BMW Aktie: Strategiewechsel 2026
BMW stellt die Weichen für 2026 – mit möglicher Dividendenkürzung, neuer Aktienstruktur und einem Wechsel an der Konzernspitze. Gleichzeitig wächst der Druck im wichtigen China-Geschäft und bei der Elektrotechnik. Wie gut ist die Aktie in diesem Spannungsfeld positioniert?
Dividende unter Anpassungsdruck
Für einkommensorientierte Anleger deutet sich eine spürbare, aber keine drastische Kürzung der Ausschüttung an. Marktprognosen erwarten für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 3,82 Euro je Aktie, nach 4,30 Euro im Vorjahr. Das wäre ein deutlicher Rückgang, würde die Aktie aber weiterhin mit einer attraktiven Rendite im Bereich von gut 4 Prozent erscheinen lassen.
Finanzvorstand Walter Mertl hält trotz des Gegenwinds an dem Anspruch fest, die operative Profitabilität stabil zu halten. Mittelfristig peilt BMW weiterhin eine EBIT-Marge im Korridor von 8 bis 10 Prozent an. Die Anpassung der Dividende ist damit eher Ausdruck höherer Investitionen und Vorsicht im Umfeld als ein Bruch des Geschäftsmodells.
Umbau der Kapitalstruktur und CEO-Wechsel
Ein zentrales Strukturprojekt ist die geplante Zusammenlegung von Stamm- und Vorzugsaktien, über die die nächste Hauptversammlung entscheiden soll. Ziel ist es, die Handelsliquidität zu bündeln und die Kapitalstruktur zu vereinfachen. Für internationale Investoren könnte eine einheitliche Aktiengattung die Wahrnehmung des Titels erleichtern.
Parallel vollzieht der Konzern einen Führungswechsel: Milan Nedeljković übernimmt den Vorstandsvorsitz von Oliver Zipse. Seine erste große Bewährungsprobe ist die Umsetzung der neuen Elektro-Plattform „Neue Klasse“ ab 2026. Den Start soll der iX3 markieren, der als wichtiger Baustein in der Elektrifizierungsstrategie gilt.
Operativer Druck: China und Technologie
Auf der operativen Seite bleibt das Umfeld anspruchsvoll. In China, dem wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns, reagiert BMW mit hohen Rabatten auf einen intensiven Wettbewerb. Auf hochwertige Modelle wie den i7 M70L sollen laut jüngsten Berichten Nachlässe von bis zu 42.000 US‑Dollar (rund 301.000 Yuan) gewährt werden. Ziel ist es, im Preiskampf gegen lokale Anbieter wie BYD und neue Wettbewerber wie Xiaomi Marktanteile zu verteidigen.
Auch technologisch offenbaren sich Lücken. Ein aktueller Vergleichstest von „auto motor und sport“ vom 11. Januar 2026 sieht den Audi S6 e-tron vor dem BMW i5 M60. Während BMW im Fahrcharakter überzeugt, liegt die Ladeleistung zurück: Die 400-Volt-Architektur des i5 führt zu rund 31 Minuten Ladezeit, Audis 800-Volt-System verkürzt diesen Vorgang auf etwa 21 Minuten. Im Segment der Premium-Elektrofahrzeuge ist diese Differenz ein spürbarer Wettbewerbsfaktor.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Erwartete Dividende 2025: 3,82 Euro je Aktie (Vorjahr: 4,30 Euro)
- Mittelfristiges Ziel: EBIT-Marge von 8–10 Prozent bestätigt
- Geplante Zusammenlegung von Stamm- und Vorzugsaktien
- CEO-Wechsel: Milan Nedeljković folgt auf Oliver Zipse
- Start der „Neuen Klasse“ ab 2026, zunächst mit dem iX3
- Harte Rabattschlachten in China, u.a. beim i7 M70L
- Technologischer Rückstand bei Ladeperformance gegenüber Audi
Technologie- und Produktstrategie
Neben der Plattform „Neue Klasse“ treibt BMW die Elektronik-Architektur voran. Für die künftigen Steuergeräte-Zentren („Super Brains“) wurde Blackberry QNX als Betriebssystem ausgewählt. Die Software soll höhere Rechenleistung, Sicherheit und Update-Fähigkeit bündeln – entscheidende Elemente für vernetzte und teilautonome Fahrzeuge.
Auf der Produktseite wird das Portfolio zugleich gestrafft. Die Produktion des Roadsters Z4 endet im März 2026. Der Fokus verschiebt sich damit weiter auf volumenstärkere und elektrifizierte Baureihen, was die Kapitalallokation stärker auf strategische Kernsegmente lenkt.
Analystenblick und Perspektiven
Charttechnisch gilt im Markt die Zone um 98 Euro als wichtiger Widerstand. Ein Anstieg über diese Marke könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern den Weg zu höheren Kursregionen eröffnen. Ausgangspunkt ist ein Schlusskurs vom Freitag bei 92,40 Euro, womit der Titel rund 5 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 97,12 Euro notiert, aber klar über dem 52‑Wochen-Tief von 63,56 Euro liegt.
Fundamental rechnet JP-Morgan-Analyst Jose Asumendi für 2026 zwar mit einem leichten Umsatzrückgang, erwartet aber stabile EBIT-Ergebnisse und steigende Margen. Ein entscheidender Hebel soll die sechste Batteriegeneration werden, die ab 2028 die Kosten um bis zu 40 Prozent senken soll. Bis diese Effekte greifen, muss BMW die Phase hoher Investitionen, intensiven Wettbewerbs und strukturellen Umbaus profitabel überbrücken.
Zum aktuellen Kursverlauf fällt auf: Der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt von 83,65 Euro beträgt gut 10 Prozent, der 50‑Tage-Durchschnitt liegt mit 91,23 Euro knapp unter dem jüngsten Schlusskurs. Der RSI von 36,7 signalisiert dabei eher eine abgekühlte, aber nicht überverkaufte Marktlage.
Fazit: Solide Basis, anspruchsvolle Umsetzung
BMW geht mit einer Kombination aus Dividendenanpassung, vereinfachter Aktienstruktur und neuem CEO in eine entscheidende Phase der Transformation. Kurzfristig belasten der Preiskampf in China und technologische Rückstände bei der Ladeperformance, mittel- bis langfristig zielen „Neue Klasse“, neue Elektronikarchitektur und die angekündigten Batteriekostensenkungen auf höhere Effizienz. Ob der Kurs den Widerstand bei 98 Euro nachhaltig überwinden kann, wird maßgeblich davon abhängen, wie überzeugend BMW ab 2026 die neue Plattform in Marktanteile und Margen umsetzt.
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