Die italienische UniCredit macht Ernst, allerdings spielt die Börse nicht mit. Obwohl ein konkretes Tauschangebot für die Übernahme auf dem Tisch liegt, taxieren Anleger den Wert des Frankfurter Instituts bereits höher. Der Markt spekuliert offensichtlich auf eine verbesserte Offerte, während sich hinter den Kulissen ein harter Konflikt um die Finanzierung des deutschen Mittelstands anbahnt.

Börse erwartet höheres Angebot

Gemäß dem vorliegenden Plan sollen Eigner 0,485 neue UniCredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie erhalten. Das entspricht einem impliziten Preis von 30,80 Euro. Der gestrige Schlusskurs von 31,63 Euro signalisiert jedoch eindeutig: Investoren verlangen mehr. Da die Italiener bereits knapp 30 Prozent der Anteile kontrollieren, zielt der aktuelle Kursaufschlag auf eine unvermeidliche neue Verhandlungsrunde ab. Ein Abschluss zum jetzigen Tarif gilt am Markt als äußerst unwahrscheinlich.

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Kampf um das Firmenkundengeschäft

Abseits der reinen Preisfrage rückt das eigentliche Ziel der Übernahme in den Fokus. Experten sehen das hochprofitable Geschäft mit dem deutschen Mittelstand als Hauptmotiv der Mailänder. Beide Häuser sind hierzulande zusammen an Konsortialkrediten mit einem Gesamtvolumen von rund 417 Milliarden Euro beteiligt. Heimische Finanzchefs befürchten nun, dass eine zentral aus Italien gesteuerte Risikopolitik die künftige Kreditvergabe an deutsche Unternehmen erschweren könnte.

Auch Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp positioniert sich klar gegen das Vorhaben. Sie warnt vor drastischen Folgen für die Belegschaft. Um die von UniCredit-Chef Andrea Orcel öffentlich angepeilte Kosten-Ertrag-Quote von 35 Prozent zu erreichen, seien radikale Einschnitte beim Personal unausweichlich, da sich die Erträge aufgrund von Kundenüberlappungen kaum beliebig steigern ließen.

Enge Zeitlinie im Mai

Ein rascher Vollzug der Übernahme ist ohnehin ausgeschlossen, da die Bundesregierung als Großaktionär mit einem Anteil von gut zwölf Prozent einen Verkauf strikt ablehnt. Diese politische Blockade bremst den Prozess massiv. Die entscheidenden Weichenstellungen erfolgen nun im kommenden Monat: UniCredit plant für Anfang Mai eine außerordentliche Hauptversammlung zur Genehmigung der Kapitalerhöhung, am 20. Mai folgt das Aktionärstreffen der Commerzbank. Ohne eine signifikante Aufstockung des Angebots oder ein politisches Einlenken Berlins dürfte der Plan der Italiener, die Transaktion bis zur ersten Jahreshälfte 2027 abzuschließen, an den regulatorischen Hürden scheitern.

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