Der Anlegertag in der Münchner Motorworld Ende März hat die Circus-Aktie kurz stabilisiert — mehr aber auch nicht. Die Erholung hielt nur wenige Tage. Heute notiert das Papier mit einem Plus von knapp 10 Prozent auf 6,56 Euro, nachdem es zuletzt wieder auf 5,98 Euro abgerutscht war. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Minus von über 45 Prozent zu Buche.

Das eigentliche Problem ist fundamentaler Natur.

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Zwischen Versprechen und Zahlen

Circus prognostiziert für 2026 einen Umsatz von 44 bis 55 Millionen Euro. Im abgelaufenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen tatsächlich 250.000 Euro — bei einem operativen Verlust von knapp 15 Millionen Euro. Der angestrebte Sprung entspricht dem Hundert- bis Zweihundertfachen des bisherigen Umsatzniveaus.

Diese Prognose stützt sich bislang auf über 8.000 Vorbestellungen und prominente Pilotprojekte: Die Bundeswehr setzt den Kochroboter CA-1 in Kasernen ein, REWE testet das System in einem Düsseldorfer Markt, und für den Sommer 2026 ist Mercedes-Benz Gastronomie am Standort Sindelfingen als Kunde bestätigt. Zudem hat die ukrainische Streitkraft ein Abkommen über bis zu 25 Systeme unterzeichnet.

Feste, zahlungswirksame Lieferverträge aus diesen Pilotphasen liegen bislang nicht vor.

Strukturelle Argumente, offene Finanzierungsfragen

Das strukturelle Umfeld spricht für das Geschäftsmodell: Gastronomie-Insolvenzen stiegen 2025 um knapp 30 Prozent, Kosten für Personal, Waren und Energie legten seit 2022 teilweise um 40 Prozent zu. Der Druck auf die Branche ist real — und könnte die Nachfrage nach Automatisierungslösungen antreiben. Ein Leasingmodell mit MMV Leasing soll die hohen Anschaffungskosten für potenzielle Kunden abfedern.

Auf der Produktionsseite hat Auftragsfertiger Celestica die Industrialisierung abgeschlossen, die Kapazitäten reichen für eine vierstellige Stückzahl. Die seit August 2025 bestehende NATO-Zulassung öffnet zudem Türen für multinationale Beschaffungsprogramme.

Bemerkenswert: Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins sowie die Nikolas Bullwinkel Beteiligungs UG haben im ersten Quartal 2026 wiederholt Aktien zugekauft — ein Signal, das Marktbeobachter als Vertrauensbekundung des Managements werten können.

Wie lange reicht das Kapital?

Ende 2025 flossen rund 30 Millionen Euro von institutionellen Investoren, kurz vor dem Anlegertag kamen über eine Mini-Anleihe weitere 1,67 Millionen Euro hinzu. Das Eigenkapital lag zuletzt bei 2,41 Millionen Euro — eine schmale Basis für ein Unternehmen, das einen operativen Verlust in dieser Größenordnung trägt.

Spätestens wenn Circus die Jahreszahlen für 2026 vorlegt, wird sich zeigen, wie viel von der 44-Millionen-Prognose tatsächlich fakturiert wurde. Bis dahin entscheidet die Umwandlung laufender Pilotprojekte in verbindliche Großaufträge darüber, ob die Prognose Substanz hat — oder nur auf dem Papier steht.

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