Goldman Sachs rückt heute die Auslandsstrategie von BYD ins Zentrum der Bewertung. Die Analysten erwarten für 2026 einen rückläufigen Gewinnpool im chinesischen Automarkt – ausgelöst durch Preiskämpfe und Überkapazitäten. Gleichzeitig sehen sie BYD dank der stark ausgebauten Exportaktivitäten deutlich besser positioniert als viele Wettbewerber.

Kern der Einschätzung: Das wachsende Auslandsgeschäft soll sinkende Margen im Heimatmarkt weitgehend auffangen und stützt damit die positive Anlage-These für den Titel.

Goldman-Einschätzung und Profitabilität

In ihrer Branchenstudie zu Chinas Autoherstellern prognostiziert Goldman Sachs einen spürbaren Druck auf die inländische Profitabilität. Hauptgründe sind:

  • Intensivierte Preiswettbewerbe im E-Auto-Segment
  • Eine Struktur mit deutlicher Überkapazität in China

Vor diesem Hintergrund hebt die Bank BYD (neben Xpeng) als klaren Profiteur der „beschleunigten Auslandsexpansion“ hervor. Diese internationale Diversifizierung wirkt nach Einschätzung der Analysten wie ein Puffer gegen die erwartete Margenkompression im Heimatmarkt und gilt als zentraler Kurstreiber.

2025: Führungsposition bei BEVs

Die heutige Studie folgt auf die endgültigen weltweiten Auslieferungszahlen für 2025, die BYD an die Spitze des BEV-Markts gesetzt haben.

  • Volumen: BYD verkaufte 2,25 Mio. reine Elektroautos und lag damit deutlich vor Tesla mit 1,64 Mio. Einheiten.
  • Dynamik: Während Tesla mit rückläufigen Stückzahlen zu kämpfen hatte, profitierte BYD von einem Exportboom. Die Ausfuhren stiegen um 145 % und überschritten erstmals die Marke von 1 Mio. Fahrzeugen im Ausland.
  • Regionale Erfolge: In Märkten wie Australien erreichte BYD Bestwerte im Dezember. In Deutschland legten die Verkäufe im Jahresvergleich um mehr als 700 % zu.

Diese Zahlen unterstreichen die Verschiebung der Wachstumsachse weg vom reinen Heimatmarkt hin zu internationalen Märkten.

Regulierung und Investitionsrahmen

Etwas gebremst wird die Euphorie durch regulatorische Entwicklungen. Am Dienstag trafen sich chinesische Behördenvertreter mit BYD sowie den Batteriekonzernen CATL und Gotion. Thema des Treffens waren neue Sicherheitsstandards und Exportvorschriften.

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Das Meeting war im Vorfeld als potenzielles Risiko diskutiert worden. Die verhaltene Marktreaktion heute deutet jedoch darauf hin, dass Investoren den Austausch eher als umsetzbare Compliance-Aufgabe und nicht als Strafmaßnahme bewerten.

Parallel dazu erhöht BYD die Investitionen in Schlüsseltechnologien. Auf der China Innovation Tech Gala am Wochenende kündigte das Unternehmen ein Investitionsprogramm von mehr als 100 Mrd. Yuan (rund 14 Mrd. US-Dollar) für Level‑4‑Assistenzsysteme und autonomes Fahren an. Ziel ist es, die Softwarelücke zu Wettbewerbern wie Xiaomi und Tesla zu schließen und die Kritik an traditionellen Herstellern beim Thema „Smart Car“ gezielt anzugehen.

Kontext: BYD vs. Tesla

Die auseinanderlaufende Entwicklung von BYD und Tesla prägt Anfang 2026 das Bild im globalen E-Auto-Sektor. BYD gelingt es, die Produktion hochzufahren und dabei profitabel zu bleiben. Dazu trägt maßgeblich die vertikal integrierte Batterie-Wertschöpfungskette bei, die Kosten- und Margenvorteile bringt.

Das Branchenumfeld bleibt anspruchsvoll, begünstigt aber Anbieter mit großer Skalierung. Nach Einschätzung von Goldman Sachs schrumpft der inländische Gewinnpool in China so deutlich, dass rund 50 defizitäre EV-Start-ups vor existenziellen Problemen stehen. BYDs Größe erlaubt es, Preissenkungen durchzuhalten, die kleinere Wettbewerber wirtschaftlich nicht verkraften.

Ein weiterer Baustein der Positionierung ist der Auftritt auf der CES 2026 in Las Vegas. Dort präsentiert BYD den „springenden“ Yangwang U9 Supersportwagen, der als technisches Schaufenster dient und zeigen soll, warum das Unternehmen zunehmend auch Premiumkunden in Exportmärkten anspricht.

Ausblick: Kennzahlen im Fokus

In den kommenden Wochen rücken vor allem zwei Punkte in den Vordergrund:

  • Die Q1-Prognose, insbesondere zur Entwicklung der Bruttomarge unter den im Inland beschriebenen Preisdruckbedingungen.
  • Die Exportdynamik, vor allem in Europa und Südostasien, da genau dieser Faktor der Kern der aktuell positiven Goldman-Sachs-These ist.

Charttechnisch konsolidiert die Aktie die jüngsten Gewinne. Ein Durchbruch über die Marke von 100 HK-Dollar würde anzeigen, dass der Markt den 2025er-Führungserfolg eingepreist hat und zunehmend die Wachstumsperspektiven für 2026 bewertet.

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