Die Commerzbank überschüttet ihre Aktionäre mit Milliarden, um eigenständig zu bleiben. Doch ausgerechnet das frisch abgeschlossene Aktienrückkaufprogramm könnte nun zum Bumerang werden. Durch die Verknappung der Anteile rückt die italienische UniCredit fast automatisch an die entscheidende Schwelle für ein Pflichtangebot heran.

Milliardenregen mit Nebenwirkungen

Am Montag beendete das Frankfurter Geldhaus planmäßig seinen sechsten Aktienrückkauf. Insgesamt flossen 524 Millionen Euro an die Anteilseigner zurück. Zusammen mit der geplanten Dividende summiert sich die Kapitalrückgabe für das abgelaufene Geschäftsjahr auf beachtliche 2,7 Milliarden Euro. Vorstandschefin Bettina Orlopp will mit dieser großzügigen Ausschüttungspolitik den Aktienkurs treiben und so eine feindliche Übernahme verteuern.

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Wenn die erworbenen Papiere eingezogen werden, sinkt die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien. Dadurch steigt der prozentuale Anteil der Großaktionäre, ohne dass diese zusätzliche Papiere erwerben müssen. Die italienische UniCredit hält inklusive Derivaten bereits knapp 29 Prozent. Damit fehlt nur noch ein minimaler Schritt bis zur 30-Prozent-Marke, die zwingend ein Pflichtangebot an alle Aktionäre auslöst. Zudem ist Ende Februar eine wichtige Haltefrist abgelaufen, wodurch die Italiener nun auch ein reines Aktientauschangebot vorlegen dürfen. Auch die US-Investmentbank Jefferies baute ihre Position über Finanzinstrumente zuletzt auf über zehn Prozent aus.

Ausblick bremst die Kursfantasie

Wie reagieren die Anleger auf diese Gemengelage? Zwar verzeichnet das Papier heute ein solides Plus von 2,47 Prozent auf 31,59 Euro, doch der Blick auf die Jahresbilanz zeigt ein Minus von über 13 Prozent seit Januar. Verantwortlich für diese Zurückhaltung ist vor allem der verhaltene Ausblick des Managements.

Für das laufende Jahr 2026 stellt die Bank einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro in Aussicht. Das verfehlte die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 3,4 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Rückenwind der vergangenen Jahre flaut ab: Zwar stützt das aktuelle Niveau weiterhin den Nettozinsertrag, doch die Aussicht auf sinkende Leitzinsen der EZB begrenzt das zukünftige Wachstum im Zinsgeschäft. Die Bank plant zwar, die Kosten weiter zu senken, muss die Ertragslücke aber zunehmend aus eigener Kraft schließen.

Die entscheidenden Weichen für die Zukunft der Bank werden am 20. Mai 2026 gestellt. Auf der Hauptversammlung prallen die Interessen der UniCredit, anderer Großinvestoren und der Bundesregierung, die rund 12 Prozent hält und eine Übernahme strikt ablehnt, direkt aufeinander. Das Management muss bis dahin beweisen, dass die Strategie der hohen Ausschüttungen den Unternehmenswert nachhaltig steigert, um den Zugriff aus Mailand abzuwehren.

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