Die Commerzbank hat ihr sechstes Aktienrückkaufprogramm planmäßig abgeschlossen und bekräftigt eine Vollausschüttung bis 2028. Doch während die Kapitalrückgabe-Story überzeugt, rückt die Hauptversammlung im Mai aus einem anderen Grund in den Mittelpunkt: Drei Großaktionäre mit teils gegensätzlichen Interessen treffen dort aufeinander.

Rückkauf abgeschlossen, Dividende auf Rekordniveau

Zwischen dem 12. Februar und dem 9. März 2026 kaufte die Bank insgesamt rund 15,7 Millionen eigene Aktien zurück – zu einem Durchschnittspreis von etwa 33,45 Euro je Aktie. Das Gesamtvolumen belief sich auf 524 Millionen Euro. Die erworbenen Aktien sollen später eingezogen werden.

Das Programm ist Teil einer Gesamtkapitalrückgabe von 2,7 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2025, die dem gesamten Nettoergebnis vor Restrukturierungsaufwendungen entspricht. Dazu kommt ein Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie – vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung am 20. Mai. Für die Jahre 2026 bis 2028 plant die Bank, diese Vollausschüttung beizubehalten.

Operativ lieferte die Commerzbank 2025 einen Rekordgewinn von 4,5 Milliarden Euro. Die Marktreaktion fiel dennoch verhalten aus: Das Management stellte für 2026 einen Gewinn von mehr als 3,2 Milliarden Euro in Aussicht, der Marktkonsens lag jedoch bei 3,4 Milliarden Euro. Zusätzlich belastete eine Abschreibung von 52 Millionen Euro auf die Beteiligung an Aquila Capital – rund zwei Drittel des ursprünglichen Kaufpreises aus 2024 sind damit abgeschrieben.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?

Hauptversammlung als Machtprobe

Komplexer wird das Bild durch die veränderte Aktionärsstruktur. Am 5. März meldete die US-Investmentbank Jefferies, die 10-Prozent-Stimmrechtsschwelle überschritten zu haben – mit einem Anteil von exakt 10,04 Prozent, erworben ausschließlich über Finanzinstrumente. Damit treffen auf der Hauptversammlung im Mai drei gewichtige Akteure aufeinander: Jefferies, UniCredit sowie die Bundesregierung, die rund 12 Prozent hält und einer Übernahme ablehnend gegenübersteht.

Ob UniCredit bis dahin die 30-Prozent-Schwelle überschreitet, dürfte das Kräfteverhältnis entscheidend verschieben. Daneben wird das makroökonomische Umfeld das Kerngeschäft prägen: Sinkende EZB-Leitzinsen dämpfen perspektivisch den Zinsüberschuss, während die Kreditqualität im Mittelstand angesichts struktureller Belastungen in energieintensiven Industrien unter Beobachtung steht.

Der nächste Quartalsbericht erscheint am 8. Mai – kurz vor der Hauptversammlung. Er dürfte zeigen, wie belastbar die Ertragsbasis im laufenden Jahr tatsächlich ist, und damit den Rahmen für die Auseinandersetzung unter den Großaktionären setzen.

Anzeige

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...