Die Canopy-Growth-Aktie gerät erneut unter Druck. Auslöser ist eine deutliche Zielsenkung durch Sanford C. Bernstein, die den fragilen Vertrauensboden weiter aufweicht. Parallel zeigen die Kennzahlen, warum die Skepsis der Analysten so ausgeprägt bleibt.

Bernstein dreht den Daumen nach unten

Sanford C. Bernstein hat das Kursziel für Canopy Growth von 5,30 auf 2,50 kanadische Dollar reduziert – ein Abschlag von rund 53 %. Trotz dieser klaren Herabstufung signalisiert das neue Ziel vom jüngsten Schlusskurs bei 1,70 Dollar aus rechnerisch noch ein potenzielles Aufwärtspotenzial von etwa 47 %.

Die Studie reiht sich in eine Serie negativer Analystenentscheidungen ein. ATB Capital hatte zuvor das Kursziel von 1,60 auf 1,40 Dollar zurückgenommen und die Einstufung auf „Underperform“ gesetzt. Insgesamt ergibt sich aktuell ein ausgesprochen skeptisches Bild:

  • Durchschnittliche Einstufung: Sell
  • Durchschnittliches Kursziel: 1,80 CAD
  • Verteilung der Ratings: 1× Hold, 2× Sell

Die Analystenseite sendet damit ein klares Signal, dass sie kurzfristig kaum Entspannung erwartet.

Schwache Kennzahlen, langer Absturz

Die Finanzdaten zeigen, warum der Markt so zurückhaltend ist:

  • Marktkapitalisierung: 642 Mio. CAD
  • Nettomarge: -201,27 %
  • Eigenkapitalrendite: -108,18 %
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity): 120,38
  • Umsatz Q2 GJ 2026: 66,68 Mio. CAD
  • EPS-Prognose laufendes Jahr: -0,69 CAD

Besonders ins Auge fällt die historische Wertentwicklung: In den vergangenen fünf Jahren hat die Aktie mehr als 99 % an Wert verloren und zählt damit zu den schwächsten Titeln im Cannabissektor. Die Daten untermauern den Eindruck eines Geschäftsmodells, das bislang nicht nachhaltig profitabel aufgestellt ist.

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US-Politik hilft nur indirekt

Der Exekutiverlass von Präsident Trump vom 18. Dezember 2025 zur Einstufung von Marihuana von Schedule I auf Schedule III hatte zunächst eine kurze Rally im Sektor ausgelöst. Canopy Growth konnte von dieser Bewegung jedoch nur temporär profitieren und gab die Kursgewinne rasch wieder ab.

Der Hintergrund: Die Neueinstufung erleichtert vor allem US-Betreibern den Zugang zu Forschung und bringt klare steuerliche Vorteile. Multi-State-Operatoren in den USA unterliegen künftig nicht mehr den Beschränkungen von Section 280E und können Standard-Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Für Canopy Growth als in Kanada ansässiges Unternehmen ergeben sich daraus nur begrenzte direkte Vorteile, während US-Wettbewerber strukturell gestärkt werden.

Sparprogramm bremst Verluste – Umsatz schrumpft

Operativ setzt das Unternehmen weiter auf Kostensenkungen. Seit März 2025 wurden jährliche Einsparungen von 21 Mio. CAD realisiert. Der operative Verlust verringerte sich im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 deutlich auf 16,9 Mio. CAD, nach 45,9 Mio. CAD im Vorjahresquartal.

Die Kehrseite dieser Konsolidierung:

  • Der Umsatz liegt rund 30 % unter dem Niveau von vor drei Jahren.
  • Im kanadischen Freizeitmarkt stiegen die Erlöse im Q2 GJ 2026 zwar um 30 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Der Bereich medizinisches Cannabis wuchs im gleichen Zeitraum um 17 %.

Trotz dieser Zuwächse in Kernsegmenten gelingt der Sprung in die Gewinnzone bislang nicht.

Bilanz stabilisiert, Zeit gewonnen

Positiv sticht die Liquiditätslage hervor. Zum 30. September 2025 meldete der Konzern Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 298 Mio. CAD, damit übersteigen die liquiden Mittel die ausstehenden Verbindlichkeiten um 70 Mio. CAD. Laut Management wurden damit die Bedingungen beseitigt, die zuvor erhebliche Zweifel an der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgelöst hatten.

Eine strategische Rekapitalisierung verlängert sämtliche ausstehenden Fälligkeiten auf frühestens Januar 2031. Diese Streckung verschafft dem Unternehmen Zeit, die laufenden Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen umzusetzen. Parallel soll die geplante Übernahme von MTL Cannabis eine führende Plattform im kanadischen Markt für medizinisches Cannabis formen und das Profil in diesem margenstärkeren Segment schärfen.

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