Das Übernahmedrama rund um die Commerzbank geht in die nächste Runde. Unicredit hat ein freiwilliges Umtauschangebot über rund 35 Milliarden Euro vorgelegt — und wurde prompt abgewiesen. Die Frankfurter sehen darin schlicht kein ausreichendes Angebot für ihre Aktionäre.

Das Prämienangebot von etwa 4 Prozent auf den Schlusskurs vom 13. März wertet das Commerzbank-Management als unzureichend. Chefin Bettina Orlopp betonte, man habe von dem Vorstoß aus Mailand erst durch die Ad-hoc-Meldung erfahren — wie jeder andere auch. Eine Abstimmung mit dem Vorstand gab es offenbar nicht. Solange keine tragfähigen Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion auf dem Tisch liegen, bleibt die Commerzbank bei ihrer Eigenständigkeitsstrategie. Der Start ins laufende Jahr sei gut gewesen, die Ziele für 2028 sollen im Jahresverlauf sogar noch nach oben angepasst werden.

Taktisches Manöver unter der Schwelle

Unicredit hält derzeit rund 26 Prozent direkt sowie knapp 4 Prozent über Total Return Swaps. Das Angebot ist bewusst so konstruiert, dass die Beteiligung knapp über die 30-Prozent-Marke steigt — jene Schwelle, ab der nach deutschem Recht ein Pflichtangebot fällig würde. Dieses Taktieren soll regulatorische Komplikationen vermeiden und gleichzeitig Spielraum für weitere Zukäufe am freien Markt schaffen. Eine effektive Kontrolle über die Commerzbank würde Unicredit damit aber nach aktuellem Stand nicht erlangen.

Ratingagentur Fitch sieht eine vollständige Übernahme langfristig zwar als profilstärkend für Unicredit — etwa durch die Verringerung der Abhängigkeit vom italienischen Heimatmarkt. Kurzfristig überwiegen aber die Ausführungsrisiken, auch wegen des angespannten geopolitischen Umfelds. Auf die aktuellen Ratings von Unicredit hat das Angebot laut Fitch vorerst keine Auswirkungen.

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Widerstand von der Belegschaft

Neben dem Vorstand formiert sich auch die Arbeitnehmerseite. Der Betriebsratsvorsitzende Sascha Uebel übte scharfe Kritik am Timing und an den Methoden von Unicredit-Chef Andrea Orcel. Das Vorgehen verunsichere Beschäftigte und Kunden gleichermaßen. Uebel verwies auf das Schicksal der Hypo-Vereinsbank, bei der nach der Unicredit-Übernahme im Jahr 2005 mehr als 60 Prozent der Stellen wegfielen. Ein ähnliches Szenario wollen die Arbeitnehmervertreter mit allen Mitteln verhindern — und sie haben dabei vertraglich abgesicherte Blockademöglichkeiten bis 2030 in der Hand.

Profitieren könnte von dem Durcheinander ausgerechnet die Deutsche Bank. Deren Chef Christian Sewing erklärte offen, man stehe bereit, verunsicherte Commerzbank-Kunden aufzunehmen. Das Umtauschangebot läuft voraussichtlich von Anfang Mai bis Anfang Juni, ein Abschluss der Gesamttransaktion ist frühestens im ersten Halbjahr 2027 realistisch — wenn überhaupt.

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