CureVac Aktie: Delisting nach Übernahme
CureVac ist nicht mehr an der Börse notiert. Mit Abschluss der Übernahme durch BioNTech endet die Börsennotiz des Tübinger mRNA-Spezialisten und zugleich ein eigenständiges Kapitel im europäischen Biotech-Sektor.
Im Zentrum steht eine reine Aktientransaktion über rund 1,25 Milliarden US-Dollar. Damit bündelt BioNTech seine Position im mRNA-Bereich und schließt zugleich einen langjährigen Patentstreit ab.
Übernahme und Delisting im Überblick
Die Fusion der beiden deutschen mRNA-Pioniere ist abgeschlossen. BioNTech beendete das Umtauschangebot am 6. Januar, das Delisting an der Nasdaq trat am 16. Januar in Kraft. An der Wiener Börse war der letzte Handelstag der CureVac-Aktie der 7. Januar.
Wesentliche Eckdaten der Transaktion:
- Angediente Aktien: 195.341.219 Stück (rund 86,75 % des ausstehenden Kapitals)
- Umtauschverhältnis: 0,05363 BioNTech-ADS je CureVac-Aktie
- Impliziter Wert bei Ankündigung: 5,46 US-Dollar je CureVac-Aktie
- Letzter Schlusskurs CureVac: 4,66 US-Dollar (6. Januar)
- Transaktionsvolumen: ca. 1,25 Milliarden US-Dollar
Squeeze-out der Minderheitsaktionäre
Nach dem erfolgreichen Umtauschangebot setzte BioNTech eine gesellschaftsrechtliche Squeeze-out-Fusion nach niederländischem Recht um. CureVac N.V. wurde in CureVac Merger B.V. verschmolzen, alle verbliebenen frei handelbaren Aktien wurden beendet.
Die restlichen Aktionäre erhalten die gleiche Gegenleistung wie im ursprünglichen Umtauschangebot. Die Abwicklung erfolgt automatisch über die depotführenden Institute.
Patentstreit beigelegt
Mit der Übernahme geht das gesamte geistige Eigentum von CureVac an BioNTech über. Dazu zählen Patente zur mRNA-Designoptimierung, zur Formulierung von Lipid-Nanopartikeln sowie zu Herstellungsprozessen.
Der seit Jahren schwelende Patentkonflikt zwischen beiden Unternehmen ist damit endgültig beendet. BioNTech sichert sich so ein erweitertes Technologiepaket im mRNA-Bereich.
Strategische Einordnung für BioNTech
BioNTech ordnet den Deal klar seiner Onkologie-Strategie zu. Durch den Zusammenschluss entsteht nach eigener Darstellung eine der umfassendsten mRNA-Technologieplattformen in der westlichen Pharmaindustrie.
Damit positioniert sich BioNTech noch deutlicher als wesentlicher westlicher Wettbewerber von Moderna im Feld der mRNA-Therapeutika. CEO und Mitgründer Ugur Sahin betonte, die Transaktion vertiefe die Plattform von BioNTech und eröffne zusätzliche Möglichkeiten, mRNA als neue Wirkstoffklasse weiterzuentwickeln.
Neue Führungsstruktur und laufende Projekte
Nach Vollzug der Transaktion wurde die Führungsstruktur bei CureVac neu aufgestellt. Ugur Sahin, Sierk Poetting und Ramón Zapata-Gomez bilden nun den Vorstand von CureVac SE, nachdem die bisherigen Mitglieder freiwillig ausgeschieden sind.
Operativ bleiben die bestehenden Abläufe zunächst erhalten, während BioNTech strategische, operative und wissenschaftliche Überprüfungen vornimmt.
Forschung unter dem Dach von BioNTech
Alle Forschungs- und Entwicklungsprogramme von CureVac laufen künftig innerhalb des BioNTech-Konzerns weiter. Konkret:
- Mehrere Onkologie-Projekte befinden sich weiterhin in aktiver Entwicklung
- Eine Phase-1-Studie zu nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die im April 2025 von der FDA genehmigt wurde, wird fortgeführt
- BioNTech plant, bis Ende 2026 fünfzehn Phase-3-Studien zu starten
- Künftige Werttreiber aus diesen Programmen schlagen sich nur noch in der Bewertung von BioNTech nieder
Regulierung, Zeitplan und Bewertung
Die kartellrechtliche Freigabe durch das Bundeskartellamt erfolgte im November 2025. Der Standort Tübingen wird organisatorisch in die Struktur von BioNTech eingebunden.
Die Übernahme basiert auf einer im Juni 2025 unterzeichneten endgültigen Vereinbarung. Das Umtauschangebot entsprach einem Aufschlag von 55 % auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs der CureVac-Aktie vor Ankündigung. Zur Begrenzung von Kursschwankungsrisiken wurde eine Collar-Struktur eingesetzt.
Marktreaktion und historischer Kontext
An der Börse fiel die Reaktion auf den Vollzug der Transaktion verhalten aus. Der letzte Schlusskurs der CureVac-Aktie von 4,66 US-Dollar blieb unter dem bei Ankündigung implizierten Wert von 5,46 US-Dollar. Das spiegelt breitere Skepsis gegenüber der langfristigen Profitabilität des Biotech-Sektors im Umfeld nach der Pandemie wider.
CureVac war während seiner Börsengeschichte stark schwankungsanfällig. Im Dezember 2020 erreichte die Aktie ein Allzeithoch von 136,27 US-Dollar, bevor sie in den Folgejahren deutlich an Wert verlor. Mit dem Delisting werden künftige Entwicklungen nun ausschließlich über die BioNTech-Aktie gespielt.
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