Die Frankfurter Großbank will sich mit milliardenschweren Kapitalrückgaben ihre Eigenständigkeit sichern. Doch ausgerechnet der nun vorzeitig abgeschlossene Aktienrückkauf erweist sich als strategisches Risiko im Abwehrkampf. Durch die künstliche Verknappung der eigenen Papiere rückt die italienische UniCredit beinahe automatisch an eine entscheidende Übernahmeschwelle heran.

Das Paradoxon der Kapitalmaßnahmen

Am gestrigen Montag beendete die Commerzbank ihr sechstes Rückkaufprogramm über 524 Millionen Euro früher als geplant. Insgesamt nahm das Institut gut 15,6 Millionen eigene Anteile vom Markt, was 1,39 Prozent des Grundkapitals entspricht. Was eigentlich der Renditesteigerung für bestehende Investoren dienen soll, treibt gleichzeitig die prozentualen Anteile der bestehenden Großaktionäre in die Höhe, ohne dass diese selbst aktiv zukaufen müssen.

So meldete der Finanzinvestor Jefferies bereits in der vergangenen Woche das Überschreiten der Zehn-Prozent-Marke bei den Stimmrechten. Noch bedeutsamer ist die Position der UniCredit: Inklusive Finanzderivaten kontrollieren die Italiener mittlerweile knapp 29 Prozent der Anteile. Damit fehlt nur noch ein minimaler Schritt bis zur gesetzlichen Schwelle von 30 Prozent, die zwingend ein Pflichtangebot an alle übrigen Aktionäre auslöst. Da eine wichtige Wartefrist abgelaufen ist, darf UniCredit ab sofort sogar eine Offerte unterbreiten, die rein auf einem Aktientausch basiert.

Rekorddividende soll Investoren überzeugen

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Reicht die operative Stärke aus, um die Aktionärsbasis hinter dem aktuellen Management zu vereinen? Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 lieferte die Bank mit einem Nettogewinn von 2,6 Milliarden Euro solide Zahlen ab. Der Vorstand plant eine umfassende Kapitalrückgabe und will der Hauptversammlung eine erhöhte Dividende von 1,10 Euro je Anteilsschein vorschlagen. Bis 2028 plant das Institut, durchgehend 100 Prozent des anrechenbaren Konzernergebnisses an die Eigentümer auszuschütten.

Allerdings dämpft der Ausblick auf das Jahr 2026 die Stimmung leicht. Mit einem angepeilten Gewinn von 3,2 Milliarden Euro bleibt die Bank hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Zusätzlich belasten Abschreibungen im Zusammenhang mit Aquila Capital sowie der angekündigte Weggang von Risikovorstand Bernd Spalt. Die übergeordnete Übernahmespekulation überlagert diese fundamentalen Dellen jedoch deutlich: Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet die Aktie ein Plus von über 35 Prozent und notiert aktuell stabil bei 31,27 Euro.

Die strukturellen Weichenstellungen kulminieren am 20. Mai auf der Hauptversammlung der Bank. Dort wird sich manifestieren, wie die neue Stimmrechtsverteilung zwischen UniCredit, Jefferies und der Bundesregierung – die mit 12 Prozent Anteil weiterhin gegen eine Übernahme opponiert – die Kontrolle über den Aufsichtsrat beeinflusst. Durchbricht UniCredit im Vorfeld durch den schrumpfenden Aktienpool die 30-Prozent-Marke, entfällt der rechtliche Spielraum für weitere reine Abwehrmaßnahmen des Vorstands.

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