Bund und Länder pumpen Milliarden in sozialen Wohnungsbau
Ab sofort fließen vier Milliarden Euro Bundesmittel in den sozialen Wohnungsbau. Die neue Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern ist in Kraft. In Dortmund übersteigen die Förderanträge das Budget bereits jetzt um ein Vielfaches – ein bundesweites Problem.
Rekordbudget trifft auf Rekordnachfrage
Die Vereinbarungen für 2026 und 2027 sind unterzeichnet und ratifiziert. Für das laufende Jahr stellt der Bund vier Milliarden Euro bereit, 2027 sollen es fünf Milliarden werden. 500 Millionen Euro sind 2026 für das Programm „Junges Wohnen“ reserviert, das Studierenden und Auszubildenden hilft.
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Doch reicht das? In Dortmund zeichnet sich eine dramatische Diskrepanz ab. Der Stadt liegen bereits Anträge im Volumen von rund 300 Millionen Euro vor. Das lokale Budget des Landes Nordrhein-Westfalen wird bei weitem nicht ausreichen. Viele Bauprojekte drohen, in das nächste Jahr verschoben zu werden.
Dortmund: Neubau kann Bestandsverlust nicht ausgleichen
Die Stadt verzeichnete 2025 einen Rekord: 110 Millionen Euro Fördermittel für 72 Projekte und 604 neue Wohneinheiten. Trotzdem schrumpft der Bestand an Sozialwohnungen strukturell. Ende 2025 fielen fast 1.000 Wohnungen aus der Preisbindung, während nur etwa 600 neue bewilligt wurden.
„Selbst massive Neubauprogramme kompensieren den Wegfall älterer Bindungen kaum“, heißt es aus der Verwaltung. Der geförderte Wohnungsbestand lag zuletzt bei 20.879 Einheiten. Die Lücke zwischen Neubau und auslaufenden Verträgen bleibt ein zentrales Problem.
Diese Projekte entstehen trotzdem
Aktuell rollen an mehreren Standorten in Dortmund die Bagger. Im Schleswiger Viertel entstehen 42 geförderte Wohnungen und eine Kita. Die Türk Immobilien GmbH realisiert das 14-Millionen-Euro-Projekt bis Juli 2027.
In Grevel plant die städtische DSG 23 familiengeeignete Wohneinheiten. In Huckarde wandelt sich das Gelände eines ehemaligen Autohauses in 21 Sozialwohnungen. Die DOGEWO21 setzt auf Barrierefreiheit in Huckarde und auf Nachverdichtung in Aplerbeck durch Dachgeschoss-Aufstockungen.
Staat als letzter verlässlicher Bau-Motor
In einer Phase, in der der freifinanzierte Wohnungsbau stockt, ist die staatliche Förderung zum Stabilitätsanker geworden. Für viele Bauträger sind die Zuschüsse die einzige Chance, Projekte wirtschaftlich zu kalkulieren.
Die Dortmunder Quotenregelung, die einen festen Anteil geförderten Wohnraums in neuen Gebieten vorschreibt, zeigt Wirkung. Kritik kommt dennoch vom Verbändebündnis „Soziales Wohnen“: Die Summen seien ein Schritt, reichten aber bei weitem nicht für die Trendwende.
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Serielles Bauen als Hoffnungsträger
Ein Schlüssel zur Lösung könnte das serielle und modulare Bauen sein. Das Bundesbauministerium setzt darauf, um Kosten zu senken und Tempo zu machen. Ob die angestrebten Effizienzgewinne realisiert werden können, ist eine der entscheidenden Fragen für die kommenden Jahre.
Bis 2029 plant der Bund Investitionen von insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Zusammen mit der Kofinanzierung der Länder könnte so ein Volumen von über 50 Milliarden Euro mobilisiert werden. Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, ob dieser Kraftakt die Wende auf dem angespannten Wohnungsmarkt einleiten kann.








