Bis zum 3. April läuft die Frist für Anleihegläubiger, sich an Coeur Minings 400-Millionen-Dollar-Schuldentausch zu beteiligen — ein Datum, das für die Finanzstrategie des Unternehmens entscheidend ist. Gleichzeitig hat der Goldpreisrückgang die Aktie in den vergangenen Wochen deutlich belastet. Die Ausgangslage ist komplex.

Der Anleihetausch und seine Folgen

Hintergrund ist die Übernahme von New Gold: Sie löst eine sogenannte Change-of-Control-Klausel in den bestehenden Anleihebedingungen aus. Ohne eine Einigung mit den Gläubigern wäre Coeur verpflichtet, ausstehende Anleihen im Nennwert von bis zu 400 Millionen Dollar zu 101 Prozent des Nennwerts zurückzukaufen — ein erheblicher Liquiditätsabfluss.

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Genau das will das Unternehmen vermeiden. Seit dem 23. März läuft ein privates Tauschangebot: Gläubiger, die bis zum 3. April einwilligen, erhalten 950 Dollar in neuen Anleihen plus eine Prämie von 50 Dollar und 2 Dollar in bar je 1.000 Dollar bestehender Anleihen. Wer die Frist verpasst, bekommt lediglich die 950 Dollar in neuen Papieren. Die Abwicklung ist für den 22. April geplant.

Das Scheitern des Tauschangebots hätte direkte Konsequenzen: Der erzwungene Rückkauf würde das gerade erst angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Dollar erheblich belasten — ein offener Widerspruch zwischen Kapitalrückführung und Schuldenverpflichtung.

Goldpreisrückgang trifft Coeur überproportional

Erschwerend kommt der Goldpreisverfall hinzu. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs ist Gold um rund 13 Prozent gefallen — von 5.248 auf etwa 4.561 Dollar je Unze. Coeur Mining hat in diesem Zeitraum rund 37 Prozent seiner Marktkapitalisierung eingebüßt, also deutlich mehr als das Edelmetall selbst.

Trotzdem blicken große Banken optimistisch auf den weiteren Goldpreispfad. Wells Fargo hob sein Jahreszielband für 2026 auf 6.100 bis 6.300 Dollar je Unze an — ein Anstieg von rund 35 Prozent gegenüber der vorherigen Prognose. JPMorgan erwartet 6.300 Dollar, UBS 6.200 Dollar, Goldman Sachs ist mit 5.400 Dollar konservativer.

BMO Capital-Analyst Kevin O'Halloran nahm die Abdeckung von Coeur mit einem „Outperform"-Rating und einem Kursziel von 27 Dollar wieder auf — gegenüber zuvor 23 Dollar. Die Bewertung erscheint auf den ersten Blick günstig: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Vergangenheitszahlen liegt bei rund 18,6.

Wachstum mit Fragezeichen ab 2027

Die New-Gold-Übernahme hat Coeurs Produktionsprofil deutlich vergrößert. Für 2026 erwartet das Unternehmen 680.000 bis 815.000 Goldäquivalentunzen sowie erhebliche Silber- und Kupfermengen — neun Monate Beitrag der beiden neuen kanadischen Minen New Afton und Rainy River eingerechnet. Hinzu kommen Investitionen von rund 500 Millionen Dollar in laufende und neue Projekte sowie eine erstmals eingeführte Dividende von 0,02 Dollar je Aktie halbjährlich, beginnend im zweiten Quartal 2026.

Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht beim Blick nach vorn: Der Gewinn soll zwar in diesem Jahr fast verdreifacht werden, 2027 aber nur noch um 21 Prozent steigen — und danach rückläufig sein. Der 3. April ist damit nicht nur ein Termin für Anleihegläubiger, sondern auch ein erster Stresstest für Coeurs ambitionierte Kapitalstrategie nach der Übernahme.

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