BYD Aktie: Neuer Spitzenreiter
BYD hat 2025 erstmals Tesla bei den Batterie-Elektroautos überholt – ein symbolträchtiger Meilenstein für den chinesischen Hersteller. Gleichzeitig belasten schwächere Daten aus dem Heimatmarkt und ein anspruchsvolles Branchenumfeld den Kurs in Hongkong. Die Diskrepanz zwischen der Kursreaktion in Asien und den US-Notierungen zeigt, wie unterschiedlich Anleger die Lage bewerten.
- 2025: 2,26 Mio. BEVs, knapp +28 % gegenüber Vorjahr
- Tesla: 1,64 Mio. Fahrzeuge, rund −9 % – erster Rückgang seit Jahren
- Insgesamt (inkl. Plug-in-Hybride): 4,6 Mio. Fahrzeuge, +7,7 %, aber niedrigstes Wachstum seit fünf Jahren
- Dezember: ca. −18 % Verkäufe gegenüber Vorjahr
- Auslandsgeschäft: >1 Mio. Fahrzeuge, +145 %
BYD überholt Tesla
Die bestätigten Jahresdaten machen den Führungswechsel an der Spitze des Elektroauto-Markts eindeutig: BYD verkaufte 2025 rund 2,26 Millionen reine Elektroautos und steigerte sich damit um fast 28 % im Jahresvergleich. Tesla kam auf etwa 1,64 Millionen Fahrzeuge und verzeichnete einen Rückgang von rund 9 % – die erste jährliche Absatzdelle in der modernen EV-Ära des US-Konzerns.
Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, summieren sich BYD-Verkäufe auf 4,6 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 7,7 % gegenüber 2024. Dieser Wert liegt deutlich unter den dreistelligen Wachstumsraten früherer Jahre und ist das schwächste Tempo seit fünf Jahren. Das deutet auf ein reiferes Marktumfeld in China hin.
Fokus auf globale Expansion
Vor diesem Hintergrund setzte Vorstandschef Wang Chuanfu in einer Neujahrsrede am 5. Januar klare Akzente. BYD wolle die globale Expansion beschleunigen und eine „Weltklasse-Marke aus China“ formen. Die Zahlen stützen diese Ausrichtung: 2025 stieg der Absatz im Ausland um 145 % und überschritt erstmals die Marke von 1 Million Fahrzeugen. Das internationale Geschäft entwickelt sich damit zunehmend zum zentralen Wachstumstreiber, während der Heimatmarkt an Dynamik verliert.
Zugleich nimmt BYD in einzelnen Regionen Anpassungen vor. In Indien wurde für das Sealion 7 Premium eine Preiserhöhung ab Januar 2026 angekündigt. Das signalisiert, dass das Unternehmen in ausgewählten Märkten nicht mehr ausschließlich auf Volumen, sondern stärker auf Margen achtet.
Schwacher Dezember und Wettbewerbsdruck
Die Euphorie über den Jahresrekord wird durch die Dezember-Daten gebremst. BYD meldete für den Monat einen Absatzrückgang von rund 18 % im Vergleich zum Vorjahr. Es war bereits der vierte Monat in Folge mit nachlassender oder negativer Dynamik in Teilen des Portfolios.
Diese Entwicklung passt ins Bild eines insgesamt unter Druck stehenden chinesischen EV-Sektors. Am 5. Januar gaben in Hongkong neben BYD auch Werte wie Li Auto und XPeng nach. Der Markt reagiert auf auslaufende Förderprogramme und anhaltende Preiskämpfe, die die Margen belasten. Wie hart der Wettbewerb ist, zeigt ein Beispiel aus Australien: Dort senkte Chery die Preise für den Tiggo 7 und positionierte sich damit unterhalb von BYDs Sealion 5 – ein Hinweis auf die zunehmende Konkurrenz auch in Exportmärkten.
Neue Kräfteverhältnisse im EV-Markt
Der Kontrast zwischen BYDs Aufstieg und Teslas Schwäche im Jahr 2025 verdeutlicht eine Verschiebung im globalen Auto-Sektor. Tesla musste im vierten Quartal einen Absatzrückgang von 16 % hinnehmen, bedingt vor allem durch ausgelaufene Steuergutschriften in den USA und ein älter werdendes Modellportfolio. BYD hingegen profitierte von einer breiten Produktpalette, die vom günstigen „Seagull“ bis zu Premium-SUVs der Marke „Yangwang“ reicht.
Das Branchenumfeld bleibt dennoch anspruchsvoll. Analysten von JPMorgan und Deutsche Bank rechnen damit, dass 2026 bis zu 50 defizitäre chinesische EV-Marken vom Markt verschwinden könnten, weil Kapazitäten deutlich über der Nachfrage liegen. BYD gilt in diesem Konsolidierungsprozess als vergleichsweise gut aufgestellt, doch der anhaltende Preisdruck begrenzt kurzfristig das Aufwärtspotenzial der Aktie. Das Volumenwachstum von 7,7 % im Jahr 2025 zwingt Investoren zudem, Bewertungsmodelle stärker an einem reifen Industrieunternehmen und weniger an einem Hyperwachstums-Technologiewert auszurichten.
Ausblick auf Zahlen und Kursbild
Im Fokus steht nun der anstehende vollständige Jahresabschluss. Besonders interessant wird, wie sich der aggressive Exportausbau und die Preissenkungen im Inland auf die Profitabilität ausgewirkt haben. Für das erste Quartal 2026 rückt zudem die Frage in den Vordergrund, ob BYD den von Analysten angedeuteten Zielwert von rund 1,6 Millionen Fahrzeugen im Auslandsgeschäft auf Jahressicht unterlegen kann.
Charttechnisch zeigt sich eine deutliche Differenz zwischen den Notierungen in Hongkong und im US-OTC-Handel. Während die Hongkong-Aktie am Montag rund 2,4 % nachgab und damit die schwachen Dezember-Daten sowie die konjunkturelle Lage in Asien widerspiegelt, legte die US-Notierung am Freitag zuvor um gut 5 % zu – getragen vor allem von den Schlagzeilen zum Führungswechsel vor Tesla. Entscheidend für die nächste Phase wird sein, ob die aktuelle Unterstützungszone in Hongkong behauptet werden kann oder ob der Titel zunächst eine Konsolidierung durchläuft, bevor sich die Effekte der globalen Markenstrategie nachhaltig im Zahlenwerk niederschlagen.
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