Das sechste Aktienrückkaufprogramm der Commerzbank ist abgeschlossen – doch der eigentliche Fokus liegt nicht auf den 524 Millionen Euro, die die Bank damit an Aktionäre zurückgegeben hat. Die Rückkäufe haben die Anteile von UniCredit und Jefferies mechanisch wachsen lassen, ohne dass beide Großaktionäre auch nur eine Aktie zukaufen mussten. Die Hauptversammlung am 20. Mai rückt damit zur zentralen Weichenstellung heran.

Rekordausschüttung, aber verhaltener Gewinnausblick

Operativ lieferte die Commerzbank für 2025 starke Zahlen: Das operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn lag bei 2,6 Milliarden Euro – über den eigenen Zielen. Die Gesamtkapitalrückgabe für das Geschäftsjahr 2025 beläuft sich auf 2,7 Milliarden Euro, ergänzt durch eine Rekord-Dividende von 1,10 Euro je Aktie, die auf der Hauptversammlung im Mai zur Abstimmung steht.

Der Ausblick trübt das Bild jedoch ein: Für 2026 peilt das Management einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro an – und verfehlt damit die Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro. Zusätzlich belasten eine Abschreibung von 117 Millionen Euro auf Aquila Capital sowie der angekündigte Abgang von Risikovorstand Bernd Spalt die Stimmung. Kein Wunder also, dass die Aktie trotz solider Fundamentaldaten zuletzt unter Druck stand – seit Jahresbeginn liegt sie rund 13 Prozent im Minus.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?

Das Rückkaufprogramm und seine strategische Nebenwirkung

Indem die Bank eigene Aktien einzieht, schrumpft der Streubesitz – und die prozentualen Anteile der Großinvestoren steigen automatisch mit. UniCredit hält bereits rund 26 Prozent direkt sowie knapp vier Prozent über Finanzinstrumente und nähert sich damit der 30-Prozent-Schwelle, ab der ein Pflichtangebot für alle ausstehenden Aktien fällig würde. Jefferies meldete Anfang März das Überschreiten der 10-Prozent-Stimmrechtsschwelle – aufgebaut vollständig über Finanzinstrumente, nicht über direkte Käufe.

Seit Februar ist für UniCredit zudem eine übernahmerechtliche Einschränkung weggefallen: Wer in den sechs Monaten vor einem möglichen Angebot nicht mehr als fünf Prozent gegen Bargeld kauft, darf später vollständig in Aktien bieten. UniCredit hatte zuletzt im August 2025 eine relevante Position gegen Geldleistung aufgebaut – diese Frist ist nun abgelaufen. Der Weg für ein reines Aktienangebot wäre damit frei.

Der Bund hält weiterhin 12 Prozent und lehnt eine Übernahme ab.

Hauptversammlung als Entscheidungspunkt

Am 20. Mai prallen die Interessen von UniCredit, Jefferies, Management und Bundesregierung direkt aufeinander. Ob UniCredit den formalen Schritt über die 30-Prozent-Marke vollzieht und ein konkretes Angebot vorlegt, dürfte die Kursentwicklung bis dahin maßgeblich bestimmen. Zuvor stehen noch das Ende des laufenden Rückkaufprogramms am 26. März sowie die Q1-Zahlen am 8. Mai auf dem Kalender. Die Investmentstory der Commerzbank 2026 dreht sich weniger um Wachstumsfantasie als um die Frage, ob die operative Stärke ausreicht, um die Eigenständigkeit des DAX-Titels zu sichern.

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...