Bloom Energy steht vor einem entscheidenden Termin. Nach einem milliardenschweren Großauftrag und einem aggressiven Kursanstieg blickt der Markt nun auf die Zahlen zum vierten Quartal 2025 Anfang Februar. Im Kern geht es um eine Frage: Bestätigen Umsatz und Ausblick die neue Wachstumsstory rund um Rechenzentrumsstrom – oder war der Kurssprung zu schnell zu hoch?

Großdeal mit AEP als Wendepunkt

Der jüngste Kursschub ist eng mit einem Vertrag mit American Electric Power (AEP) verknüpft. Am 8. Januar 2026 meldete AEP, dass eine Tochtergesellschaft eine Option zum Kauf eines großen Pakets von Brennstoffzellen-Systemen von Bloom Energy gezogen hat.

Laut Angaben, auf die sich Yahoo Finance beruft, handelt es sich faktisch um eine feste Vereinbarung über rund 2,65 Milliarden US‑Dollar an Equipment. Der Deal ist als 20-jähriges Abnahmeprogramm mit einem Drittpartner mit hoher Bonität strukturiert. Für Bloom bedeutet das: langfristig planbare Erlöse und ein deutlich sichtbarer Ausbau der Projektpipeline.

Analysten reagierten prompt. Evercore ISI sprach von einem „bedeutenden Erfolg“ und hob hervor, dass die erwarteten Volumina klar über bisherigen Mindestzusagen liegen. Das stützt die These, dass Bloom nicht nur einzelne Großprojekte einsammelt, sondern seine kommerzielle Basis in einem strukturell wachsenden Markt verbreitert.

Datenzentren treiben Nachfrage

Parallel dazu versucht Bloom, seine Rolle im Energie-Ökosystem der Rechenzentren zu unterstreichen. Am 20. Januar 2026 veröffentlichte das Unternehmen seinen „2026 Data Center Power Report“. Grundlage sind Befragungen von 152 Entscheiderinnen und Entscheidern entlang der Wertschöpfungskette für Rechenzentrumsstrom, durchgeführt im November 2025.

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Zentrale Punkte aus der Veröffentlichung:

  • Rund ein Drittel der Rechenzentren soll bis 2030 vollständig netzunabhängig laufen – ein Anstieg um 22 % gegenüber dem Bericht vor sechs Monaten.
  • Texas könnte bis 2028 fast 30 % des US-Rechenzentrummarkts auf sich vereinen.
  • Mehr als die Hälfte der neuen Rechenzentrums-Campi dürfte bis 2035 eine Leistung von über 500 Megawatt erreichen.
  • Der Marktanteil des Standorts Georgia soll um 75 % wachsen, da Entwickler verstärkt in den Südosten der USA ausweichen.

Besonders relevant: Laut Report klafft eine deutliche Lücke zwischen den Zeitplänen der Versorger und den Erwartungen von Hyperscalern und Colocation-Anbietern. Die Netzbetreiber rechnen mit Lieferzeiten, die im Schnitt 1,5 bis 2 Jahre länger sind als von den Großkunden gewünscht. Genau hier setzt Bloom an: Dezentrale, vor Ort installierte Stromlösungen können diese Lücke teilweise schließen und machen Brennstoffzellen für Betreiber großer Rechenzentren attraktiver.

Zahlen im Fokus

Der nächste Härtetest folgt bereits kommende Woche. Bloom Energy will die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 5. Februar 2026 nach US-Börsenschluss vorlegen. Für denselben Abend ist eine Telefonkonferenz um 14:00 Uhr Pacific Time angesetzt.

Laut Zacks Investment Research rechnen Analysten im Schnitt mit einem Gewinn von 0,25 US‑Dollar je Aktie für das Quartal. Die Konsensschätzung für den Umsatz liegt bei rund 649 Millionen US‑Dollar. Damit ist die Messlatte klar definiert: Das Unternehmen muss zeigen, dass es nicht nur Aufträge einsammelt, sondern diese auch effizient in Erlöse und Erträge umsetzt.

Kursentwicklung: steile Rally, heißes Niveau

An der Börse ist die neue Story bereits weit eingepreist. Die Aktie legte in den vergangenen 30 Tagen um knapp 90 % zu und notiert mit 165,39 US‑Dollar exakt auf ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Plus auf über 660 % – ein extrem steiler Anstieg.

Technisch betrachtet signalisiert ein 14‑Tage‑RSI von 92,1 ein stark überkauftes Niveau. Auch der Abstand von rund 52 % zum 50‑Tage‑Durchschnitt und mehr als 150 % zum 200‑Tage‑Durchschnitt unterstreicht, wie weit der Kurs seiner mittelfristigen Entwicklung davongelaufen ist. Das eröffnet zwar weiteres Momentum-Potenzial, erhöht aber zugleich die Anfälligkeit für Rückschläge bei Enttäuschungen.

Fazit: Erwartungen sind hoch

Bloom Energy geht mit Rückenwind aus dem AEP-Großauftrag und klaren Wachstumsimpulsen aus dem Rechenzentrumsmarkt in die Quartalszahlen am 5. Februar. Der 2,65‑Milliarden‑US‑Dollar‑Deal und die Ergebnisse des Data-Center-Reports untermauern die strategische Positionierung im Bereich netzunabhängiger Stromversorgung. Gleichzeitig setzt die enorme Kursrally die Latte für Umsatz, Profitabilität und Ausblick hoch: Schon kleinere Abweichungen von den Konsensschätzungen oder eine vorsichtige Guidance könnten angesichts des überhitzten technischen Bildes zu deutlichen Kursreaktionen führen.

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