Commerzbank Aktie: Zinsfantasie gestützt
Kurz vor Beginn der Quiet Period zur Vorlage der Jahreszahlen schiebt RBC Capital Markets die Erwartungen für die Commerzbank leicht nach oben. Die Kanadier sehen vor allem beim Nettozinseinkommen mehr Potenzial, auch wenn sie beim Rating bewusst defensiv bleiben. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die starke Kursrally der vergangenen zwölf Monate noch zusätzlichen Spielraum nach oben hat.
RBC hebt Kursziel leicht an
Im Mittelpunkt der jüngsten Entwicklung steht eine neue Studie von RBC Capital Markets. Analystin Anke Reingen erhöhte das Kursziel für die Commerzbank-Aktie von 36 auf 37 Euro und bestätigte gleichzeitig die Einstufung mit „Sector Perform“.
Der Schritt kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt: Die Anpassung erfolgt unmittelbar vor der Quiet Period für die Zahlen zum vierten Quartal 2025. Inhaltlich dreht sich die Revision vor allem um das operative Kerngeschäft:
- Höhere Annahmen für das Nettozinseinkommen (NII)
- Etwas höhere erwartete Kosten, die den positiven Effekt teilweise auffangen
- Kursziel nun bei 37 Euro, leicht über dem Marktkonsens von rund 35,6 Euro
- Bewertung weiter neutral („Sector Perform“), also kein aggressiver Kaufaufruf
RBC geht davon aus, dass die Bank das Zinsumfeld im Schlussquartal 2025 besser nutzen konnte als bisher angenommen. Gleichzeitig bleibt der vorsichtige Ton bei den Kosten bestehen – ein Hinweis darauf, dass Effizienz und Ausgabendisziplin im Bewertungsmodell eine wichtige Rolle spielen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 34,95 Euro und damit nur geringfügig unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 34,83 Euro. Gegenüber dem neuen Kursziel entspricht das einem moderaten Aufwärtsspielraum von knapp 6 Prozent.
Einordnung der Kursentwicklung
Die angehobene Prognose fällt in eine Phase der Konsolidierung. Auf Wochensicht bewegte sich der Titel mit einem Minus von 0,11 Prozent seitwärts, im 30-Tage-Vergleich steht ein leichtes Plus von 0,14 Prozent. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Rückgang von 3,98 Prozent – nach einem sehr starken Vorjahr.
Über zwölf Monate betrachtet hat sich der Kurs allerdings mehr als verdoppelt (Change 12 Monate: +104,21 Prozent). Das 52‑Wochen-Hoch bei 41,58 Euro vom 24. Dezember 2025 ist damit noch spürbar entfernt; aktuell notiert die Aktie rund 16 Prozent darunter. Vom 52‑Wochen-Tief bei 17,11 Euro (16. Januar 2025) hat sich der Wert hingegen deutlich gelöst.
Fundamental kommt die Unterstützung aus den Zahlen der ersten neun Monate 2025: Der operative Gewinn lag bei 3,44 Milliarden Euro, ein Plus von 21,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte der leichte Rückgang des Zinsüberschusses um 1,2 Prozent jedoch für Zurückhaltung gesorgt. Genau hier setzt die aktualisierte RBC-Analyse an: Das erwartete höhere Nettozinseinkommen adressiert einen der Kernpunkte der Skeptiker.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) der vergangenen 14 Tage liegt mit 45,6 im neutralen Bereich. Zusammen mit dem geringen Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt signalisiert das eine eher abwartende Marktphase statt Überhitzung.
Ausblick auf den 11. Februar
Der nächste zentrale Termin ist klar definiert: Am 11. Februar 2026 legt die Commerzbank die Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025 vor. Dann wird sich zeigen, ob die optimistischeren Annahmen von RBC zum Nettozinseinkommen tatsächlich durch die Realität gedeckt sind.
Wesentliche Prüfpunkte für den Markt dürften sein:
- Entwicklung des Nettozinseinkommens im Schlussquartal
- Kostenbasis und mögliche Effizienzfortschritte
- Bestätigung oder Anpassung des Ausblicks des Managements
Charttechnisch bewegt sich die Aktie aktuell eng um ihren gleitenden 50‑Tage-Durchschnitt. Solange der Kurs unterhalb von 35,50 Euro bleibt, bleibt das Bild von einer Konsolidierung geprägt. Gelingt ein stabiler Ausbruch über diese Marke, wäre der Weg in Richtung des RBC-Kursziels von 37 Euro aus technischer Sicht wieder klarer. Umgekehrt würde ein Abrutschen in Richtung der längerfristigen Durchschnitte bei 33,34 Euro (100 Tage) und 31,24 Euro (200 Tage) das positive Momentum der vergangenen zwölf Monate deutlich abschwächen.
Damit hängt die nächste größere Kursbewegung maßgeblich davon ab, ob die Februar-Zahlen sowohl die Zinsfantasie als auch die Kostendisziplin gleichzeitig bestätigen können.
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