BYD Aktie: Schwieriger Balanceakt!
BYD meldet sich mit gleich mehreren Produktneuheiten zurück. Ein neuer Subbrand für Flottenkunden und Ride-Hailing-Dienste sowie der Einsatz von LiDAR in Einstiegsmodellen sollen dem Konzern im schwierigen Marktumfeld zusätzliche Wachstumsquellen erschließen. Reicht das, um den Druck auf die Aktie zu mildern?
Heute legte der Kurs in Hongkong intraday um rund 2,6 % auf etwa 97,80 HKD zu, nachdem das chinesische Industrieministerium (MIIT) Details zur neuen Marke „Linghui“ und zu erweiterten Fahrerassistenzfunktionen veröffentlicht hatte.
Neue Linghui-Marke für Flottenkunden
Das MIIT hat gestern vier Modelle unter der neuen Submarke Linghui offengelegt: e5, e7, e9 und M9. Dahinter stehen umbenannte Varianten bestehender BYD-Fahrzeuge:
- Qin Plus → Linghui e5
- Han (Flaggschiff-Limousine) → Linghui e9
- Xia DM-i Van → M9
Branchenbeobachter sehen darin den Versuch, das Flotten- und Ride-Hailing-Geschäft klar von den Premium-Pkw für Privatkunden zu trennen. Strategisch passt das zu den zuletzt starken Verkäufen im höherpreisigen Segment: Die Offroad-Marke Fangchengbao steigerte ihre Auslieferungen 2025 um mehr als 300 % auf rund 234.600 Fahrzeuge.
BYD selbst hat die neue Submarke bisher nicht kommentiert. Erfahrungsgemäß kommen Modelle wenige Wochen nach ihrem Auftauchen in den MIIT-Unterlagen auf den chinesischen Markt.
LiDAR für Seagull und Dolphin
Parallel dazu zeigt eine weitere MIIT-Meldung, dass BYD die Kompaktmodelle Seagull und Dolphin optional mit LiDAR ausstatten will. Damit würden Fahrzeuge im Einstiegssegment Zugang zu einem Fahrerassistenzsystem erhalten, das bislang Oberklasse-Modellen von BYD und der Schwestermarke Denza vorbehalten war.
Konkret soll das System DiPilot 300 („God's Eye B“ im Heimatmarkt) verfügbar werden, mit folgenden Kernkomponenten:
- Robosense-LiDAR mit 350 Metern Reichweite
- Nvidia Drive Orin Chip mit 254 TOPS Rechenleistung
- „Navigate on Autopilot“ (NOA) für Stadt- und Autobahnfahrten
Besonders bemerkenswert: Der Seagull, der in China bei rund 79.800 Yuan (etwa 11.400 US-Dollar) startet, wäre damit eines der weltweit günstigsten Fahrzeuge mit LiDAR-gestützter Assistenztechnik. BYD setzt klar das Signal, diese Funktionen breiter auszurollen und nicht nur als Premium-Feature zu positionieren.
Schwächerer Heimatmarkt, starke Jahresleistung
Die Produktankündigungen treffen auf ein angespanntes Branchenumfeld. S&P Global warnte heute, dass der chinesische Automarkt 2026 trotz weiterlaufender Subventionen erneut schrumpfen dürfte. Der Wettbewerbsdruck im Inland bleibt entsprechend hoch.
Auch BYD spürt die Abkühlung:
- Auslieferungen Dezember 2025: 414.784 Fahrzeuge (nach 474.921 im November)
- Gesamtjahr 2025: 4,54 Millionen Fahrzeuge, plus 6,94 % gegenüber dem Vorjahr
Damit hat BYD Tesla als global größten Elektroautobauer überholt und zugleich sein auf 4,6 Millionen Einheiten reduziertes Jahresziel erreicht. Die Zielsenkung um 16 % hatte der Konzern zuvor mit schwächerer Inlandsnachfrage begründet.
Zusätzlich hat BYD am 7. Januar überarbeitete Versionen von vier Plug-in-Hybriden (Qin PLUS DM-i, Qin L DM-i, Seal 05 DM-i, Seal 06 DM-i) angekündigt. Die neuen Varianten sollen noch im laufenden Monat starten und elektrische Reichweiten von über 210 km bieten. Damit erfüllen sie die verschärften Vorgaben für Kaufsteuer-Vergünstigungen, die nun mindestens 100 km E-Reichweite statt bisher 43 km verlangen.
Aktie unter Druck, Fokus auf Ausland
Trotz der heutigen Erholung bleibt der Titel belastet. In den vergangenen fünf Handelstagen verlor die Aktie 4,15 % und schloss gestern bei 94,65 HKD. Vom 52-Wochen-Hoch bei 158,87 HKD ist der Kurs damit rund 40 % entfernt. Der Rückgang spiegelt vor allem Sorgen über Marktsättigung in China und anhaltende Preiskämpfe im EV-Sektor wider.
Wesentliche Kennzahlen und Erwartungen:
- Konsensrating: „Buy“ bei 28 Analysten
- Erwartetes EPS 2026: 5,31 CNY
- Prognostiziertes Gewinnwachstum 2026: knapp 35 % im Jahresvergleich
Der nächste wichtige Termin ist die Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal 2025, die für den 30. März 2026 erwartet wird. Dann dürfte der Markt genauer einschätzen, wie gut BYD Profitabilität und Volumen im aktuellen Umfeld ausbalanciert.
Citigroup berichtet zudem, dass der Konzern 2026 im Ausland 1,5 bis 1,6 Millionen Fahrzeuge verkaufen will – deutlich mehr als bisher. Gelingt dieser Ausbau, könnte das internationale Geschäft einen größeren Teil der Belastungen im chinesischen Markt ausgleichen und damit auch die mittelfristigen Wachstumserwartungen stützen.
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