Broadcom setzt im KI-Wettrennen gerade eine neue Messlatte. Nicht nur die Quartalszahlen fielen stärker aus als erwartet – vor allem der Ausblick auf das KI-Chipgeschäft sorgt für Aufmerksamkeit. Wie schafft es der Konzern, ausgerechnet dort zu wachsen, wo der Wettbewerb im Halbleitersektor am härtesten ist?

Rekordquartal mit viel Cash

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres legte der Umsatz im Jahresvergleich um 29% auf 19,31 Mrd. US-Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 28% auf 2,05 US-Dollar und lag damit leicht über den Markterwartungen (2,03 US-Dollar bei 19,18 Mrd. US-Dollar Umsatz).

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Auffällig ist dabei nicht nur das Wachstum, sondern die Profitabilität: Das bereinigte EBITDA erreichte mit 13,1 Mrd. US-Dollar einen Rekord und entsprach 68% des Umsatzes. Operativ spülte das Quartal 8,26 Mrd. US-Dollar an Cash herein; nach 250 Mio. US-Dollar Investitionen blieb ein Free Cashflow von 8,01 Mrd. US-Dollar.

KI-Umsatz verdoppelt – und verschiebt die Kräfte

Der zentrale Treiber war das KI-Segment. Die KI-Umsätze stiegen um 106% auf 8,4 Mrd. US-Dollar – mehr als Broadcom selbst erwartet hatte. Besonders stark: Das Geschäft mit kundenspezifischen KI-ASICs wuchs um 140%, KI-Netzwerkumsätze um 60%.

Genau hier liegt der strategische Punkt: Broadcom profitiert davon, dass große Cloud-Anbieter zunehmend auf maßgeschneiderte Chips und offene Netzwerkstandards setzen. Das stellt etablierte, stärker proprietäre Ansätze im Rechenzentrum in Frage. Nvidia bleibt zwar führend bei universell einsetzbaren GPUs, doch Broadcom greift Teile der KI-Wertschöpfung ab – vor allem dort, wo Inferenz und Anpassung im Vordergrund stehen.

Der 2027-Anspruch und ein überraschend starker Q2-Ausblick

CEO Hock Tan ging ungewöhnlich weit nach vorn: Broadcom habe „Sichtlinie“ auf mehr als 100 Mrd. US-Dollar KI-Chipumsatz im Geschäftsjahr 2027 – ausdrücklich nur Chips. Das Unternehmen verweist dabei auf Fortschritte bei den fünf größten Kunden im Custom-AI-Chipgeschäft und nannte Beispiele, darunter Projekte rund um Google (TPUs), Anthropic sowie erwartete Deployments bei OpenAI und zusätzliche Effekte über Metas MTIA.

Auch der kurzfristige Blick fällt offensiv aus: Für das laufende zweite Quartal stellt Broadcom rund 22 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht. Das liegt klar über dem Konsens von 20,56 Mrd. US-Dollar. Im Halbleiterbereich sollen 14,8 Mrd. US-Dollar erreicht werden (+76%), getragen von KI-Umsätzen von 10,7 Mrd. US-Dollar (+140%). Die Sparte Infrastructure Software soll um 9% auf 7,2 Mrd. US-Dollar wachsen; Tan betonte, dieses Geschäft werde durch KI nicht „disrupted“ – auch mit Blick auf die VMware-Übernahme aus 2023.

Zum Kursbild: Trotz eines starken 12-Monats-Laufs von +71,27% liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch mit -4,01% im Minus.

Zum Schluss setzt Broadcom neben Wachstum auch klare Kapitalmarktsignale: Im Quartal flossen 10,9 Mrd. US-Dollar an Aktionäre zurück (3,1 Mrd. Dividenden, 7,8 Mrd. Aktienrückkäufe). Zusätzlich wurde ein neues Rückkaufprogramm über bis zu 10 Mrd. US-Dollar bis zum 31. Dezember 2026 beschlossen; die nächste Quartalsdividende von 0,65 US-Dollar je Aktie ist für den 31. März 2026 angekündigt (Record Date: 23. März). Parallel sichert sich Broadcom über mehrjährige Lieferverträge Kapazitäten bis 2028 – ein wichtiger Baustein, damit der ambitionierte KI-Fahrplan operativ überhaupt lieferbar bleibt.

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