Cardano bewegt sich Ende Januar in einem schwierigen Marktumfeld. Während viele Investoren vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank auf Nummer sicher gehen, arbeitet das Netzwerk im Hintergrund an Governance, DeFi-Infrastruktur und technischer Weiterentwicklung. Die spannende Frage lautet: Reichen diese Fortschritte, um den aktuell eher verhaltenen Kursverlauf mittelfristig zu drehen?

Ruhiger Kurs, schwankende Stimmung

ADA notiert derzeit bei rund 0,36 US‑Dollar und hat sich in den letzten sieben Tagen leicht nach oben bewegt, liegt aber auf Sicht von 30 Tagen im Minus. Besonders auffällig: Der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch beträgt knapp 59 %, während das aktuelle Niveau nur gut 8 % über dem jüngsten Jahrestief liegt. Der Markt preist Cardano also klar unter früheren Hochs, ohne dass es zu einem Ausverkauf kommt.

Im Chart steckt ADA in einer Seitwärtsphase mit klar definierten Marken. Nach einem Hoch zu Monatsbeginn folgte ein Rücklauf bis nahe an die lokale Unterstützung. Marktteilnehmer agieren vorsichtig, viele Positionen werden eher reduziert als neu aufgebaut. Der übergeordnete Kryptomarkt ist von Zurückhaltung geprägt, während der Fear & Greed Index im „Fear“-Bereich verharrt – Kapitalerhalt steht derzeit vor Risikofreude.

Technisch betrachtet sehen einige Analysten dennoch Chancen für eine Erholung. Eine impulsiv-korrektive Struktur deutet darauf hin, dass die laufende Korrekturphase sich ihrem Ende nähern könnte. Entscheidend wäre ein Ausbruch über eine fallende Trendlinie und im zweiten Schritt über das lokale Hoch vom 6. Januar. Gelingt das, wären aus technischer Sicht deutlich höhere Kursziele denkbar; ohne einen solchen Bruch bleibt die Range das dominierende Szenario.

Governance: Mehr Delegation, klare Regeln

Parallel zur eher verhaltenen Kursentwicklung hat Cardano auf der Governance-Seite wichtige Schritte gemacht.

Am 20. Januar hat die Cardano Foundation zusätzliche 220 Millionen ADA an elf Delegated Representatives (DReps) aus der Community delegiert. Insgesamt liegen damit 360 Millionen ADA in der Hand dieser Vertreter. Das Ziel: Stimmrechte breiter zu verteilen und die Entscheidungsfindung weiter zu dezentralisieren.

Die neuen DReps stammen aus zwei Bereichen:

  • Adoption DReps: u. a. Vertreter von Liqwid Finance, NMKR, Snek und der USDM-Stablecoin-Infrastruktur
  • Operations DReps: u. a. Analyse- und Infrastrukturprojekte wie Adastat, Pooltool sowie erfahrene Stake-Pool-Betreiber

Kurz darauf folgte der nächste Governance-Schritt: Am 24. Januar wurde die Constitution in Version 2.4 mit knapp 80 % Zustimmung der DReps und 6 von 7 Stimmen des Constitutional Committee ratifiziert. Die überarbeitete Verfassung präzisiert unter anderem:

  • Anforderungen und Bedingungen für Entnahmen aus der Treasury
  • strengere Standards beim Verweis auf Off-Chain-Dokumente

Damit zieht Cardano seine Governance-Regeln weiter an und schafft klarere Leitplanken für künftige Entscheidungen rund um Mittelverwendung und Protokolländerungen.

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DeFi: Surge Protocol geht live

Auch im DeFi-Bereich gab es Mitte Januar einen sichtbaren Fortschritt. Am 19. Januar ist Surge Protocol auf dem Cardano-Mainnet gestartet. Das Projekt bringt eine dezentrale, nicht-verwahrte Market-Making-Plattform auf die Blockchain.

Kernpunkte des Launches:

  • automatisierte Handelsstrategien direkt aus nutzerkontrollierten Wallets
  • Anbindung an bestehende Liquidität über Minswap-Pools
  • Ziel: bessere Liquidität und effizientere Preisfindung für native Cardano-Token

Für Cardano ist das ein weiterer Baustein, um im Wettbewerb der DeFi-Plattformen aufzuholen. Mehr Liquidity-Tools und Market-Making-Funktionalitäten erhöhen in der Regel die Attraktivität für Trader und Projekte, die neue Token aufsetzen.

Technische Entwicklung: CIP-Updates und Skalierung

Unter der Haube arbeitet das Entwicklerteam an mehreren Protokollverbesserungen, die mittelfristig Auswirkungen auf Nutzbarkeit und Skalierbarkeit haben dürften.

Wichtige Baustellen im Kernprotokoll:

  • CIP‑118 (Nested Transactions): Das Vorhaben hat den „Acceptance“-Meilenstein erreicht. Binary-Format und Haskell-Repräsentation sind fertig – eine Grundlage, um komplexere Transaktionsstrukturen effizient abzubilden.
  • CIP‑159 (Account Address Enhancement): Hier geht es um Verbesserungen bei Account-Adressen, um unter anderem ADA‑Mikropayments in der kommenden Dijkstra-Ära zu ermöglichen. Damit zielt Cardano auf Anwendungsfälle mit sehr kleinen Zahlungsbeträgen.
  • Plutus-Weiterentwicklung: Die Implementierung von „Value“-Primitiven wurde abgeschlossen, zudem wurden bestimmte Funktionen wie byteStringToInteger optimiert. Das erleichtert Entwicklern die Arbeit und kann Smart-Contracts performanter machen.

Parallel dazu schreitet die Arbeit an Mithril als Skalierungsschicht voran. Das Team arbeitet an:

  • weiterer Dezentralisierung über ein Decentralized Message Queue (DMQ)-Netzwerk
  • einer SNARK-freundlichen STM-Bibliothek
  • der Entwicklung sowohl rekursiver als auch nicht-rekursiver SNARK-Schaltungen

Diese Bausteine zielen darauf, die Netzwerkkapazität zu erhöhen und gleichzeitig sichere, effiziente Zustandsnachweise zu ermöglichen – wichtig für Anwendungen, die viele Nutzer und hohe Transaktionsvolumina erwarten.

Governance-Aktionen: Konkrete Vorschläge auf der Kette

Mehrere Governance-Vorschläge sind aktuell im Netzwerk aktiv und zeigen, welche Themen die Community beschäftigt:

  • Net Change Limit Proposal: Ein Vorschlag, der Entnahmen aus der Treasury bis Juli 2027 auf 350 Millionen ADA deckeln soll; derzeit liegt die Unterstützung der DReps bei rund 44 %.
  • Van Rossem Hard Fork Naming: Hier geht es um die Benennung von Protokollversion 11 nach dem Beitragenden Max van Rossem; aktuell etwa 32 % Unterstützung.
  • Cardano 2030 Vision: Dieser strategische Rahmen zur langfristigen Ausrichtung hat bereits rund 68 % Zustimmung erhalten und findet damit deutlich mehr Rückhalt.

Die Spannbreite der Zustimmung zeigt, dass die Community differenziert abstimmt: Strengere Budgetgrenzen, symbolische Anerkennung und Langfriststrategie werden jeweils separat bewertet.

Ausblick: Fundament stark, Makro bremst

Für den restlichen Januar und die Zeit rund um die Fed-Entscheidung bleibt das Umfeld für Kryptowährungen herausfordernd. Steigende geopolitische Spannungen und die Möglichkeit eines restriktiveren Kurses der US-Notenbank belasten Risikoanlagen insgesamt – Cardano ist davon nicht ausgenommen und dürfte kurzfristig eher in seiner Handelsspanne bleiben, solange keine klaren Makrosignale oder technische Ausbrüche kommen.

Auf der fundamentalen Seite sprechen mehrere Punkte für eine stabile Basis: eine hohe Staking-Quote von geschätzt 70–75 % der umlaufenden ADA, fortschreitende Governance-Dezentralisierung, technische Upgrades im Kernprotokoll und konkrete Anwendungen etwa in Identitätslösungen und Lieferketten. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob diese Fortschritte in den kommenden Monaten in steigende On-Chain-Aktivität, mehr DeFi-Volumen und ein nachhaltiges Überwinden der aktuellen Widerstandszone übersetzen können.

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