Covestro Aktie: Mögliche Szenarien
Mit dem Einstieg von ADNOC über die Investmentgesellschaft XRG beginnt für Covestro eine neue Phase. Eigentümerwechsel, frischer Aufsichtsratschef und ein schwieriges operatives Umfeld treffen auf ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Wie weit trägt der neue strategische Rahmen eine Aktie, die sich zuletzt bis an ihr Jahreshoch herangeschoben hat?
Eigentümerwechsel als Zäsur
Am 10. Dezember 2025 wurde die Übernahme durch XRG, die internationale Investmentgesellschaft des arabischen Energiekonzerns ADNOC, offiziell abgeschlossen. Der Deal markiert einen klaren Einschnitt: Covestro wird damit Teil eines deutlich größeren Energie- und Chemieverbunds.
Die zentralen Rahmendaten des Geschäfts:
- Transaktionsvolumen: rund 11,7 Milliarden Euro
- Angebotspreis: 62 Euro je Aktie
- Kapitalerhöhung: 1,17 Milliarden Euro zur Finanzierung der Strategie „Sustainable Future“
- Closing-Datum: 10. Dezember 2025
Die vereinbarte Kapitalerhöhung wurde wie geplant umgesetzt. Die frischen Mittel sollen vor allem in nachhaltige Technologien und den Umbau hin zu einer stärker kreislauforientierten Produktion fließen.
Führungswechsel im Aufsichtsrat, Stabilität im Vorstand
Mit Wirkung zum 20. Dezember 2025 übernahm Dr. Rainer Seele den Vorsitz des Aufsichtsrats. Der frühere OMV-Chef und aktuelle Präsident des globalen Chemiegeschäfts bei XRG folgt auf Dr. Richard Pott, der das Gremium seit der Abspaltung 2015 geführt hatte. Damit zieht der neue Eigentümer auch in der Kontrollebene sichtbar die Zügel an.
Im operativen Geschäft bleibt die Kontinuität gewahrt: CEO Dr. Markus Steilemann führt den Vorstand unverändert weiter. Auf der Finanzseite ist jedoch eine Veränderung absehbar. CFO Christian Baier hat am 18. Dezember 2025 seinen Abschied angekündigt und wird das Unternehmen im September 2026 mit Vertragsende verlassen; die Suche nach einer Nachfolge läuft bereits.
Diese Konstellation aus neuem Aufsichtsratschef, konstantem Vorstandsvorsitzenden und absehbarem CFO-Wechsel prägt den jetzt anstehenden Umbau.
Schwaches Jahr 2025: Nachfrageflaute und Sonderbelastungen
Operativ war 2025 schwierig. Covestro musste die Jahresprognose gleich dreimal nach unten anpassen. Zuletzt stellte das Management ein EBITDA von 700 bis 800 Millionen Euro in Aussicht – deutlich weniger als ursprünglich geplant.
Hauptbelastungsfaktoren waren:
- schwache Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen
- Überkapazitäten durch asiatische Wettbewerber
- anhaltender Preisdruck bei Polymerchemikalien
- ein Produktionsausfall nach einem Brand am Standort Dormagen
Vor diesem Hintergrund fällt auf, dass der Aktienkurs trotz der operativen Probleme zur Jahreswende Stärke zeigt. Am Freitag schloss die Covestro-Aktie bei 66,00 US‑Dollar und markierte damit ihr 52‑Wochen-Hoch; gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 54,62 US‑Dollar liegt der Kurs gut 20 % höher. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 30,3 eine eher neutrale bis leicht abgekühlte Stimmung nach einem Anstieg von rund 11 % in den vergangenen 30 Tagen.
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Fokus
Parallel zum Eigentümerwechsel treibt Covestro seine Nachhaltigkeitsagenda voran. Ein zentrales Element ist der Ausbau der Kapazitäten für Kreislaufwirtschaftslösungen.
Ein aktuelles Beispiel: Am 2. Januar 2026 erhielt der Standort Pingtung in Taiwan die ISCC PLUS-Zertifizierung. Es ist der erste Pulverlackharz-Standort des Konzerns in Asien mit diesem Zertifikat. Die Auszeichnung bescheinigt unter anderem eine nachvollziehbare, nachhaltige Rohstoffkette – ein wichtiges Argument für Kunden, die ihre eigenen ESG-Ziele erfüllen müssen.
Die übergeordneten Klimaziele sind klar definiert:
- Klimaneutralität bei Scope 1 und 2 bis 2035
- Klimaneutralität bei Scope 3 bis 2050
Die Einbindung in den ADNOC/XRG-Verbund soll dabei helfen, Zugang zu passenden Energielösungen und Rohstoffen zu erhalten, um diese Ziele wirtschaftlich umsetzen zu können.
Blick nach vorn: Auftritt auf der CES 2026
Vom 6. bis 9. Januar 2026 präsentiert sich Covestro auf der CES in Las Vegas. Im Fokus stehen Polymer-Innovationen für Elektromobilität, KI-Geräte und flexible Elektronik – also genau jene Anwendungsfelder, in denen Wachstumsimpulse für hochwertige Materialien erwartet werden.
Für die Aktie ergibt sich damit ein klares Bild: Kurzfristig bleibt der Druck aus der schwachen Nachfrage und dem Preiskampf spürbar, zugleich eröffnet der neue Eigentümerrahmen mit finanzieller Unterstützung der „Sustainable Future“-Strategie und technologischen Schwerpunkten in zukunftsträchtigen Anwendungen die Chance auf eine allmähliche operative Erholung. Entscheidend werden nun die nächsten Quartalszahlen und konkrete Schritte bei der Umsetzung der Kreislauf- und Klimastrategie sein.
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