BYD Aktie: Neue Unsicherheit
Ein kurzes Hin und Her aus Washington hat BYD diese Woche einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor beschert. Das US-Verteidigungsministerium setzte den E-Auto-Konzern kurzzeitig auf eine Liste von Unternehmen, die Chinas Militär unterstützen sollen – und zog den Eintrag Minuten später ohne Begründung wieder zurück. Ausgerechnet vor dem erwarteten Trump-Xi-Treffen in Peking wirkt so ein Signal wie Sand im Getriebe.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Pentagon-Eintrag auf der 1260H-Liste: erst veröffentlicht, dann als „unpublished“ zurückgezogen
- Kursreaktion in Hongkong: rund -1% nach der Meldung
- Parallel treibt BYD die Europa-Offensive mit einem neuen Modell voran
Pentagon sendet widersprüchliche Signale
Laut Bloomberg nahm das US-Verteidigungsministerium BYD zusammen mit Alibaba und Baidu in das Federal Register für die sogenannte 1260H-Liste auf. Kurz darauf wurde das Dokument jedoch zurückgezogen und als nicht veröffentlicht deklariert. Eine Erklärung blieb aus.
BYD reagierte laut Bloomberg nicht auf Anfragen zu der Einstufung. An den Märkten kam vor allem die Unklarheit an: Wenn eine solche Einstufung erst auftaucht und dann sofort wieder verschwindet, bleibt die Frage, was politisch dahintersteht – und ob das Thema erneut auf den Tisch kommt.
Was die 1260H-Liste praktisch bedeutet
Die 1260H-Liste existiert seit 2021 und umfasst inzwischen mehr als 130 Organisationen, denen eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Militär vorgeworfen wird. Unmittelbar hat die Einstufung laut Quelltext nur begrenzte rechtliche Folgen. Der Pentagons-Ansatz zielt aber zunehmend darauf, betroffenen Firmen den Zugang zu Militär-Aufträgen oder Forschungsfinanzierung zu erschweren.
Zugleich gilt die Aufnahme als Warnsignal für US-Investoren und wird häufig als Vorstufe für härtere Handelsbeschränkungen interpretiert.
Europa-Offensive läuft weiter
Trotz der geopolitischen Nebengeräusche drückt BYD in Europa aufs Tempo. Laut Simply Wall St. brachte das Unternehmen diese Woche den ATTO 3 EVO als überarbeitete Version seines Elektro-SUVs in den europäischen Markt.
Das Modell soll unter anderem schneller laden, eine höhere Reichweite bieten und zusätzliche digitale Funktionen mitbringen. Damit zielt BYD auf Käufer, die im hart umkämpften Segment der kompakten SUVs Ausstattung, Reichweite und Lade-Komfort gegeneinander abwägen.
Aktie bleibt angeschlagen
In den vergangenen Wochen stand der Titel bereits aus operativen Gründen unter Druck. CNBC zufolge steuerte die Aktie auf die sechste Verlustwoche in Folge zu, nachdem BYD im Januar die niedrigsten Monatsverkäufe seit fast zwei Jahren gemeldet hatte.
Für die in den USA gehandelten Papiere nennt stockanalysis.com einen Schlusskurs von 12,34 US-Dollar (13. Februar). Zusätzlich liefen zuletzt mehrere Themen parallel:
- Mexiko-Fabrik: Laut Reuters gehört BYD zu den Finalisten für den Kauf eines früheren Nissan-Mercedes-Werks, um eine Fertigungsbasis in Nordamerika aufzubauen.
- Untersuchungen durch Kanzleien: Laut Business Wire kündigten Anwaltskanzleien Ermittlungen im Auftrag von Aktionären an, die Verluste erlitten haben.
- Jefferies-Einstufung: Jefferies hob laut Investing.com die Bewertung der BYD-A-Aktien auf Hold an und verwies darauf, dass eine starke Korrektur vieles eingepreist habe.
In den kommenden Wochen bleibt die Gemengelage komplex: geopolitische Spannungen mit den USA, nachlassende Nachfrage in China und intensiver Wettbewerb in wichtigen Exportmärkten wie Europa. Die nächsten Zahlen werden für März (geschätzt) erwartet – und dürften auch zeigen, wie stark der Verkaufsdämpfer aus dem Januar tatsächlich nachwirkt.
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