Bitterer geht's kaum: Borussia Dortmund fliegt gestern Abend in der Nachspielzeit aus der Champions League – und kassiert heute prompt die Gewinnprognose. Die im SDAX notierte Aktie rauscht am Donnerstagvormittag um knapp sieben Prozent auf 3,10 Euro in die Tiefe. Statt bis zu fünf Millionen Euro Gewinn rechnet der BVB nun mit einem Verlust zwischen 12 und 22 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr 2025/26.

Der Grund? Das dramatische 1:4 bei Atalanta Bergamo kostet nicht nur sportlich, sondern vor allem finanziell. Allein für das Erreichen des Achtelfinales hätte die UEFA elf Millionen Euro überwiesen – Geld, das der börsennotierte Verein fest eingeplant hatte. „Wir hatten diese Einnahmen eingeplant", räumte Sportdirektor Sebastian Kehl nach der Pleite unumwunden ein.

Kobels Blackout und die Folgen

Die Szene, die alles kaputt machte, spielte sich tief in der Nachspielzeit ab: Torwart Gregor Kobel patzt weit außerhalb des Strafraums völlig unbedrängt mit einem verheerenden Fehlpass. Was folgt, ist ein Elfmeter für Bergamo, den Lazar Samardzic zum 4:1-Endstand verwandelt. „Es war mein Fehler. Ich wollte ihn weghauen, aber der Ball lag nicht richtig", entschuldigte sich der 28-jährige Schweizer bei seinen Mitspielern.

Doch der Schaden war längst angerichtet. Bereits nach fünf Minuten hatte Gianluca Scamacca Bergamo in Führung gebracht, Davide Zappacosta legte kurz vor der Pause nach einem unglücklichen Abfälscher von Ramy Bensebaini das 2:0 nach. Mario Pasalic erhöhte in der 57. Minute auf 3:0, ehe Karim Adeyemi in der 75. Minute noch einmal Hoffnung keimen ließ. Zu wenig, zu spät.

„Wir haben kein gutes Spiel gemacht und waren nicht richtig da", kritisierte Trainer Niko Kovac die Leistung seiner Mannschaft ungewohnt deutlich. „Vier Gegentore zu kassieren, darf uns nicht passieren. Wir haben zu viele Fehler gemacht." Tatsächlich war es erst das zweite Mal in der Vereinsgeschichte, dass der BVB einen Zwei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel verspielte – zuletzt 1987 gegen den FC Brügge.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BVB?

Bayern-Duell als letzte Hoffnung

Keine Zeit zum Wunden lecken: Bereits am Samstag empfängt der BVB Tabellenführer Bayern München zum Bundesliga-Klassiker. Der Rückstand auf die Münchner beträgt acht Punkte – nur ein Sieg könnte das Titelrennen noch einmal spannend machen. „Wir wissen um die Bedeutung des Spiels für die Bundesliga", betonte Kehl kämpferisch.

Doch die Defensive bereitet massive Sorgen. „Auf diesem Niveau musst du die Mentalität haben, vieles weg zu verteidigen", mahnte Kovac. „Du musst bereit sein, über den Punkt zu gehen und dem Gegner den Schneid abzukaufen. Das ist uns nicht gelungen." Kapitän Emre Can, der nach Adduktorenproblemen sein Comeback gab, konnte der Abwehr keine Stabilität verleihen.

Immerhin: Durch das frühe Aus in Champions League und DFB-Pokal kann sich der Bundesliga-Zweite nun voll auf die Liga konzentrieren. Das Polster zum fünften Platz beträgt elf Spieltage vor Saisonende satte elf Punkte – die erneute Champions-League-Qualifikation scheint trotz des Debakels gesichert. Für die Anleger bleibt dennoch ein bitterer Nachgeschmack: Das „Drama von Bergamo" wird das Ergebnis massiv belasten.

Anzeige

BVB-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BVB-Analyse vom 26. Februar liefert die Antwort:

Die neusten BVB-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BVB-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BVB: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...