BYD verschiebt seinen Schwerpunkt spürbar ins Ausland: Erstmals lagen die Fahrzeugexporte über den Inlandsverkäufen. Das kommt nicht zufällig. Denn gleichzeitig meldet der Konzern den stärksten Rückgang der heimischen Auslieferungen seit der Pandemie – und setzt nun auf Technologie und Infrastruktur als Gegenmittel.

Exportrekord verändert das Profil

Im Februar lieferte BYD im Ausland 100.600 Fahrzeuge aus. Das sind 50% mehr als vor einem Jahr. Damit lagen die Exporte bereits den vierten Monat in Folge über der Marke von 100.000 Einheiten – und eben auch über den Verkäufen in China.

In Europa wird der Schwenk besonders sichtbar. Im Januar zog BYD bei den Neuzulassungen an Tesla vorbei: Über 18.000 registrierte Fahrzeuge bedeuteten fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr, während Teslas Registrierungen um 17% fielen. Außerdem knackten die Auslandsverkäufe 2025 erstmals die Marke von 1 Mio. Einheiten.

China bremst – Steuern und Konkurrenz drücken

Der Exportzuwachs steht im Kontrast zum Heimatmarkt. Im Februar kam BYD global auf rund 190.190 verkaufte Fahrzeuge – ein Minus von 41,1% gegenüber dem Vorjahr. Damit setzte sich eine Serie fallender Verkaufszahlen über sechs Monate fort; es war zugleich der stärkste Rückgang seit Februar 2020.

Am stärksten traf es Plug-in-Hybride: Hier fielen die Verkäufe um 44%. Reine Elektroautos gaben um 36% auf etwa 79.539 Einheiten nach.

Ein möglicher Treiber: Die Ende 2025 angekündigte Wiedereinführung einer 5%igen Kaufsteuer auf „New Energy Vehicles“ könnte zum Jahresstart ein Nachfragetal hinterlassen haben, weil viele Käufer ihre Anschaffung noch vor Inkrafttreten vorgezogen haben. Zusätzlich nahm der Wettbewerbsdruck zu. BYD hielt 2024–2025 zwar etwa 26–34% Marktanteil im chinesischen NEV-Markt, doch Hersteller wie Geely und Leapmotor gewannen Anteile, indem sie Segmente aus BYDs Kernbereich im mittleren Preissegment angriffen.

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Technik-Offensive und Ausbau der Lade-Infrastruktur

Auf einem Technologie-Event am Donnerstag in Shenzhen stellte BYD die Blade Battery 2.0 vor. Laut Unternehmen lädt sie von 10% auf 70% in fünf Minuten und auf 97% in neun Minuten – BYD spricht von der schnellsten Ladegeschwindigkeit für eine in Serie gefertigte Einheit. Selbst bei minus 30 Grad Celsius soll das Laden von 20% auf 97% nur 12 Minuten dauern.

Technisch bleibt BYD bei Lithium-Eisenphosphat (LFP), verspricht aber 5% höhere Energiedichte gegenüber der ersten Generation, eine längere Lebensdauer und strengere Sicherheitsstandards.

Parallel kündigte der Chairman einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur in China an: Bis Jahresende sollen 20.000 „Flash-Charging“-Stationen entstehen. Die Stationen sollen eine Spitzenleistung von 1.500 kW erreichen. Zum Vergleich: Teslas V4-Supercharger, seit Juni 2025 in Festlandchina ausgerollt, kommt laut Bericht auf bis zu 500 kW.

In den ersten zwei Monaten 2026 seien bereits 4.239 Stationen fertiggestellt worden. Zusätzlich sind bis Jahresende 2.000 Stationen an Autobahnen geplant – mit Abdeckung von einem Drittel der Autobahn-Raststätten und einem Flash-Charger alle 100 Kilometer.

Bei den Modellen zeigte BYD unter anderem ein neues elektrisches Flaggschiff-SUV namens „Great Tang“. Preise will der Konzern näher am Start nennen; als Einstieg werden mehr als 400.000 Yuan (rund 58.000 US-Dollar) genannt. Zudem soll der Denza Z9GT mit der neuen Batterie auf eine Reichweite von 1.036 km nach CLTC kommen.

Auch die Produktion wird internationaler: Werke in Thailand, Usbekistan und Brasilien sollen perspektivisch 300.000 Fahrzeuge Kapazität beisteuern. In Ungarn läuft bereits Testproduktion, die Serienfertigung soll im zweiten Quartal starten. In Deutschland will BYD sein Händlernetz bis Jahresende von 120 auf 300 Standorte ausbauen. Für 2026 peilt das Unternehmen weltweite Exporte von 1,3 Mio. Einheiten an – 24% mehr als die knapp 1,05 Mio., die für 2025 erwartet werden.

Der Markt richtet den Blick nun auf den 26. März: Dann will BYD den vollständigen Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 vorlegen. Im Fokus stehen laut Bericht vor allem die Margenentwicklung nach den jüngsten Preisstrategien sowie die Frage, wie tragfähig die hohen Investitionen in die Ladeinfrastruktur finanziell sind.

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