BP steht vor einer der größten Abschreibungen der jüngeren Unternehmensgeschichte. Für das vierte Quartal 2025 kündigt der britische Energiekonzern Wertberichtigungen zwischen 4 und 5 Milliarden US-Dollar an – hauptsächlich im Geschäftsbereich der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig kauft BP massiv eigene Aktien zurück. Was steckt hinter dieser widersprüchlichen Strategie?

Erneuerbare Energien belasten Bilanz

Die angekündigten Abschreibungen treffen vor allem das Segment "Low-Carbon", in dem BP seine Windkraft- und Solarinvestitionen bündelt. Die Korrektur zeigt: Die Bewertung dieser Vermögenswerte entsprach nicht mehr der Realität. Für die Zahlenvorlage am 10. Februar 2026 bedeutet das einen deutlichen Belastungsfaktor – sowohl für das Quartalsergebnis als auch für die Gesamtjahresbilanz 2025.

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Parallel strukturiert BP sein Offshore-Wind-Portfolio um. Über das Joint Venture JERA Nex BP übernahm der Konzern den Anteil von EnBW am "Mona"-Projekt mit einer Kapazität von bis zu 1,5 Gigawatt. Im Gegenzug zieht sich BP komplett aus dem "Morgan"-Projekt zurück. Die Botschaft ist klar: BP konzentriert sich auf ausgewählte Projekte mit erwartbarer Rendite und trennt sich von weniger aussichtsreichen Entwicklungen.

Aktienrückkäufe als Gegensignal

Trotz der Belastungen hält BP an seiner Kapitalrückführung fest. Allein am 16. Januar 2026 kaufte der Konzern über 3 Millionen eigene Aktien zu Kursen zwischen 439,7 und 440,0 GBp zurück. Diese kontinuierlichen Käufe stützen den Aktienkurs und senden ein Signal: Das Management sieht die Bewertung als attraktiv an – trotz der bevorstehenden Sonderbelastungen.

Nach einem Kursrückgang von rund 15 Prozent seit den Höchstständen Anfang 2023 bietet die Aktie derzeit eine Dividendenrendite von etwa 5,6 Prozent. Die Aktie notiert aktuell bei 5,07 Euro, leicht über ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Die wichtigsten Eckdaten:
* Erwartete Abschreibung Q4: 4,0 bis 5,0 Mrd. USD
* Aktienrückkauf (16. Jan.): rund 3 Millionen Stück
* Dividendenrendite: ca. 5,6 %
* Nächster Quartalsbericht: 10. Februar 2026

Analystenreaktionen bleiben verhalten

Die Einschätzungen der Analysten fallen gemischt aus. Jefferies hob das Kursziel auf 440 GBp an – exakt auf dem aktuellen Niveau – und empfiehlt "Halten". Morgan Stanley senkte das Ziel hingegen auf 415 GBp bei gleichfalls neutraler Einstufung. In den USA reduzierte Piper Sandler das Kursziel Anfang Januar auf 43 US-Dollar.

Das Umfeld für BP bleibt anspruchsvoll. Die US-Energiebehörde EIA prognostiziert für 2026/2027 durchschnittliche Ölpreise um 55 US-Dollar pro Barrel – wenig Spielraum für deutliche Preisanstiege. Brent-Öl notiert aktuell bei rund 64 Dollar.

Am 10. Februar werden die detaillierten Quartalszahlen zeigen, wie stark die Abschreibungen den freien Cashflow belasten und ob die Dividendenpolitik weiterhin tragfähig bleibt.

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