Berichtspflichten nach dem Securities Exchange Act zu beenden.
Die Deregistrierung soll 90 Tage nach Einreichung des Form 15 wirksam werden. Danach entfällt die Pflicht zur regelmäßigen Veröffentlichung von Finanzberichten nach US-Kapitalmarktrecht.
Integration, neue Risiken und nächste Meilensteine
Die Transaktion bündelt mRNA-Know-how in Europa und verschiebt wichtige Technologien und Patente dauerhaft unter das Dach von BioNTech. Operativ liegt der Fokus nun auf der Zusammenführung der Forschungs- und Produktionsplattformen. Besonders im Bereich Onkologie will BioNTech CureVacs Programme und Technologien eng an die eigene Pipeline anbinden.
Zentral ist dabei der Standort Tübingen, den BioNTech für die Herstellung personalisierter Krebsimpfstoffe einsetzen will. Parallel gehen sämtliche bestehenden Verpflichtungen und Rechtspositionen von CureVac vollständig auf BioNTech über.
Gleichzeitig zeichnet sich ein neuer Rechtskonflikt ab: Am 6. Januar 2026 reichte Bayer in den USA Klage gegen BioNTech, Pfizer und Moderna ein. Im Kern geht es um Patente aus dem Monsanto-Portfolio zur Stabilisierung von mRNA-Technologien, die nach Auffassung von Bayer verletzt sein sollen.
Operativ wichtige Wegmarken für die nächsten Jahre sind:
- erste Phase-3-Daten zu Krebsimpfstoffkandidaten mit CureVacs mRNA-Plattform ab Ende 2026
- weitere Ergebnisse aus onkologischen Programmen im Verlauf des Jahres 2027
- zusätzliche Details zur Integrationsstrategie auf der bevorstehenden J.P. Morgan Healthcare Conference
Damit verschiebt sich die Story endgültig von der CureVac-Aktie hin zu BioNTechs Fähigkeit, Technologie, Pipelines und neue Rechtsrisiken effizient in das bestehende Geschäftsmodell einzubetten.
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