Bloom Energy gehört derzeit zu den auffälligsten Highflyern am US-Markt. Nach einer monatelangen Rally müssen sich Anleger nun fragen, ob der Aufschwung fundamental gedeckt ist oder der Kurs der Realität vorausgeeilt ist. Im Mittelpunkt stehen Bewertungsfragen, aber auch milliardenschwere Verträge im KI- und Rechenzentrumsbereich.

Bewertung zieht Bremse an

Nach einem Kursplus von rund 58 % in den vergangenen 30 Tagen und einer Verfünffachung binnen zwölf Monaten gönnt sich die Bloom-Energy-Aktie eine Atempause. Der Titel notiert aktuell bei 145,63 US‑Dollar und liegt damit nur wenige Prozent unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch – deutlich über allen wichtigen Durchschnittslinien.

Auslöser der neuen Vorsicht ist vor allem die Bewertung. Eine heute veröffentlichte Analyse sieht das Kurs-Umsatz-Verhältnis (Price-to-Sales, P/S) bei etwa 18,9. Damit wird ein kräftiger Aufschlag gegenüber Wettbewerbern und den eigenen historischen Multiples bezahlt. Der starke Jahresauftakt mit einem Plus von über 47 % spiegelt großen Optimismus wider, doch der jüngste Rücksetzer signalisiert, dass Marktteilnehmer das Chance-Risiko-Verhältnis neu abwägen.

Im Fokus steht dabei das Umsetzungsrisiko der jüngsten Großaufträge. Der Kurs preist bereits viel Erfolg ein, sodass operative Verzögerungen oder Margendruck schnell zu Enttäuschungen führen könnten.

Milliardenaufträge als Wachstumstreiber

Die Kursrally der vergangenen Monate kommt nicht aus dem Nichts. Sie basiert auf zwei zentralen Verträgen, die das Auftragsbuch von Bloom Energy spürbar verändert haben und direkt an den KI-Boom gekoppelt sind:

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  • American Electric Power (AEP): Ein Vertrag über bis zu 2,65 Milliarden US‑Dollar zur Lieferung von bis zu 1 Gigawatt (GW) Festoxid-Brennstoffzellen.
  • Brookfield-Partnerschaft: Eine strategische Vereinbarung über bis zu 5 Milliarden US‑Dollar zur Bereitstellung von Brennstoffzellen für KI-orientierte Rechenzentren.

Beide Deals zielen auf das zentrale Problem der Branche: Der enorme Stromhunger von KI- und Cloud-Rechenzentren trifft auf ein überlastetes Netz und lange Anschlusszeiten. Bloom Energy positioniert sich hier als Alternative zur klassischen Netzanbindung und als möglicher Profiteur des strukturellen Engpasses.

Rechenzentren gehen auf Distanz zum Netz

Rückenwind erhält diese Strategie durch den „2026 Power Report“ des Unternehmens, der in dieser Woche intensiv diskutiert wurde. Die Kernaussage: Große Cloud- und Internetkonzerne (Hyperscaler) planen ihre Infrastruktur zunehmend an den etablierten Versorgern vorbei.

Der Bericht zeigt, dass die Zeitspanne zwischen Projektstart und verfügbarer Netzanbindung oft um 1,5 bis 2 Jahre länger ausfällt als von Entwicklern kalkuliert. In einem Markt, in dem KI-Kapazitäten schnell hochgefahren werden müssen, ist das ein gravierender Nachteil.

Genau hier setzt Bloom Energy an. Die Möglichkeit, relativ zügig eigene, netzunabhängige Stromlösungen bereitzustellen, wird zum Wettbewerbsfaktor. Der aktuelle Boom der Aktie speist sich daher nicht nur aus Fantasie, sondern aus konkreten Projekten, die diese Entwicklung abbilden.

Wichtiger Termin: Quartalszahlen Anfang Februar

Der nächste zentrale Prüfstein für die Story steht bereits fest: Am 5. Februar 2026 nach Börsenschluss will Bloom Energy die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Dann wird zum ersten Mal sichtbar, in welchem Umfang sich die jüngst vereinbarten Großaufträge bereits in Umsatz, Auftragsbestand und Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 niederschlagen.

Technisch bleibt die Aktie trotz der jüngsten Konsolidierung in einem klaren Aufwärtstrend. Der Kurs liegt deutlich über den gleitenden Durchschnitten, gleichzeitig signalisiert ein sehr hoher RSI-Wert eine überkaufte Situation und die Volatilität ist ausgeprägt. Entscheidender als kurzfristige Schwankungen dürfte nun aber sein, ob die Februar-Zahlen und der Ausblick den hohen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität standhalten.

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